Geballte Kompetenz ist gefragt
Landvolk-Mitarbeiter beraten nicht nur Landwirte in steuerlichen und rechtlichen Belangen

Geschäftsführer Werner Maß (li.) und Vorsitzender Wilhelm Neven stehen vor der historischen Tür des Landvolk-Hauses. Sie stammt aus dem Jahr 1923
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  • Geschäftsführer Werner Maß (li.) und Vorsitzender Wilhelm Neven stehen vor der historischen Tür des Landvolk-Hauses. Sie stammt aus dem Jahr 1923
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mum. Buchholz. "Ich glaube, viele Menschen wissen gar nicht, wer wir sind beziehungsweise was wir machen", sagt Wilhelm Neven. Seit Mitte November ist der Marxener Vorsitzender des Kreisverbands Lüneburger Heide des Landvolks Niedersachsen. Und damit gemeinsam mit Geschäftsführer Werner Maß verantwortlich für 2.100 Mitglieder. "Doch in der Landwirtschaft arbeiten höchstens noch 800 Mitglieder", so Neven. In der Regel seien es Grundeigentümer. Auch Leute, die gar nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, hätten sich dem Landvolk angeschlossen.
Kerngeschäft des Verbands ist die Beratung - vor allem in steuerrechtlichen und rechtlichen Angelegenheiten. Dafür stehen an den Standorten in Buchholz und Winsen fast 70 Mitarbeiter zur Verfügung. Sie erwartet in den kommenden Monaten eine gravierende Veränderung. "Wir haben uns entschlossen, die Geschäftsstelle in Winsen aufzugeben", so Maß. Alle Mitarbeiter sollen nach den Wünschen des Vorstands nach Buchholz in das bereits 1923 erbaute Landvolk-Haus "Am langen Sal 1" ziehen. Das fast 1.000 Quadratmeter große Gebäude soll in den nächsten Monaten komplett saniert werden. Unter anderem entstehen moderne Büro- und Besprechungsräume. Fast zwei Millionen Euro lässt sich das Landvolk diese Investition in die Zukunft kosten. "Mit dem Umzug und der Bündelung unserer Kompetenz auf einen Standort wollen wir uns noch besser positionieren", sagt Maß. Inzwischen würden immer mehr Privatpersonen das Beratungsangebot der Landvolk-Mitarbeiter in Anspruch nehmen.

"Unsere Arbeit hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert", sagt Werner Maß. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre führt er die Geschäfte des Kreisverbands Lüneburger Heide des Landvolks. "Selbstverständlich beraten wir nach wie vor Landwirte. Doch die Dimensionen haben sich inzwischen gewaltig verschoben." Maß, der selbst aus einer Bauernfamilie aus Schleswig-Holstein stammt, kann sich noch gut daran erinnern, wie viele Gedanken sich sein Großvater machte, als er sich einen kleinen Schlepper für 300 Mark kaufen wollte. "Er fragte sich, ob das wirklich sein muss", sagt Maß. "Heute geht es bei den Fahrzeugen in der Landwirtschaft schnell um 200.000 Euro und mehr." Die Landvolk-Mitarbeiter schauen sich die Zahlen des Unternehmens an und geben Hinweise, ob ein Kauf sinnvoll ist oder Gerätschaften besser gemietet werden sollten. "Es kommt häufig vor, dass sich benachbarte Landwirte untereinander helfen und Fahrzeuge zusammen nutzen", so Maß.
Vertrauen ist in diesem Kontext ein gutes Stichwort. Viele Mitglieder lassen sich schon seit Jahren von dem gleichen Landvolk-Mitarbeiter beraten. Regelmäßig ist dieser auf dem Hof, um dort Unterlagen einzusehen. "Wir übernehmen die Erstellung von Jahresabschlüssen sowie die Steuererklärungen und machen die Lohnbuchhaltung", so Maß. Außerdem übernimmt das Landvolk die rechtliche Vertretung gegenüber Behörden, Sozial-, Finanz-, Verwaltungs- und Arbeitsgerichten. "Wir helfen bei der Aufsetzung von Verträgen ebenso wie bei Erbangelegenheiten oder Hofübergaben", erklärt der Geschäftsführer, der auf gut geschulte Mitarbeiter vertrauen kann. Unter anderem gehören Steuerberater,  -fachwirte und -fachangestellte zum Mitarbeiterkreis. Die Kunden stammen nicht nur aus dem Landkreis Harburg, sondern auch aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
"Es ist wichtig, dass alle Mitarbeiter über eine gute Qualifikation verfügen, denn auch die gesetzlichen Vorgaben sind stringenter geworden", so Maß. Nicht selten würden Bußgelder oder der Verlust von Ausgleichszahlungen drohen. Dabei hat Maß vor allem das Umweltrecht mit Düngeverordnung sowie Nährstoff- und Humusbilanzen im Blick. "Leider haben auch die gerichtlichen Auseinandersetzungen zugenommen", sagt der Geschäftsführer. Auch hier unterstützt das Landvolk beratend.
Immer häufiger stammen die Klienten des Landvolks allerdings auch nicht aus der Landwirtschaft. "Wir betreuen ebenso Unternehmen, Selbstständige und Privatpersonen, die nicht aus der Landwirtschaft stammen", erläutert Werner Maß. "Dazu muss man nicht zwingend Mitglied bei uns sein."

Weitere Informationen:
Landvolk Niedersachsen, Kreisverband Lüneburger Heide, Geschäftsstelle Buchholz, Am langen Sal 1, 21244 Buchholz, Telefon:04181 - 90860, E-Mail: infobu@lv-lueneburger-heide.de, Homepage: www.lv-lueneburger-heide.de. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 7.30 bis 16.30 Uhr; Freitag, 7.30 bis 13 Uhr.

Geschäftsführer Werner Maß (li.) und Vorsitzender Wilhelm Neven stehen vor der historischen Tür des Landvolk-Hauses. Sie stammt aus dem Jahr 1923
Das imposante Gebäude wurde 1923 vom Landvolk gebaut. Das Foto entstand ein Jahr später. Während des Krieges wurde das Haus von den Nazis enteignet. Erst seit 1948 ist es wieder Sitz des Landvolks

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