Was tun bei Bienenstich?
Ein Stachel und seine Folgen
- Leider nicht nur an Blumen interessiert - gerade süßhaltige Getränke locken Bienen an
- Foto: tml
- hochgeladen von Tina Lüecke
Der Sommer lockt die Bienen aus dem Stock – und manchmal landet eine davon auf der Limofasche, im Eis oder auf dem Fruchtsalat. Kurz nicht hingeschaut - ein Stich, ein Schreck. Und dann? Wann ist ein Bienenstich eigentlich nur lästig – und wann wird er gefährlich? Wir haben bei Dr. Wiebke Beneke, Hausärztin aus Heidenau, nachgefragt.
„Die meisten Stiche sind harmlos – deswegen sehen wir die Patienten ja auch gar nicht erst in der Praxis", beruhigt Dr. Beneke direkt zu Beginn. Eine kleine Schwellung, ein Brennen, vielleicht etwas Rötung rund um die Einstichstelle – das gehört einfach dazu, wenn man gestochen wird, und ist erst einmal kein Grund zur Sorge.
Die Erste-Hilfe-Routine bei einem normalen Stich:
• Stachel entfernen – und zwar möglichst schnell heraushebeln, sobald man ihn entdeckt
• Kühlen – ein kalter Umschlag oder ein Kühlpad tut gut
• Beobachten – ein kühlendes Gel aus der Apotheke kann die Beschwerden zusätzlich lindern
Danach heißt es meist nur: abwarten. Rötung und Schwellung klingen in aller Regel innerhalb weniger Tage von selbst ab – ganz ohne bleibende Folgen.
Wann sollte man in die Hausarztpraxis?
Ganz selten kommen Patientinnen und Patienten tatsächlich wegen eines Bienenstichs in die Praxis. Und wenn, dann meist, weil die Einstichstelle deutlich überwärmt, stark geschwollen oder besonders schmerzhaft ist. „Dann müssen wir vor Ort entscheiden, ob eine antiallergische Behandlung notwendig ist oder sogar ein Antibiotikum", erklärt Dr. Beneke.
Auch in folgenden Fällen rät die Hausärztin zu einem Praxisbesuch:
• bei einer ausgeprägten Schwellung oder starken Schmerzen
• wenn der Stich im Mund-, Lippen-, Gesichts-, Rachen- oder Halsbereich sitzt – hier kann die Schwellung schnell gefährlich werden, etwa wenn die Atemwege betroffen sind
• wenn man in der Vergangenheit schon einmal allergisch reagiert hat und sich nun unsicher fühlt
Bei diesen Warnsignalen: 112!
Es gibt allerdings Warnsignale, bei denenman nicht erst beim Hausarzt anrufen, sondern sofort den Notruf wählen sollte. Dr. Beneke nennt klare Kriterien für den Notfall:
Sofort die 112 rufen, wenn …
• Lippen oder Zunge anschwellen
• das Gesicht stark anschwillt
• Schwindel oder Kreislaufbeschwerden auftreten
• es zur Bewusstlosigkeit kommt
„Und nicht davon absehen, weil man denkt, die Hausarztpraxis hat ja gerade auf", betont die Ärztin ausdrücklich. Bei diesen Symptomen kann eine allergische Reaktion lebensbedrohlich werden – da zählt jede Minute, und der Rettungsdienst ist schneller und besser ausgestattet als jede Praxis.
Die Botschaft zum Mitnehmen
Die meisten Bienenstiche sind unangenehm, aber harmlos. Stachel raus, kühlen, beobachten – fertig. Entscheidend ist, dass man die seltenen, aber ernsten Anzeichen einer allergischen Reaktion erkennt: Schwellungen im Gesicht, an Lippen oder Zunge, Schwindel oder Kreislaufprobleme. Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu oft die 112 wählen, als zu lange zu warten.
Dr. Wiebke Beneke ist Hausärztin in Heidenau.
Redakteur:Tina Lüecke aus Buchholz |
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