Preisprognosen auf Talfahrt
Landwirte im Kreis Harburg erwarten überdurchschnittliche Erträge bei Sommerernte
- Auf dem Hof Kurz in Trelde, wo als "Exot" auch Knoblauch angebaut wird (v. li.): Landwirtschaftskammer-Berater Cord Persiehl-Schultz, Kreislandwirt Martin Peters, die Landwirte Leon und Detlef Kurz sowie Landvolkvorsitzender Wilhelm Neven
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"Wir erwarten überdurchschnittliche Erträge. Gleichzeitig bewegen sich die Preisprognosen auf Talfahrt": So fasste Cord Persiehl-Schultz, Wirtschaftsberater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, jetzt bei einem Pressetermin auf dem Hof Kurz in Trelde die Aussichten der Landwirte im Landkreis Harburg für die Sommerernte zusammen. Mit dabei waren Kreislandwirt Martin Peters, Landvolkvorsitzender Wilhelm Neven sowie Detlef Kurz und Sohn Leon, die den Hof betreiben.
"Das Wirtschaftsjahr 2025/26 brachte einen guten Vegetationsverlauf mit sich", erklärte Cord Persiehl-Schultz. Nach einem witterungstechnisch normalen Herbst seien die Wintersaaten über den Jahreswechsel hinweg durchweg gut verlaufen. Auch den frostigen Januar sowie die Wechselfröste im Februar und März hätten die Bestände gut überstanden. "Vor schadhafter Kälte geschützt wurden sie durch die Schneedecke, die hier wie ein wärmender Mantel wirkte." Die Pflanzen hätten ein gutes Wurzelwerk entwickelt und ihren Wasserbedarf - insbesondere im trockeneren Frühjahr - aus den tieferen Bodenschichten gedeckt. In den wichtigen Hauptvegetationsmonaten Mai und Juni habe der Regen die Pflanzen wachsen lassen. "Durch diesen Vegetationsverlauf erwarten wir bei Raps und Getreide für den Landkreis gute Erträge, wobei es regionale Unterschiede geben wird", räumte Persiehl-Schultz ein.
Im Landkreis Harburg bewirtschaften derzeit rund 400 Vollerwerbs- und 450 Nebenerwerbs-Landwirte insgesamt etwa 54.000 Hektar Nutzfläche. Diese besteht zu etwa zwei Dritteln aus Ackerland (36.500) und einem Drittel aus Grünland (17.500). Auf dem Acker sind es im langjährigen Mittel gut 15.000 Hektar Getreide, 10.000 Hektar Mais und 1.500 Hektar Raps. Hinzu kommen 1.000 Hektar Zuckerrüben, 3.000 Hektar Kartoffeln und 4.500 Hektar Sonderkulturen (Weihnachtsbäume, Gemüse, Obst usw.). Die Restfläche von 1.500 Hektar besteht aus Brache- und Blühflächen.
Die Hochrechnungen des Landesamts für Statistik Niedersachsen prognostizieren für dieses Erntejahr bei Kartoffeln und Zuckerrüben eine rückläufige Anbauentwicklung und für Raps eine deutliche Anbauausweitung. Bei Getreide gibt es innerhalb der Arten Verschiebungen.
Die aktuellen Preisangaben je Tonne (1.000 Kilogramm) bewegen sich bei Getreide zwischen 130 und 196 Euro (Vorjahr: 150 bis 230 Euro je Tonne). Bei Raps liege der Preis bei 498 Euro, während des 2025 noch 472 Euro gewesen seien. "Der Dünger ist derzeit fast 50 Prozent teurer als im vergangenen Herbst. Wir sind einer Kostenspirale ausgesetzt", gab Wilhelm Neven zu bedenken. "Global gesehen ist an den Weltmärkten aktuell keine Knappheit in Sicht, deshalb haben die Erträge in unserer Region wohl kaum Auswirkungen auf die Preisentwicklung", so das Fazit von laut Cord Persiehl-Schultz.
Die Gastgeber des Pressetermins, Detlef und Leon Kurz, bewirtschaften mit ihrem Ackerbaubetrieb rund 500 Hektar, wovon der Großteil Kartoffeln und Gemüse sind, aber - als ein "Exot" - auch zehn Hektar Knoblauch. "Wir ernten drei bis fünf Tonnen Knoblauch pro Hektar und verkaufen die Gewürzpflanze dann unter anderem auf dem Großmarkt in Hamburg und an namhafte Einzelhändler", verriet Leon Kurz.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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