Forschung, Neugier und Gemeinschaft:
Die Halepaghen-Schule zeigt Profil

Wissenschaft zum Anfassen - Beim Tag der offenen Tür war das Forschungszentrum der Jugend forscht AG eine beliebte Anlaufstelle | Foto: Sandra Polenz
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  • Wissenschaft zum Anfassen - Beim Tag der offenen Tür war das Forschungszentrum der Jugend forscht AG eine beliebte Anlaufstelle
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sapo. Buxtehude. Ein warmer Duft von frisch gebackenen Waffeln lag in der Luft, während sich die Flure füllten: Der Tag der offenen Tür am Freitag, den 13.02.2026, an der Halepaghen-Schule Buxtehude wurde zu einem echten Publikumsmagneten. Zahlreiche interessierte Familien, Schüler und Gäste nutzten die Gelegenheit, die Schule kennenzulernen – und trafen auf eine Bildungseinrichtung, die sich nicht nur modern, sondern auch forschungsstark und zukunftsorientiert präsentierte. Besonderen Anlass zur Freude bot dabei die neue Zugehörigkeit zum Netzwerk der UNESCO.

Internationale Anerkennung für gelebte Werte
Die Aufnahme in das UNESCO-Schulnetzwerk würdigt das kontinuierliche Engagement der Schule für Bildung für nachhaltige Entwicklung, Demokratiebildung und globale Verantwortung. Diese Werte waren am Tag der offenen Tür überall spürbar: in Projektpräsentationen, im offenen Austausch zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern sowie in der Vielfalt der vorgestellten Arbeitsgemeinschaften. Die neue Zugehörigkeit unterstreicht, dass die Halepaghen-Schule Bildung nicht nur als Wissensvermittlung, sondern als gesellschaftliche Aufgabe versteht.

Neuer Trakt – neue Möglichkeiten
Ein besonderer Blickfang war der neue Trakt mit seinem modernen Forschungsbereich. Hier wurde anschaulich, wie zeitgemäße Lernräume experimentelles und selbstständiges Arbeiten fördern. Besucherinnen und Besucher konnten Labore besichtigen, Experimente verfolgen und sich von der technischen Ausstattung überzeugen. Der neue Trakt ist Herzstück einer schulischen Entwicklung, die naturwissenschaftliche Bildung gezielt stärkt – mit Erfolg, wie die Leistungen der Jugend-forscht-AG eindrucksvoll zeigen.

Jugend forscht: Preise, Projekte und Perseveranz
Die von Eva Freund und Dirk Schulze betreute Jugend-forscht-AG stand unter anderem im Fokus des Interesses. Von elf eingereichten Projekten konnten beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht sieben Preise errungen werden – eine bemerkenswerte Bilanz.

Einen dritten Platz im Bereich Geo- und Raumwissenschaften erhielt das Projekt „Wachsen Pflanzen auf Marserde?“ von Henri Schimanski. Auf Grundlage von Daten der NASA wurde Marserde nachempfunden. Da dieser Erde der organische Anteil fehlt, wurde Asche beigemischt – mit überraschendem Erfolg: Tatsächlich wuchsen Pflanzen auf dem künstlichen Substrat.

Der zweite Platz im Fachgebiet Technik ging an ein Projekt von Jon Rommersbach, das ein autonom fahrendes Boot zur Kartografierung von Böden in Binnengewässern entwickelte. Das Boot kann Tiefen bis zu 100 Meter erfassen und arbeitet vollständig autark. Während vergleichbare Messungen bislang nur mit teuren, bemannten Booten möglich sind, eröffnet diese kostengünstige Lösung neue wissenschaftliche Perspektiven.

Von Kräutern, Biologie und medizinischer Diagnostik
Im Bereich Biologie erreichte Lena Goetsch (17), Schülerin der 12. Klasse, einen dritten Platz. Im Rahmen ihrer Seminarfacharbeit untersuchte sie die antibakterielle Wirkung von Küchenkräutern. Trotz eines Rückschlags – beim ersten Versuch wuchsen Pilze statt Bakterien – bewies sie Durchhaltevermögen. Am Ende konnte sie nachweisen, dass Basilikum tatsächlich antibakterielle Eigenschaften besitzt.

Ein Sonderpreis im Bereich Medizin wurde für die Untersuchung von Low-Pass-Filtern im EKG und deren Auswirkungen auf die Diagnostik an Jördis Lange vergeben – ein Projekt mit hoher praktischer Relevanz.

Chemie, Mathematik und sportliche Statistik
Den zweiten Platz im Fach Chemie holte Artur Solo (18), Schüler der 12. Klasse, mit seiner Forschung zu den Auswirkungen von Schwermetallen auf Biolumineszenz. Trotz theoretischer Komplexität, schwieriger Teilebeschaffung und aufwendiger Codegenerierung für den 3D-Drucker stellte er sein Projekt innerhalb von nur vier Monaten erfolgreich fertig. Für seine Zukunft kann er sich ein Studium der Chemie oder Medizin gut vorstellen.

Auch im Bereich Mathematik und Informatik überzeugten die Schülerinnen und Schüler: Ein zweiter Platz ging an ein Projekt zur Untersuchung von Primärzwillingen. Die beteiligten Jugendlichen aus der 9. und 11. Klasse, Linda Iljana Walther und Julian Freund, arbeiteten laut Betreuerin Eva Freund bereits „auf Universitätsniveau“. Den ersten Platz in diesem Fachgebiet errang Jan Malte Mauel mit einer statistischen Analyse aus dem Handballsport: Untersucht wurde, ob sich das Herausnehmen des Torwarts bei Unterzahl statistisch auszahlt.

Schulpreis und ein Blick nach vorn
Als Krönung des langjährigen Engagements erhielt die Halepaghen-Schule den Schulpreis der Lisa Ruth Stiftung beim Regionalwettbewerb – die sprichwörtliche Kirsche auf der Sahnetorte für Eva Freund und Dirk Schulze. Der Tag der offenen Tür zeigte eindrucksvoll, dass die neuen Räume und das Forschungszentrum ideale Bedingungen schaffen, um auch künftig herausragende Wettbewerbsergebnisse zu erzielen.

Zwischen Insekten-AG, Experimenten und vielen Gesprächen wurde deutlich: Die Halepaghen-Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern eine lebendige Gemeinschaft. Warm, voll, neugierig – und bestens gerüstet für die Zukunft.

Redakteur:

Sandra Polenz aus Buxtehude

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