Erwin Hilbert stellt im Marschtorzwinger aus
"Der Stachel" ist zurück

Erwin Hilbert kehrt mit seiner Kunst in den Marschtorzwinger zurück
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tk. Buxtehude. Dieses Wiedersehen macht offenbar allen Beteiligten Freude: Der Künstler Erwin Hilbert stellt im Marschtorzwinger in Buxtehude aus. Kunst, Buxtehude und Hilbert? Da war doch was. Richtig: Der Kreative, der sein Atelier in Königsmoor bei Tostedt (Landkreis Harburg) hat, nahm im August 2017 sein Bild "Der verlorene Stachel des Igels" im Marschtorzwinger von der Wand, zog von dannen und attestierte der Jury des Buxtehuder Kunstpreises "Dilettantismus". Damals sollte kein einziges Werk den Preis erhalten und der leise geraunte Hinweis, dass die Künstler offenbar alte Bilder aus dem Keller geholt hätten, brachte Hilbert auf die Palme. Jetzt ist er wieder da, genau an dem Ort, dem er wütend den Rücken gekehrt hatte, und sagt: "Toll, wie diese Stadt sich für Kunst engagiert."

Erwin Hilbert hatte nach dem Eklat Buxtehudes Kulturchef Torsten Lange in sein Atelier eingeladen. Das Ergebnis der Gespräches über sich selbst als Künstler bringt Hilbert auf die ihm eigene Art auf den Punkt: "Der macht Kunst und ist kein Spinner." Also war die Ausstellung abgemachte Sache. "Auf den Punkt" heißt die Schau, die bis zum 19. April in dem altehrwürdigen Mittelaltergemäuer zu sehen ist. 
Vielfältig, spannend und mit Witz ist vieles, was Erwin Hilbert zeigt. Er ist auch in seiner Kunst ein durch und durch politischer Mensch. "Wollt Ihr das?" steht etwa auf einem Bild, das sich mit den Populisten von Rechts befasst. Im ersten Stock sieht sich der Betrachter wiederum mit Jesus-Bildern konfrontiert. "Ich bin ein gläubiger Mensch", sagt der Künstler. Diese Werke "zeigen meine innere Geisteswelt", erklärt er.

Was er erschafft, egal ob mit einem Betongemisch oder Fixierer auf Fotopapier, sei nicht das Ergebnis eines langen, intellektuellen Diskurses mit sich selbst. "Die Ideen kommen zu mir", sagt Hilbert. Und fügt hinzu: "Kunst ist für mich eine Herzensangelegenheit." Das stimmt bei ihm nicht nur im übertragenen, sondern im wortwörtlichen Sinn. Dem Tod sei er vor ein paar Jahren nach einer Herzmuskelentzündung gerade noch von der Schippe gesprungen, danach sei Schluss gewesen mit Alkohol und Zigaretten. "Kunst ist meine Ersatzsucht", sagt Erwin Hilbert. Passend dazu: Die Laudatio bei der Vernissage in Buxtehude hält die Herzspezialistin und Chefärztin Dr. Britta Goldmann aus Hamburg. "Sie und ihr Team haben mich damals gerettet", so Hilbert.

Neben Bildern und Skulpturen trifft der Ausstellungsbesucher auch auf Installationen, die allen Menschen, die nicht bar jeden Humors sind, zumindest ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden. Wer hat schon einmal in eine alte, abgerockte Mülltonne geguckt und sich dabei selbst ins Gesicht geblickt? Und, da schließt sich der Kreis: "Der verlorene Stachel des Igels" ist auch in den Marschtorzwinger zurückgekehrt und hängt im Erdgeschoss. "Ich werde der Stadt das Bild schenken", sagt Erwin Hilbert.

• Die Ausstellung "Auf den Punkt" wird am Samstag, 29. Ferbuar, um 15 Uhr im Marschtorzwinger (Westfleth) in Buxtehude eröffnet. Sie ist anschließend bis zum 19. April zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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