Kritik am Start der iPad-Klassen an der Halepaghenschule
"Das war wie eine Kaffeefahrt"

Müssen es iPads sein, fragt sich eine Mutter Foto: tk
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tk. Buxtehude. "Da es erwartungsgemäß immer viele Unklarheiten bei diesem Thema gibt, empfiehlt sich eine Teilnahme an dem Elternabend sehr", hat Bettina Fees-McCue, Leiterin der Buxtehuder Halepaghenschule (HPS), an alle Eltern der siebten bis neunten Klassen geschrieben. Eine Einschätzung, die ins Schwarze traf. Es ging um den Start der iPad-Klassen zu Beginn des neuen Schuljahres. Eine Mutter*, die sich anschließend an das WOCHENBLATT gewendet hat, schildert diesen Abend so: "Das fühlte sich so an wie eine Verkaufsveranstaltung auf einer Kaffeefahrt." Auch andere Eltern hätten vehement Kritik geübt. Zu wenige Infos im Vorfeld, keine Alternativen zu dem einzigen Angebot und obendrein noch Unklarheiten, ob die technische Umsetzung, sprich WLAN, funktioniere. Oberstudiendirektorin Fees-McCue äußert auf WOCHENBLATT-Nachfrage Unverständnis, dass über eine schulinterne Veranstaltung in der Presse berichtet werden solle und betont: "Wir haben eine Einigung gefunden."

Nach einer Erprobungsphase in der neunten Klasse sollten ab August alle Klassen von sieben bis neun mit iPads ausgestattet werden. Die Mutter kritisiert, dass nur ein einziger Anbieter präsentiert wurde. Die Geräte hätten entweder gekauft, geleast oder gemietet werden können. Zusätzlich sollte es ein Versicherungspaket geben. Die Kosten fürs iPad sollten nach Angaben der Mutter von 15 Euro Monatsmiete über 430 Euro Leasingzahlung bis hin zu 480 Euro für den Kauf betragen. Für das Versicherungspaket wären noch einmal 75 bis 100 Euro fällig gewesen. Die Selbstbeteiligung bei jedem Schadensfall hätte bei 75 bis 150 Euro gelegen. "Im Internet finde ich auf Anhieb günstigere Angebote", so die WOCHENBLATT-Leserin.

"Ein absolut sinnvolles Projekt", sagt die Buxtehuderin über Unterricht am Minirechner. Doch müsse es ein Apple-Produkt sein? Für den notwendigen iPen werden übrigens noch einmal 90 Euro fällig. Sie ist der Meinung, dass es mehrere Angebote für die Geräte hätte geben müssen. Und: Derzeit sei nach ihren Angaben auch nicht endgültig geklärt, ob die Leitungskapazitäten der Schule ausreichen und welche Apps erworben werden müssen. Nach Aussagen der Mutter könne es durchaus sein, dass sowohl die Apps gekauft als auch die Schulbücher über die kostenpflichtige Ausleihe vorhanden sein müssen. Zudem sei es auf dem Infoabend unnötig zu Zeitdruck gekommen. "Die Verträge mussten bis zum 13. Juni unterschrieben abgegeben werden", kritisiert sie.

Im Vorfeld hätte es deutlich mehr Informationen geben müssen, so die Betroffene. Das weist Schulleiterin Fees-McCue zurück. Die Elterngremien der Schule hätten das Thema iPad-Klasse intensiv behandelt. Leider seien die Veranstaltungen schlecht besucht gewesen. Dass es nach dem Elternabend zu Kritik gekommen sei, könne sie zudem nicht nachvollziehen. "Wir haben eine Lösung gefunden."
Zu Beginn des neuen Schuljahres gebe es weitere Informationen für die Eltern. Und Eltern aus den neunten Klassen hätten dafür votiert, dass es schon im Sommer mit den iPads losgehe.
* Name der Redaktion bekannt

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