Wenn die Zeitumstellung aus dem Takt bringt
„Mama, es ist ja schon dunkel!“

Zwischen Sonnenaufgang und Schulstart: Die Zeitumstellung bringt Dunkelheit – und besondere Lichtmomente | Foto: Tina Lüecke
  • Zwischen Sonnenaufgang und Schulstart: Die Zeitumstellung bringt Dunkelheit – und besondere Lichtmomente
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Wie war das noch? Winterzeit – Gartenmöbel zurück, Sommerzeit – Möbel hervorrücken. Also: Am 26. Oktober wird wieder an der Uhr gedreht – eine Stunde zurück, von drei auf zwei Uhr. Theoretisch bedeutet das: eine Stunde geschenkt – hurra! Praktisch bringt es viele aus dem Takt. Denn mit der Rückkehr zur Winterzeit wird es abends früher dunkel – und das spüren nicht nur wir Menschen.

Wenn die Tage plötzlich kürzer erscheinen

Für viele Kinder fühlt sich die Zeitumstellung seltsam an. „Da braucht es ein bisschen, bis die innere Uhr mitspielt“, sagt Dagmar Heins, Schulleiterin der Grundschule Heidenau. Gerade für Jüngere sei die Umstellung spürbar: Der Schlafrhythmus gerät durcheinander, Konzentration und Stimmung schwanken. Auch Polizei und Verkehrswacht mahnen zu mehr Achtsamkeit: Mit der Dunkelheit steigt das Risiko für Unfälle – laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat ereignen sich in den Tagen nach der Zeitumstellung bis zu 30 Prozent mehr Unfälle mit Fußgängerinnen und Radfahrern, vor allem wegen eingeschränkter Sicht. Zudem steigt in der Dämmerung das Risiko für Wildwechsel. Besonders auf Landstraßen und an Waldabschnitten sollten Autofahrer jetzt langsamer fahren und aufmerksam bleiben.

Kinder reagieren sensibel

Schulleiterin Dagmar Heins aus Heidenau beobachtet die Auswirkungen jedes Jahr aufs Neue: „Die Umstellung auf Winter- oder Sommerzeit kann den Biorhythmus stören und zu Einschlafproblemen, Müdigkeit am Morgen sowie Konzentrationsschwierigkeiten führen. Kinder reagieren besonders sensibel auf Veränderungen ihres Schlaf-Wach-Rhythmus. In den ersten Tagen nach der Umstellung zeigen sich in der Schule oft Anzeichen wie Müdigkeit, verminderte Aufmerksamkeit oder ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Vor allem jüngere Schülerinnen und Schüler benötigen etwas länger, um sich an den veränderten Tagesablauf zu gewöhnen.“
Eltern können ihre Kinder schon im Vorfeld unterstützen:

– Einige Tage vor der Zeitumstellung Schlafens- und Weckzeiten täglich um etwa zehn bis fünfzehn Minuten verschieben.
– Regelmäßige Abläufe beim Abendessen, Zubettgehen und Aufstehen beibehalten – das gibt Sicherheit.
– Auf Bildschirme vor dem Schlafengehen verzichten: „Blaulicht von Tablets oder Smartphones kann das Einschlafen zusätzlich erschweren.“
– Und vor allem: Verständnis zeigen. „Ein ruhiger, geduldiger Umgang hilft, die Phase gut zu überstehen“, so Heins.

Fast wie ein Mini-Jetlag

Fachleute vergleichen die Zeitumstellung häufig mit einem Mini-Jetlag: Die innere Uhr gerät kurzzeitig aus dem Takt, pendelt sich aber nach einigen Tagen wieder ein. Medizinerinnen und Mediziner erklären das damit, dass unser Schlaf-Wach-Rhythmus stark vom Tageslicht gesteuert wird – wenn sich die Uhr verschiebt, braucht der Körper etwas Zeit, um sich neu einzupendeln.

Auch Tiere müssen sich umgewöhnen

 Viele Hunde fordern ihr Futter oder den Spaziergang zur gewohnten Zeit – nur dass es jetzt eben noch dunkel ist. Von einer erfahrenen Tierarzthelferin erfahre ich: „Für Katzen und Hunde ist das eigentlich gar kein Thema – bis auf ein paar Ausnahmen. Einfach alles ein bisschen rauszögern, dann passt das. Pferde dagegen sind – was Routinen betrifft – echte Monks“. Das bestätigt Bianca Lüecke, Pferde-Osteopathin aus Lehrte. „In dieser Phase passiert im Körper ohnehin viel – der Fellwechsel, die Umstellung von Wiese auf Heu, die Temperaturregulation. Das belastet den Stoffwechsel, und dann kommt noch die Zeitumstellung dazu. Pferde reagieren auf solche Veränderungen sensibler, teilweise sogar mit Magenproblemen.“ Sie empfiehlt, Fütterungs- und Bewegungszeiten schrittweise anzupassen.

Und wenn sich Körper, Kinder und Tiere nach ein paar Tagen wieder eingependelt haben, merkt man: Auch die Zeitumstellung geht vorüber – wie ein kurzer Zwischenstopp zwischen zwei Jahreszeiten.

Redakteur:

Tina Lüecke aus Buchholz

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