Schwierigkeiten in der Lehrzeit?
Professionelle Hilfe für Jugendliche
- Marita von VerAplus berät einen Auszubildenden
- Foto: VerAplus
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Viele Auszubildende starten ihre Ausbildung mit großer Freude und sind dann ganz enttäuscht, wenn es im Betrieb oder der Berufsschule nicht so läuft wie erwartet. 25 Prozent der Auszubildenden brechen im Durchschnitt ab und viele von ihnen landen in Aushilfsjobs. Oft eine Katastrophe für die jungen Menschen und ihre berufliche Zukunft. Der Verein VerAplus hilft mit ehrenamtlichen Profis im Ruhestand, solche persönlichen Schicksale zu verhindern.
Azubis, die ein Problem im Betrieb, in der Schule oder im Privaten haben, können sich bei VerAplus melden. Der Verein sucht innerhalb von zwei Wochen einen passenden Mentor, der den Azubi dabei unterstützt, die Probleme in den Griff zu bekommen. Dies ist für Auszubildende komplett kostenlos.
Eine gute Beratung
Auf diesem Weg haben sich auch David Arenallo und Marita Erhardt-Albrecht kennengelernt. „Das war mein großes Glück“, sagt der junge Mann aus Venezuela. Er hat seine Ausbildung zur Pflegefachkraft inzwischen erfolgreich abgeschlossen und arbeitet seit Anfang Juli in diesem Beruf. „Marita und ich haben uns auf Anhieb gut verstanden“, sagt Arenallo, Die Senior-Expertin habe einen ansteckenden Optimismus und ihm immer das Gefühl gegeben, "gemeinsam schaffen wir das". Auch die 71-Jährige hat durch den Kontakt mit ihrem Schützling viel gelernt. Die Physiotherapeutin findet die Arbeit mit jungen Menschen enorm inspirierend. „Wer bei VerAplus andockt, zeigt Eigeninitiative und großes Engagement“, sagt sie, „und David sprüht nur so vor Energie, das tut einfach gut."
Erfahrung geht nicht in Rente
Sie ist überzeugt: „Erfahrung geht nicht in Rente." Die Hälfte der Azubis, die sich bei VerAplus melden, kommt laut Michael Gehrke aus dem Ausland. Michael Gehrke arbeitet als ehrenamtlicher Leiter von VerAplus im Landkreis Harburg. „Viele der Azubis quälen sich mit der deutschen Sprache allgemein und besonders natürlich mit den Fachbegriffen“, sagt der Experte. Die Unterstützung geht meist über das Schließen von Lernlücken hinaus. „Wir helfen auch bei Problemen im Ausbildungsbetrieb, im Umgang mit Behörden oder bei der Organisation der Freizeit, um Raum zum Lernen zu schaffen.“ Am liebsten trifft sich die 71-Jährige persönlich mit ihren Schützlingen, um Vertrauen aufzubauen und zu festigen. Aber auch Lern-Sessions per Video sind möglich.
„Bei Marita gab es immer Tee und Kekse, da macht das Lernen von Krankheitsbildern gleich viel mehr Spaß“, sagt David schmunzelnd. Die beiden treffen sich weiterhin regelmäßig, gehen z.B. gemeinsam essen und klönen über alles Mögliche. Natürlich mündet die Unterstützung nicht immer in eine generationsübergreifende Freundschaft, doch eines ist garantiert: Beide Seiten profitieren.
Kontakt im Landkreis: Michael Gehrke, jm.gehrke@magenta.de, WhatsApp 0176-3836 8435
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