Dementer Senior irrt über stark befahrene Straße und niemand hilft
Es gibt Gott sei Dank noch rettende Engel

Andere sehen weg, die beiden Postzusteller nicht: Gisela Braune (Mitte) dankt Saskia Schuster und Walter Cordes für ihre Hilfe Foto: tk
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tk. Buxtehude. Der alte Herr schlurfte vornübergebeugt und desorientiert über die stark befahrene Apenser Straße in Buxtehude. Autos umkurvten ihn, manche hupten. Dass der Senior Hilfe brauchte, kam niemandem in den Sinn. Bis Saskia Schuster und Walter Cordes kamen. Die Postzusteller hielten sofort an. "Hier stimmt etwas nicht. Dem Mann müssen wir helfen", war ihr erster Gedanke. Als er den Senior angesprochen habe, sei ihm sofort das Armband aufgefallen, sagt Walter Cordes. Dieses Armband hat der alter Herr um, weil er dement ist, aber immer mal wieder auf Wanderschaft geht. Die rettenden Engel von der Post riefen sofort die eingestanzte Telefonnummer an und erreichten Gisela Braune, die Ehefrau des Seniors. Sie ist überglücklich, dass es noch Menschen gibt, die auf andere achten. "Dass sonst niemand geholfen hat, finde ich schockierend", sagt sie.

"Eigentlich war das selbstverständlich", meint Saskia Schuster. Gemeinsam mit ihrem Kollegen stellt sie aber fest, dass Achtsamkeit anderen gegenüber offenbar eine Tugend ist, die vielen Zeitgenossen abhanden gekommen sei. Mit dem Anruf bei Gisela Braune war es nämlich nicht getan. Die musste erst über die B73 von Neu Wulmstorf nach Buxtehude fahren. "Wir haben ihren Mann in unser Auto gesetzt und ihm gut zugeredet", sagt Walter Cordes. Verständlich machen kann sich der hilfsbedürftige alte Herr nicht mehr. Sein Sprachvermögen hat er wegen der Demenz verloren. Seine Frau brachte ihn schließlich in das Seniorenheim zurück, indem ihr Mann betreut wird.
"Diese Hilfe hat mich sehr berührt", sagt Gisela Braune. Denn sie ist darauf angewiesen, dass Menschen in einer solchen Notlage helfen und nicht wegsehen. Ihr Mann könne schließlich nicht weggesperrt werden.

Walter Cordes kann nicht verstehen, dass außer ihm und seiner Kollegin niemand angehalten hat. "Man konnte doch sehen, dass dieser Mensch auf Unterstützung angewiesen ist."  Nachdenklich sagen die Helfer und Gisela Braune: "Jederzeit kann ein Mensch in Not geraten und braucht dringend Hilfe" Auch die, die einfach vorbeigefahren sind.

Autor:

Tom Kreib

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