Handball-Luchse
Saison voller Entwicklung, Zusammenhalt und Erfahrungen
- Einsatz bis zur letzten Sekunde bei den Luchsen im letzten Heimspiel
- Foto: Luchse
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Mit 19:41 Punkten nach 30 Spielen und dem 12. Tabellenplatz haben die Handball-Luchse die Saison 2025/2026 in der 2. ALSCO Handball Bundesliga Frauen abgeschlossen. Ein Ergebnis, das sicherlich nicht den eigenen Ansprüchen entspricht, mit dem die Verantwortlichen nach einem großen Umbruch jedoch zufrieden sein können.
Die Nordheiderinnen gingen mit vielen neuen Gesichtern und einem der jüngsten Kader der Liga in die Spielzeit. Zahlreiche erfahrene Spielerinnen hatten den Verein verlassen, gleichzeitig erhielten junge Talente die Chance, sich auf Bundesliganiveau zu beweisen.
Schwieriger Start in die Saison
Bereits vor Saisonbeginn war Trainer Dubravko Prelcec bewusst, dass seine Mannschaft vor einer anspruchsvollen Spielzeit stehen würde: „Wir sind sehr selbstkritisch. Unsere Vorbereitung war nicht optimal. Uns haben wichtige Testspiele gefehlt, um Abläufe einzustudieren und Automatismen zu entwickeln. Dazu kam, dass viele Spielerinnen neu im Team waren und sich zunächst an das Niveau der 2. Bundesliga gewöhnen mussten.“
Auch der Spielplan meinte es zunächst nicht gut mit den Luchsen. Mit dem TuS Lintfort, Rostock, Freiburg und Waiblingen warteten direkte Gegner, gegen die man sich durchaus Chancen auf wichtige Punkte ausgerechnet hatte.
Geschäftsführer Sven Dubau erinnert sich:
„Wir wussten, dass die ersten Wochen eine Standortbestimmung werden würden. Gleichzeitig waren das Mannschaften, gegen die wir punkten wollten. Leider haben wir viele dieser Spiele knapp verloren und mussten erst einmal lernen, wie klein die Unterschiede in dieser Liga sind.“
So standen nach mehreren engen Niederlagen zunächst lediglich ein 24:24-Unentschieden gegen Freiburg und viele wertvolle, aber schmerzhafte Erfahrungen auf dem Konto.
Der erste Befreiungsschlag
Anfang November folgte schließlich der erste große Erfolg. Im Heimspiel gegen den HSV Solingen-Gräfrath musste Trainer Prelcec auf beide etatmäßigen Kreisläuferinnen verzichten.
Kurzerhand stellte er das Angriffsspiel um und agierte über weite Strecken mit vier Rückraumspielerinnen gleichzeitig.
Eine Maßnahme, die aufging.
Die Gäste fanden kaum Lösungen gegen die ungewohnte Spielweise der Luchse, die sich am Ende mit einem knappen 32:31-Heimsieg belohnten und die ersten beiden Punkte der Saison einfuhren.
„Wir mussten kreativ werden und haben etwas ausprobiert. Dass es direkt so gut funktioniert hat, war natürlich ein schöner Moment für die Mannschaft“, so Prelcec.
Wintersturm und personelle Veränderungen
Doch die erhoffte Wende blieb zunächst aus. Verletzungen, Ausfälle und die fehlende Erfahrung sorgten weiterhin für schwierige Wochen. Zusätzlich verließ die Niederländerin Minke van Katwijk die Luchse bereits im Dezember vorzeitig.
Auch das neue Jahr begann ungewöhnlich. Das richtungsweisende Auswärtsspiel bei der SG 09 Kirchhof musste aufgrund des Wintersturms abgesagt werden. Der Bus konnte den Betriebshof nicht verlassen und die Partie wurde verschoben. Trotz der schwierigen Situation arbeiteten die Verantwortlichen weiter an Lösungen.
Mit Eike Hannemann vom Frankfurter HC und Emma Niemann vom TV Hannover-Badenstedt verstärkten zwei junge Talente per Doppelspielrecht den Kader der Nordheiderinnen.
Die Mannschaft wächst zusammen
Nach einer schwierigen Hinrunde mit lediglich drei Punkten wurde im Laufe der Saison immer deutlicher, dass die Mannschaft große Entwicklungsschritte machte. „Je länger die Saison dauerte, desto mehr Vertrauen haben wir in unsere Abläufe bekommen. Die Spielerinnen haben sich unglaublich entwickelt und immer mehr Verantwortung übernommen“, erklärt Prelcec.
Der Befreiungsschlag folgte Anfang Februar. Ausgerechnet beim TuS Lintfort gelang mit einem 28:26-Auswärtssieg der erste Erfolg des Jahres. Von da an präsentierten sich die Luchse deutlich stabiler. Die Abwehr gewann an Sicherheit, das Tempospiel funktionierte besser und die Mannschaft belohnte sich zunehmend für ihre Leistungen.
Lin Lück wird zum Trumpf
Besondere Bedeutung hatte das Nachholspiel gegen Kirchhof. Kurz vor der Partie musste Emma Niemann aufgrund einer Nachnominierung zur Jugendnationalmannschaft abreisen. „Das war natürlich eine schwierige Situation für uns, weil Emma zuletzt eine wichtige Rolle gespielt hatte“, berichtet Sven Dubau.
Doch die Luchse hatten noch ein Ass im Ärmel. Kurz vor Ende der Transferperiode hatte sich der Verein gemeinsam mit dem Kooperationspartner Buxtehuder SV das Doppelspielrecht von Lin Lück gesichert.
„Peter Prior und ich stehen regelmäßig im Austausch. Wir schauen immer, wie wir uns gegenseitig unterstützen können. Bei Lin hatten wir sofort das Gefühl, dass sie uns helfen kann.“ Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte. Lück überzeugte auf Anhieb und war eine der entscheidenden Spielerinnen beim 32:31-Erfolg gegen Kirchhof.
Planungssicherheit im Mai
Im Mai zeichnete sich schließlich ab, dass es aufgrund der Lizenzsituation in den Bundesligen keine sportlichen Absteiger geben würde. Für die Luchse bedeutete dies frühzeitige Planungssicherheit. „Auf der einen Seite war das natürlich eine Erleichterung. Auf der anderen Seite bestand unsere Aufgabe darin, die Spannung hochzuhalten und die Saison professionell zu Ende zu spielen“, erklärt Dubravko Prelcec. Genau das gelang den Nordheiderinnen. Trotz der veränderten Ausgangslage blieb die Mannschaft fokussiert, arbeitete weiter intensiv und nutzte die verbleibenden Wochen, um sich als Team weiterzuentwickeln.
Ein ordentliches Ergebnis nach großem Umbruch
Mit 19:41 Punkten und Platz zwölf beendeten die Handball-Luchse die Saison schließlich im gesicherten Mittelfeld der unteren Tabellenhälfte. Geschäftsführer Sven Dubau zieht ein ehrliches Fazit: „Wir sind am Ende mit der Saison nicht glücklich, aber zufrieden. Es lief nicht alles rund. Wir haben Fehler gemacht und mussten Rückschläge verkraften. Gleichzeitig wussten wir aber auch, dass uns mit diesem jungen Kader und den vielen neuen Gesichtern eine schwierige Saison bevorstehen würde. Die Mannschaft musste zusammenwachsen, Erfahrungen sammeln und lernen, mit Druck umzugehen. Genau das hat sie getan.“
Blick nach vorne
Auch zur kommenden Saison wird es erneut einige personelle Veränderungen im Kader der Nordheiderinnen geben. Mehrere Spielerinnen werden den Verein verlassen, gleichzeitig konnten die Verantwortlichen bereits früh wichtige Weichen für die Zukunft stellen. Geschäftsführer Sven Dubau ordnet die Situation mit Blick auf die kommende Spielzeit realistisch ein:
„Wir stehen erneut vor einem Umbruch. Anders als viele andere Vereine können wir dabei nicht auf bereits etablierte Zweitliga-Spielerinnen zurückgreifen. Umso wichtiger ist es, dass wir die Erfahrungen aus der vergangenen Saison mitnehmen. Die Spielzeit 2025/2026 hat uns gezeigt, welche Herausforderungen ein Neuaufbau mit sich bringt, aber auch, wie eine Mannschaft daran wachsen kann. Unser Ziel ist es, mit dem neuen Kader schneller Fuß zu fassen als in der abgelaufenen Saison. Dafür haben wir Spielerinnen verpflichtet, die sportlich und menschlich hervorragend zu den Luchsen passen und gemeinsam den nächsten Entwicklungsschritt gehen wollen.“
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