Hitze, Dürre, Ernteausfälle
Es wird heißer in Deutschland ...
- Der Süden Europas leidet bereits unter den hohen Temperaturen
- Foto: Eye4dtail
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Europa ist der Kontinent, der sich am stärksten erwärmt. Die Anzahl der Hitzetage nimmt zu: Im Juni dieses Jahres lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland bei 18,5 °C und damit um 1,7 °C höher als im Vergleichsmonat 2024. Hinzu kommen stark schwankende Wetterbedingungen und Niederschläge: Während an manchen Orten intensive Regenfälle auftreten, leiden andere Regionen unter der Dürre. Beides führt zu erheblichen Ernteeinbußen und beeinträchtigt die Lebensmittelherstellung sowie die Lieferketten der Lebensmittelindustrie. Die Präzisionslandwirtschaft nutzt mittlerweile digitale Technologien und Datenanalysen, um die landwirtschaftliche Produktion effizienter, präziser und nachhaltiger zu gestalten. In gleichem Maße können moderne Technologien auch die Effizienz bei der Lebensmittelherstellung steigern, Ressourcen schonen sowie die Resilienz der Lieferketten verbessern.
Ein Experte informiert:
„Winzer berichten, dass sich der Geschmack des Weins aufgrund steigender Temperaturen verändert. Die Kaffeeernte fiel in Brasilien zuletzt sehr schlecht aus, was zu starken Preiserhöhungen führte. Die gleiche Entwicklung ist für den Rohstoff Kakao zu beobachten. Diese Beispiele stehen für eine bislang nie dagewesene Volatilität der Lebensmittelversorgung mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Für die Branche ist eine konsistente und planbare Produktion deshalb zu einer großen Herausforderung geworden. Betroffen sind davon vor allem Betriebe, die frische Produkte verarbeiten. Es macht einen Unterschied, ob empfindliches Obst bei 35 Grad Celsius oder 20 Grad Celsius gepflückt und schnellstmöglich verarbeitet werden muss. Die deutsche Lebensmittelindustrie, stark geprägt von mittelständischen und kleineren Betrieben, hat unter diesen Voraussetzungen erhebliche Schwierigkeiten, eine konsistente Produktion aufrechtzuerhalten, geschweige denn, zu gewährleisten, denn Qualität, Quantität und Haltbarkeit der Erzeugnisse schwanken stark unter den neuen Klimabedingungen.
KI-basierte Tools rücken mit ihrer wichtigen Rolle für Prognosen und Planung in den Fokus. Laut Bitkom beschäftigen sich fast die Hälfte (47 Prozent) der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland derzeit mit den Einsatzmöglichkeiten von KI. Auf der Basis von historischen Daten, Anbaumethoden, Bodenbedingungen und Wetterprognosen können präzise Ernteprognosen getroffen werden. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) berichtet von einer bis zu 92prozentigen Deckungsgleichheit von Prognose und tatsächlichem Ertrag unter bestimmten Bedingungen.
Auswirkungen des Klimawandels
Die Auswirkungen des Klimawandels haben zweifelsohne die Preise erreicht. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat 2024 geschätzt, dass der Hitzesommer 2022 die Lebensmittelinflation in Europa um etwa 0,6 Prozentpunkte erhöht hat. Manche Produkte wie Oliven oder Kaffee könnten gar zum Luxusgut werden, wenn die Lebensmittelbranche nicht anpassungsfähiger und resilienter wird.
In erster Linie werden Effizienzsteigerungen sowohl den Lebensmittel- und Getränkeherstellern als auch den Endverbrauchern zugutekommen. Dabei ist die Technologie ist ein wichtiger Wegbereiter. Lebensmittel- und Getränkehersteller müssen verstärkt herausfinden, wie ihnen digitale Technologien helfen können, die neue Normalität der wechselhaften und unbeständigen Wetterbedingungen zu meistern und wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
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