Verkehrsversuch Bahnhofstraße Buxtehude
Neue Verkehrsführung erschwert behinderten Menschen das Parken
- Die Fahrerseite befindet sich jetzt am Bordstein: Ein Rollstuhlfahrer kommt hier nur schwer aus seinem Auto heraus
- hochgeladen von Nicola Dultz
Die neue Einbahnstraßenregelung in der Buxtehuder Bahnhofstraße bereitet dem ehemaligen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen, Jens Nübel, große Sorgen. Alle sechs Behindertenparkplätze befinden sich auf der linken Straßenseite. Daher liegt die Fahrerseite bei den parallel zur Straße angelegten Behindertenparkplätzen nun direkt am Bordstein. Rollstuhlfahrer, die selbst am Steuer sitzen, können die Tür nicht mehr weit genug öffnen, um aus ihrem Fahrzeug auszusteigen, so Nübel.
Hinzu kommt ein weiteres praktisches Problem: Autofahrer müssen nun auf der für viele ungewohnten linken Straßenseite einparken. Gerade wer in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist, könne dadurch vor zusätzliche Herausforderungen gestellt werden.
Sechs Behindertenparkplätze sind zu wenig
Die Anzahl von sechs Stellplätzen für Menschen mit Behinderung in der Bahnhofstraße hält Nübel ohnehin für nicht ausreichend. Denn gleichzeitig befinden sich in der Straße zahlreiche Arztpraxen, Physiotherapieangebote, ein Sanitäts- und ein Orthopädiefachgeschäft. Entsprechend groß sei der Bedarf an gut erreichbaren und tatsächlich barrierefrei nutzbaren Parkmöglichkeiten.
Ein Behindertenparkplatz befindet sich auf Höhe des Sanitätshauses, Hausnummer 52, zwei weitere in Höhe der Physiotherapiepraxis an der Bahnhofstraße 40. Alle drei sind parallel zur Fahrbahn angelegt und damit von der neuen Verkehrsführung besonders betroffen. Bisher kritisierte Nübel, dass Rollstuhlfahrerinnnen und -fahrer zur Straßenseite aussteigen und dann ein Stück auf der Straße fahren mussten, um einen Zugang zum Gehweg zu erreichen. Bei einem der Stellplatze vor der Physiotherapie erschwert zusätzlich sogar die Bepflanzung den Zugang. Nachdem die Straßenführung geändert wurde und die Fahrerseite jetzt am Bordstein liegt, bezweifelt Nübel, dass auf einen Rollstuhl angewiesene Menschen ihr Auto überhaupt verlassen können.
Gute Parkplätze derzeit nicht nutzbar
Deutlich besser bewertet Nübel die beiden schräg angelegten Behindertenparkplätze in Höhe der Bahnhofstraße 30. Sie seien ausreichend breit und verfügten über einen abgesenkten Bordstein. Für Nübel sind sie grundsätzlich ein gutes Beispiel dafür, wie entsprechende Stellplätze gestaltet werden können.
Doch diese beiden Parkmöglichkeiten sind gerade wegen einer Baumaßnahme gesperrt.
Stellplatz gegenüber dem Stadthaus zu klein
Auch der schräg angelegte Behindertenparkplatz vor dem Orthopädiefachgeschäf, Hausnummer 8 bis 10, gegenüber dem Stadthaus sei nicht optimal, so Nübel. Zwar wurde der Bordstein auf der Beifahrerseite abgesenkt, doch der Stellplatz sei zu klein. Die Fahrertür lasse sich nicht weit genug öffnen, um bequem mit einem Rollstuhl auszusteigen.
Zudem müsste ein Rollstuhlfahrer, der das Auto selbst fährt, auch hier auf der Straße um das eigene Fahrzeug fahren , um auf den Gehweg zu gelangen. Darin sieht Nübel eine erhöhte Unfallgefahr.
Für Nübel zeigt die aktuelle Situation, dass es bei Barrierefreiheit nicht genügt, Behindertenparkplätze lediglich auszuweisen. Sie müssten auch unter den tatsächlichen Verkehrsbedingungen sicher und ohne fremde Hilfe nutzbar sein.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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