Eisstockschießen beim HEC Harsefeld
Eine norddeutsche Tradition taut wieder auf

Eduardo Frey, Wilhelm Goetz, Marika Goetz, Mathias Fitschen, Jutta Drögemüller-Frey, Heiko Bargsten und Peter Gspurning (v.l.n.r.) beim Training des HEC | Foto: Sandra Polenz
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  • Eduardo Frey, Wilhelm Goetz, Marika Goetz, Mathias Fitschen, Jutta Drögemüller-Frey, Heiko Bargsten und Peter Gspurning (v.l.n.r.) beim Training des HEC
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In vielen Regionen Norddeutschlands gehört das Eisstockschießen seit Generationen zum Winter wie Grünkohl und Punsch. Früher traf man sich auf zugefrorenen Seen und Kanälen, heute sind es moderne Eishallen, in denen der Sport seine kleine, aber treue Fangemeinde begeistert. Zwischen Präzision, Teamgeist und einer guten Portion norddeutscher Gelassenheit erlebt die traditionsreiche Disziplin mancherorts eine echte Renaissance – und Harsefeld spielt dabei ganz vorne mit.

Internationales Flair auf dem Harsefelder Eis
Wer die Eissporthalle in Harsefeld betritt, spürt schnell: Hier trainiert ein Team, das mehr kann, als nur ein paar Stöcke übers Eis schieben. Eduardo Frey (54), 1. Vorsitzender des Harsefelder Eissport Clubs (HEC), bringt gemeinsam mit seiner Frau Jutta Drögemüller-Frey (58) internationales Eissportflair in die Halle Harsefeld.
Der gebürtige Brasilianer stammt aus einer leidenschaftlichen Eissport-Community – ein Sport, der ursprünglich von deutschen Auswanderern nach Südamerika gebracht wurde. „In Brasilien wird oft auf Asphalt trainiert, weil Eis ortsbedingt nicht verfügbar ist, aber die Begeisterung ist riesig“, erzählt Eduardo mit einem Lächeln. Dort lernten sich auch er und Jutta kennen – und dort legten beide die Grundlage für ihre bis heute anhaltenden Karrieren auf Spitzenniveau. Eduardo spielt nach wie vor für die brasilianische Nationalmannschaft, Jutta ist ebenfalls international erfolgreich. Besonders fasziniert Eduardo die strategische Komponente des Sports: „Man überlegt im Team jeden Zug gemeinsam. Das macht den Reiz aus – es ist wie Schach auf Eis.“

Eine Sportfamilie aus Leidenschaft
Der HEC wäre nicht das, was er heute ist, ohne seine Gründungsmitglieder. Allen voran Wilhelm Goetz (77), noch immer aktiv auf dem Eis, und seine Frau Marika Goetz (74). Seit 1979 bzw. 1980 sind beide im Eisstocksport verwurzelt – und haben über Jahrzehnte hinweg die Sportkultur in Harsefeld geprägt.
Wilhelm war viele Jahre Betriebsleiter und Eismeister der Harsefelder Halle. Marika bringt es auf den Punkt: „Unsere Familie hat für das Eis gelebt.“ Nicht nur die eigenen Kinder standen mit Begeisterung auf dem Eisstockfeld – auch Jugendlichen und bedürftigen Kindern ebneten die Goetz’ den Weg in den Sport. Ein Engagement, das in Harsefeld noch immer geschätzt wird.
Zu denen, die Wilhelm in jungen Jahren für den Sport gewinnen konnte, gehören Mathias Fitschen (41) und Heiko Bargsten (41). Beide blieben dem Verein treu und sind heute feste Größen im Team.

Hart im Wettkampf, warm im Herzen
Auch wenn die Turniere „eiskalt“ wirken mögen – dahinter steckt viel Herzlichkeit. Wer die HEC-Gruppe erlebt, merkt schnell: Hier zählt Gemeinschaft genauso viel wie sportlicher Ehrgeiz. Und Frostbeulen? Keine Chance. Wer einen gut vier Kilogramm schweren Eisstock mehrfach über das Feld schiebt, vergisst die winterliche Kälte schneller, als sie gekommen ist.

Mit aktuell 20 Mitgliedern ist der Verein zwar überschaubar, doch offen für alle, die neugierig sind. Beim Training freitags von 17:15 bis 19:00 Uhr in der Eissporthalle Harsefeld kann jeder spontan vorbeischauen und den Sport ausprobieren. Neue Gesichter werden von der sympathischen Gruppe herzlich aufgenommen – und oft schnell vom Eisstockfieber gepackt.

Ein Sport, der fit hält
Wer glaubt, dass ein Durchschnittsalter um die 60 automatisch für „eine ruhige Kugel“ steht, liegt gründlich falsch. Eisstockschießen fordert Konzentration, Präzision, Ausdauerund Teamgeist – und begeistert Menschen jeden Alters.

Eine Tradition, die vielleicht etwas in Vergessenheit geraten ist, aber in Harsefeld wieder frischen Schwung bekommt. Denn hier zeigt sich: Eisstockschießen ist nicht nur Sport, sondern ein Stück gelebte Gemeinschaft.

Eduardo Frey, Wilhelm Goetz, Marika Goetz, Mathias Fitschen, Jutta Drögemüller-Frey, Heiko Bargsten und Peter Gspurning (v.l.n.r.) beim Training des HEC | Foto: Sandra Polenz
Das Ehepaar Goetz ist seit vielen Jahrzehnten dem Eisstockschießen treu und hält sich weiterhin fit  | Foto: Sandra Polenz
Heiko Bargsten holt Schwung für seinen Trainingslauf | Foto: Sandra Polenz
Begeisterte Zuschauer beim Training des HEC | Foto: Sandra Polenz
Heiko Bargsten und Mathias Fitschen sind seit ihrer Kindheit dabei | Foto: Sandra Polenz
Redakteur:

Sandra Polenz aus Buxtehude

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