Stadt gegen Spaziergänger
Buxtehude: Das Ende einer Brücke – und eines Dauerstreits
- Das überwucherte Brückengestell war lange Zeit der Auslöser eines Dauerstreits zwischen Stadt und Spaziergängern – irgendwann entschied sich die Stadt die Brücke sich selbst zu überlassen
- Foto: pau
- hochgeladen von Pauline Bellmann
Wer im Moor zwischen Melkerstieg und Rübker Straße unterwegs ist, genießt eigentlich vor allem die Ruhe und die Natur entlang der Gräben und des kleinen Harzmoorkanals. Doch mitten in dieser Idylle spielt sich seit Jahren ein kleines Kräftemessen ab – zwischen der Hansestadt Buxtehude und Spaziergängern, die den maroden Übergang über den Harzmoorkanal offenbar nicht aufgeben wollen.
Die Geschichte beginnt bereits 2022. Damals stellten Brückenprüfer fest, dass die hölzerne Fußgängerbrücke über den Wasserlauf nicht mehr verkehrssicher ist. Die Stadt reagierte und sperrte den Übergang mit Findlingen und Absperrschranken. Eigentlich ein klares Signal: Hier geht es nicht mehr weiter.
Doch genau das wollten manche Spaziergänger offenbar nicht akzeptieren. Immer wieder verschwanden Absperrungen, Warnschilder wurden missachtet und der Übergang trotz Sperrung weiter genutzt. Nach Angaben der Stadt landeten Sperrelemente sogar mehrfach im Kanal. Wer seine Runde durchs Moor drehte und nicht umkehren wollte, schuf sich offenbar immer wieder seinen eigenen Weg.
Die Stadt legte nach. Im Mai 2025 wurden nicht nur die Absperrungen erneuert, sondern auch die Holzbohlen der Brücke entfernt. Damit sollte endgültig verhindert werden, dass der marode Übergang benutzt wird. Doch auch diese Maßnahme brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die angebrachten Absperrungen landeten immer wieder im Wasser.
Die Stadt steht vor einem Dilemma: Die marode Brücke wird offenbar weiterhin benutzt, ob mit oder ohne Warnhinweis. Doch ganz ohne Hinweis könnten gerade Kinder das Gerüst zum Klettern nutzen oder Passanten die Gefahren falsch einschätzen.
Politischer Beschluss soll Dilemma beenden
Nach Jahren des Hin und Her zieht die Stadt nun einen endgültigen Schlussstrich. Im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2026 wurde beschlossen, die Brücke ersatzlos abzureißen. Nach Angaben der Verwaltung werden Holzbrücken regelmäßig auf ihre Standsicherheit überprüft. Zuletzt wurde auch die Fußgängerbrücke über die Este zwischen dem Wohnmobilstellplatz und der Festhalle in Buxtehude entfernt, da sie ebenfalls nicht mehr den Sicherheitsvorgaben entsprach. Im Fall der Brücke am Melkerstieg zog sich die Entscheidung zum Rückbau deutlich länger hin.
Mit dem Abriss endet nicht nur ein jahrelanges Hin und Her zwischen Stadt und Spaziergängern. Auch der Rundweg durchs Moor wird sich verändern – aus der bisherigen Runde wird dann endgültig eine Sackgasse.
- Seit der Anfrage vom WOCHENBLATT bei der Stadt hat sich einiges getan: Ein neuer Bauzaun wurde jetzt direkt am Brückengeländer befestigt, um die Brücke abzusperren.
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.