"Erwartung und Wirklichkeit passen oft nicht zusammen"

Bei der Ausbildung stimmen im besten Fall die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten, die Arbeitszeiten und die Bezahlung
2Bilder
  • Bei der Ausbildung stimmen im besten Fall die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten, die Arbeitszeiten und die Bezahlung
  • Foto: AutoReporter/VW
  • hochgeladen von Oliver Sander
Panorama

Corona-Geschehen im Landkreis Harburg
Zwei weitere Tote im Seniorenheim

(os). Der Landkreis Harburg meldete am Montag, 19. Oktober, zwei weitere Corona-Tote. Sie waren Bewohner des Seniorenheims "Haus an den Moorlanden" in Neu Wulmstorf, in dem sich Ende September zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten (das WOCHENBLATT berichtete). Damit wurden im Zusammenhang mit dem COVID-19-Ausbruch in dem Seniorenheim bislang zehn Todesfälle gemeldet. Insgesamt wurden dem Landkreis Harburg am Montag exakt 1.000 bestätigte Corona-Fälle...

Alarmierende Zahlen: Mehr als 25 Prozent der Auszubildenden brechen ihre Ausbildung ab

(os/tk). So viele Auszubildende wie seit Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr in Deutschland haben ihre Ausbildung abgebrochen. Das geht aus dem Entwurf des Berufsbildungsberichts des Bundesbildungsministeriums hervor. Demnach wurden im Jahr 2016 rund 146.000 Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst, womit der Anteil der abgebrochenen Ausbildungen bei 25,8 Prozent liegt. Als Gründe werden eine schlechte Zusammenarbeit mit Vorgesetzten, ungünstige Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung und falsche Berufsvorstellungen genannt. Am höchsten ist die Abbrecherquote bei Fachkräften für Schutz und Sicherheit (50,7 Prozent), sehr hoch ebenfalls bei Friseuren (49,6 Prozent) und Köchen (48,6 Prozent).
"Aus eigener Erfahrung können wir die Zahlen aus dem Berufsbildungsbericht des Bundes bestätigen", erklärt Andreas Baier, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft im Landkreis Harburg. Größtes Problem sei die mangelnde Vorbereitung vieler Auszubildender: "Häufig passen die Erwartung und die Wirklichkeit der Ausbildung nicht zusammen", betont Baier. Es komme immer wieder vor, dass es den Auszbildenden im Betrieb zu laut oder zu schmutzig sei. Das müsse nicht sein, so Baier. Er rät angehenden Lehrlingen, Praktika zu absolvieren: "Das praktische Kennenlernen ist immer der beste Weg herauszufinden, ob der Beruf und der Betrieb zu einem passen." Dafür lohne es sich, auch mal ein paar Ferientage zu opfern, betont Baier. Die Kreishandwerkerschaft biete Hilfe an: "Wir haben eine Liste mit Praktikumsplätzen und vermitteln gern."
Auch beim Thema Vergütung gebe es Bewegung, erklärt Baier. So habe zum Beispiel der Elektroverband auf Landesebene erkannt, dass er hier nachsteuern müsse, und die Vergütung der Auszubildenden von sich aus auf das höhere Niveau des Zentralverbandes Sanitär, Heizung und Klima angehoben.
"Die Abbruchzahlen machen einmal mehr deutlich, wie wichtig eine bessere Berufsorientierung ist, auch an Gymnasien", erklärt Volker Linde, Leiter des Bereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Ein weiterer Schritt sei, die Qualität der Ausbildung zu verbessern. Dazu nutze man die Ergebnisse einer landesweiten Befragung von rund 4.400 Auszubildenden aus dem Jahr 2017. Demnach ist jungen Menschen bei ihrer Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz vor allem auf die Aussicht auf Übernahme (45 Prozent) und das Image des Ausbildungsbetriebs (40 Prozent) wichtig. Bei der Berufswahl stehe bei den Befragten der Spaß (69 Prozent) und gute Zukunftschancen (61 Prozent) an oberster Stelle, so Volker Linde.
Im Bereich der IHK Lüneburg-Wolfsburg liegt die Abbrecherquote bei 25 Prozent, in absoluten Zahlen bei 1.050 Verträgen pro Jahr. Allerdings gehe aus Studien des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) hervor, dass 50 Prozent der angeblichen Abbrecher ihre Ausbildung tatsächlich nicht abbrechen, sondern zum Beispiel den Ausbildungsbetrieb oder -beruf wechseln. Beziehe man diese Zahlen ein, so liege die tatsächliche Abbrecherquote bei unter zehn Prozent, erklärt IHK-Sprecherin Sandra Bengsch.
Karin Fischer, stellvertretende Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung bei der IHK Stade, warnt vor pauschalen Urteilen. Die hohen Abbrecherzahlen müssten differenziert betrachtet werden. Die Zahl der Azubis steige, die einen Vertrag unterschrieben haben, die Ausbildung aber nicht anträten. Außerdem gebe es immer wieder Fälle von Mehrfachverträgen. Rekord im vergangenen Jahr: Eine junge Frau besaß vier Ausbildungsverträge. Zudem würden einige gekündigte Ausbildungsverhältnisse unmittelbar in einen neuen Vertrag in einem anderen Betrieb münden. Dennoch fließen all diese Auflösungen in die Statistik mit ein.
Richtig sei, dass in einigen Branchen eine bessere Vergütung gezahlt werden müsse. "Doch das ist nicht immer ausschlaggebend", sagt Fischer. Floristen gehörten zu den eher gering bezahlten Azubis, hätten aber eine Abbrecherquote von nur sieben Prozent. Wichtiger als Geld sei vielen Azubis Freizeit. Das habe eine Umfrage der IHK Stade 2012 gezeigt. Zeit für Freizeit und Freunde stehe bei den weichen Faktoren oben an. Das wiederum passe nicht immer zu den Anforderungen in den Betrieben - etwa in der Gastronomie und Hotelerie.
Der deutschlandweiten Debatte um die hohe Abbrecherquote bei Auszubildenden fügt Karin Fischer eine andere Zahl hinzu: Rund 30 Prozent aller Bachelorstudenten würden ihr Studium ebenfalls an den Nagel hängen, weil es ihnen nicht passt. Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, dann hatten wir quasi überhaupt keine Berufsorientierung. Internet gab es damals nicht, ein einziges Mal kam eine Dame vom Arbeitsamt, die von den meisten Berufen, für die wir uns interessierten, überhaupt keine Ahnung hatte. Ihre Ausbildung oder ihr Studium haben trotzdem nur die wenigsten meiner Mitschüler abgebrochen.



