Interfraktioneller Antrag in Buchholz
Weg bei "Heideruh" nach NS-Widerstandskämpfern benennen
- Franz und Käthe Jacob wurden beim 100-jährigen Bestehen der Erholungs- und Begegnungsstätte "Heideruh" gewürdigt
- Foto: Richard Pfaff
- hochgeladen von Bianca Marquardt
Ein Straßenabschnitt des jetzigen Ahornwegs im Bereich der Antifaschistischen Erholungs- und Begegnungsstätte in Seppensen soll nach der Familie Jacob benannt und damit das außergewöhnliche Lebenswerk von Franz, Katharina und Ilse Jacob dauerhaft im öffentlichen Raum sichtbar gewürdigt werden. Das fordern jetzt die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, die Gruppe SPD/Linke, FDP, WIR für Buchholz und die Buchholzer Liste in einem interfraktionellen Antrag.
Anlass für die Initiative ist u.a. die diesjährige Gedenk- und Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen von "Heideruh“. Die Veranstaltung habe eindrucksvoll gezeigt, welche herausragende Bedeutung "Heideruh" als Ort des Erinnerns, der politischen Bildung und der demokratischen Begegnung bis heute besitzt.
Die Geschichte der Familie Jacob sei eng mit diesem Ort verbunden. Franz Jacob gehörte zum aktiven Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur und wurde 1944 von den Nationalsozialisten hingerichtet. Seine Frau Katharina Jacob kämpfte ebenfalls gegen das Regime, überlebte die Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück und engagierte sich nach dem Krieg über Jahrzehnte für den Erhalt und die Weiterentwicklung von Heideruh. Ihre Tochter Ilse Jacob führte dieses Vermächtnis fort und setzte sich mit großem Engagement für demokratische Bildung und Erinnerungskultur ein.
„Mit der Benennung eines Straßenabschnitts nach der Familie Jacob wollen wir nicht nur an drei außergewöhnliche Persönlichkeiten erinnern, sondern zugleich ein deutliches Zeichen für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde setzen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Fraktionen.
Gerade in einer Zeit, in der rechtsextreme Positionen wieder an Einfluss gewinnen und demokratische Institutionen herausgefordert würden sowie die Verbrechen des Nationalsozialismus zunehmend relativiert oder verharmlost würden, komme solchen Erinnerungen eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu.
Die geplante Straßenbenennung solle nicht nur eine historische Würdigung, sondern auch ein sichtbares Bekenntnis zu den Werten, für die die Familie Jacob eingetreten ist, und ein klares Zeichen gegen Extremismus, Antisemitismus und Geschichtsvergessenheit sein.
Die gemeinsame Initiative aller demokratischen Fraktionen unterstreiche dabei eine wichtige Botschaft: "Die Erinnerung an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur ist keine parteipolitische Frage. Sie ist Ausdruck unseres gemeinsamen Verständnisses von Demokratie und unserer Verantwortung, diese für kommende Generationen zu bewahren und zu verteidigen."
Redakteur:Bianca Marquardt aus Tostedt |
|
| Webseite von Bianca Marquardt | |
| Bianca Marquardt auf Facebook | |
| Bianca Marquardt auf YouTube | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.