Gemeinsam ist man weniger einsam
Die Hospizgruppe Buxtehude e.V. begleitet durch die Vorweihnachtszeit

Szilvia Szabo-Balzer und Helio Meißner in liebevoller Auswahl geeigneter Bilder | Foto: Sandra Polenz
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Wer einen geliebten Menschen verloren hat oder sich im Abschiednehmen befindet, fühlt sich oft allein. Die Hospizgruppe in Buxtehude bietet Unterstützung – sensibel, respektvoll und immer mit offenem Ohr.

Helio Meißner (72), Juristin und seit neunzehn Jahren ehrenamtlich als Trauer- und Sterbebegleiterin aktiv, weiß um die besonderen Herausforderungen. Als 1. Vorsitzende des Hospizvereins rät sie Betroffenen, sich frühzeitig Gedanken insbesondere über bedeutungsvolle Tage wie Ostern oder Weihnachten zu machen: „Es kann entlastend sein, einen Plan zu entwickeln, der zu den neuen Lebensumständen passt“, sagt Meißner. Wer versuche, so zu feiern wie vorher – obwohl etwa die Partnerin oder der Partner erst kürzlich verstorben sei – setze sich oft unnötig unter Druck.

„Man darf Traditionen verändern. Und man darf es kleiner, stiller oder ganz anders gestalten“, so Meißner.

Vorbereitung: Ein wichtiger Schritt für alle Beteiligten
In ihrer langjährigen Arbeit erlebt Meißner immer wieder, dass Angehörige häufig erst sehr spät Hilfe suchen. „Viele kommen erst, wenn es brennt“, sagt sie. Dann bleibe oft wenig Zeit – weder für die notwendigen organisatorischen Schritte noch für die seelische Begleitung, die Familien in dieser belastenden Phase so dringend benötigen.

Dabei könne eine frühere Kontaktaufnahme viel Druck nehmen. Sich auf das Ende vorzubereiten, bedeute nicht, die Hoffnung aufzugeben, betont Meißner, sondern ermögliche im Gegenteil, bewusster und friedlicher miteinander umzugehen.

Drei Säulen, die tragen
Die Hospizarbeit in Buxtehude ruht auf drei zentralen Bausteinen:
1. Sterbebegleitung für Betroffene
Ehrenamtliche begleiten schwerkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase – zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Sie schenken Zeit, Nähe und Verlässlichkeit.
2. Trauerbegleitung
Nach dem Tod eines geliebten Menschen beginnt für Hinterbliebene die schwere Zeit des Abschiednehmens und des Neubeginns. Die Hospizgruppe bietet zur Unterstützung Einzelgespräche, Trauergruppen und das Trauercafé an – Orte, an denen niemand allein mit seinen Gefühlen bleiben muss.
3. Öffentlichkeitsarbeit
Tod und Sterben sind Themen, über die viele ungern sprechen. Der Verein möchte das ändern: durch Vorträge, Aktionen und Begegnungen, die Hemmschwellen abbauen und Wissen vermitteln.

Ehrenamt, das bereichert
Helio Meißner und ihre KollegInnen investieren gern ihre private Zeit für die vielfältigen Aufgaben – ehrenamtlich und mit sichtbarer Leidenschaft.

Zu den derzeit rund 20 Ehrenamtlichen gehört auch Szilvia Szabo-Balzer (54). Sie beschreibt die Hospizarbeit als „Bereicherung“ – ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Ihre Motivation entstand aus einer persönlichen Erfahrung: der Begleitung einer Freundin im Sterbeprozess.

„Ich habe damals gemerkt, wie viel Mut und Kraft in mir steckt und dass ich diese Stärke weitergeben möchte“, erzählt sie. Nach ihrer Ausbildung bei Helio Meißner, die sechs Monate dauert und zwei Praktika umfasst, begleitet sie nun selbst Menschen auf ihrem letzten Weg.

Meißner wählt sorgsam aus, wer zu wem passt. Wichtig seien gute Sprachkenntnisse, Stabilität im eigenen Umfeld und keine akuten psychischen Belastungen. Der nächste Ausbildungsgang zur Sterbebegleitung startet im Frühjahr 2026 – neue Helferinnen und Helfer sind willkommen.

Nähe, die trägt – auch am Lebensende
Viele Betroffene erzählen ihren Begleiterinnen und Begleitern aus ihrem Leben: von prägenden Momenten, geliebten Menschen, Hoffnungen und Entscheidungen. Zwischen ihnen entstehe oft eine „rührende Vertrautheit“, sagt Meißner.

„Ich nehme mich selbst nicht mehr so wichtig. Durch meine Arbeit sehe ich Menschen mit anderen, wertschätzenderen Augen.“

Ihre wichtigste Botschaft an Familien lautet daher: Sprecht miteinander. Über Wünsche, über Ängste, über das Unvermeidbare. Nur in offener Kommunikation könne sich ein gemeinsamer Weg finden, der sich gut anfühlt – für alle Beteiligten.

Ein Ort der Begleitung – in schweren wie in helleren Zeiten
Die Hospizgruppe Buxtehude schafft Räume, in denen Trauer und Abschied Platz haben dürfen: durch Trauergruppen, Einzelgespräche, das Trauercafé, Fortbildungen und die Ausbildung neuer Sterbebegleiterinnen und -begleiter.

Wer Unterstützung sucht – als Betroffene, Angehörige oder als zukünftige Helferin bzw. zukünftiger Helfer – kann sich jederzeit an die Hospizgruppe Buxtehude e.V. wenden.Weitere Informationen:

www.hospizgruppe-buxtehude.de

Szilvia Szabo-Balzer und Helio Meißner in liebevoller Auswahl geeigneter Bilder | Foto: Sandra Polenz
Heilig Meißner mit ihre "Landkarte für Befindlichkeiten" | Foto: Sandra Polenz
Kinder-Kunstausstellung in der Hospizgruppe Buxtehude | Foto: Sandra Polenz
Spenden erwünscht - in der Hospizgruppe Buxtehude e.V. | Foto: Sandra Polenz
Frohe Farben an einem Ort des Trostes bei der Hospizgruppe Buxtehude e.V. | Foto: Sandra Polenz
Die Hospizgruppe Buxtehude e.V. empfängt jeden mit einer offenen Tür | Foto: Sandra Polenz
Redakteur:

Sandra Polenz aus Buxtehude

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