Auf ein Wort

So viele Möglichkeiten wie noch nie

Ich bin der Meinung, dass Berufsorientierung mit den Informationsmöglichkeiten im Internet sehr gut möglich ist. Den Azubis von heute stehen so viele Quellen wie noch nie zur Verfügung, auch Berufsorientierungstage an Schulen und Ausbildungsmessen werden zuhauf organisiert. Schüler sollten diese Möglichkeiten nutzen, was bedeutet, einfach ein paar Wochen auf Youtube, Snapchat & Co. zu verzichten und zielgerichtet nach einem passenden Ausbildungsplatz zu suchen. Wenn sich dann noch die Eltern mehr für die Zukunft ihres Kindes interessieren, wäre es doch gelacht, wenn man die Abbrecherquote bei Azubis nicht deutlich senken könnte.
Oliver Sander

Bei der Ausbildung stimmen im besten Fall die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten, die Arbeitszeiten und die Bezahlung
Volker Linde
Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

Panorama
Auch in Straßennähe sind Wölfe unterwegs - oft mit fatalen Folgen

Weil verbindliche Regelungen fehlen
Angefahrener Wolf wurde erst nach Stunden erlöst

ce. Landkreis. "Es müssen endlich klare Anweisungen her, wie mit Wölfen - vor allem, wenn sie verwundet sind - umzugehen ist! Sonst bleibt das Tierwohl auf der Strecke." Das fordert Horst Günter Jagau, Vorsitzender der Jägerschaft Landkreis Harburg (JLH), nach dem jüngsten Vorfall mit einem Wolf in der Region. Am Wochenende war Autofahrern an der Landstraße zwischen Toppenstedt und Garlstorf (Landkreis Harburg) ein Tier aufgefallen, das sich apathisch, weil offensichtlich schwer verletzt, am...

Service

Infektions-Zahlen in einer Woche verdoppelt
Landkreis Stade: Der höchste Wert an aktuell Corona-Infizierten seit einem halben Jahr

jd. Stade. Der Landkreis Stade meldet am Dienstagmorgen 30 aktuell mit dem Coronavirus infizierte Personen. Das ist eine Verdoppelung im Vergleich zur Vorwoche und der höchste Wert seit einem halben Jahr. So viel Fälle gab es zuletzt am 15. April, also mitten in der ersten Corona-Welle. Damit ist aber noch längst nicht der Höchststand seit Beginn der Pandemie erreicht: Der war am 28. März mit damals 76 aktuellen Fällen. Entsprechend hat sich auch die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Stade...

Panorama

Corona-Geschehen im Landkreis Harburg
Zwei weitere Tote im Seniorenheim

(os). Der Landkreis Harburg meldete am Montag, 19. Oktober, zwei weitere Corona-Tote. Sie waren Bewohner des Seniorenheims "Haus an den Moorlanden" in Neu Wulmstorf, in dem sich Ende September zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten (das WOCHENBLATT berichtete). Damit wurden im Zusammenhang mit dem COVID-19-Ausbruch in dem Seniorenheim bislang zehn Todesfälle gemeldet. Insgesamt wurden dem Landkreis Harburg am Montag exakt 1.000 bestätigte Corona-Fälle...

Panorama
Einer krebskranken Frau aus Winsen wurde mit dem Trip an die Elbe ein Herzenswunsch erfüllt 
Fotos: Malteser
2 Bilder

Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser Buxtehude
Als letzter Wunsch noch einmal an die Elbe

tk. Buxtehude. Das neue Fahrzeug der Malteser aus Buxtehude sieht wie ein ganz normaler Rettungswagen aus - Blaulicht inklusive. Es ist aber sehr viel mehr: nämlich ein Herzenswunsch-Krankenwagen. Die Malteser in der Estestadt beteiligen sich damit künftig an einem bundesweiten Projekt der Ehrenamtlichen: Sie erfüllen letzte Wünsche von Menschen, die sehr bald sterben werden. Seit dreieinhalb Jahren erfüllen die Malteser in Niedersachsen die Wünsche von Todkranken. Ein Sterbenskranker wollte...

Wirtschaft
Freude bei der Fahrzeugübergabe (v.li.): Olaf Langer (Kuhn+Witte), Ole Bernatzki (Inhaber AHD), Oliver Bohn (Geschäftsführer Kuhn+Witte) und Lescek Malski (AHD)

Ein Unternehmen steht unter Strom
Der Ambulante Hauspflege Dienst (AHD) erweitert seine E-Auto-Flotte

"Ein tolles Fahrzeug. Der VW ID.3 fährt sich ausgezeichnet. Es war eine gute Entscheidung, diese beiden E-Fahrzeuge zu unserer Fahrzeugflotte hinzuzufügen", sagte Ole Bernatzki, Inhaber des Jesteburger Hauspflege Dienstes (AHD). Oliver Bohn (Geschäftsführer des Autohauses Kuhn+Witte) und Verkaufsberater Olaf Lange übergaben die beiden neuen E-Fahrzeuge am AHD-Firmensitz in Jesteburg. Der AHD verfügt bereits über vier VW E-Golf, die problemlos den Alltag im Pflegedienst absolvieren. "Unsere...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen