Buxtehude Klinikmitarbeiter Louisa Prangers trainiert für Ironman auf Hawaii
- In voller Montur: Louisa Pranger im Trainingsoutfit und mit ihrem Rennrad vor dem Elbe Klinikum Buxtehude
- Foto: Elbe Kliniken, Sebastian Braeutigam
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Louisa Pranger, Mitarbeiterin des Elbe Klinikums Buxtehude, hat sich in diesem Jahr auf Anhieb für die Ironman-Weltmeisterschaft in Kailua-Kona qualifiziert. Die Elbe Kliniken unterstützen sie auf dem Weg zu ihrer bisher größten sportlichen Herausforderung.
Erst seit 2023 betreibt Louisa Pranger Ausdauersport. Nur drei Jahre später steht die Mitarbeiterin des Elbe Klinikums Buxtehude vor der bislang größten sportlichen Herausforderung ihres Lebens: Beim Ironman Hamburg belegte sie im Juni 2026 den vierten Platz in ihrer Altersklasse und qualifizierte sich damit für die Ironman-Weltmeisterschaft im hawaiianischen Kailua-Kona. Die Elbe Kliniken unterstützen ihre Mitarbeiterin bei der Teilnahme, um dieses außergewöhnliche Engagement, Teamgeist und die persönliche Entwicklung auch über den Arbeitsplatz anzuerkennen und zu fördern.
Der Start war eher spontan
Begonnen hatte alles eher spontan: Eine Freundin überredete Pranger, ohne gezielte Vorbereitung beim Buxtehuder Altstadtlauf einen Halbmarathon zu absolvieren. „Am Anfang hatte ich keine großen Erwartungen. Es ging einfach nur um den Spaß“, erinnert sie sich. Doch die erste Medaille ihres Lebens weckte ihren Ehrgeiz. Weitere Halbmarathons folgten, unter anderem auf dem Hockenheimring.
Bald entstand der Wunsch, die komplette Marathondistanz zu bewältigen. Gemeinsam mit einer Gruppe von Freundinnen reiste Pranger dafür nach Frankreich und erreichte nach 4:26 Stunden das Ziel. „Danach habe ich gemerkt, dass noch mehr möglich ist“, erzählt sie. Sie tauschte ihre zehn Jahre alten Laufschuhe gegen moderne Carbonschuhe und steigerte ihre persönliche Marathonbestzeit schließlich auf beachtliche 3:41 Stunden.
Von Buxtehude auf die sportliche Weltbühne
Doch immer nur schneller zu laufen, wurde Pranger irgendwann zu eintönig. Eine neue Herausforderung musste her: der Ironman. Als sie sich für Hamburg anmeldete, konnte sie noch nicht kraulen und besaß kein Rennrad. Bis dahin war ihr Begleiter im Alltag ein Hollandrad – zeitweise mit plattem Reifen.
Unterstützung fand sie beim Buxtehuder Sportverein (BSV). Dort knüpfte sie schnell Kontakte, nahm am Schwimmtraining teil, lernte das Kraulen und kaufte sich ein gebrauchtes Rennrad.
Im Oktober 2025 begann Pranger die Zusammenarbeit mit Trainer Peter Uhl. Er verfügt über langjährige Ironman-Erfahrung und ist selbst bereits auf Hawaii gestartet. In den acht Monaten vor dem Wettkampf bereitete er sie mit einem strukturierten Trainingsplan auf die Belastungen der Langdistanz vor.
„Durch das gezielte Training habe ich sehr schnell Fortschritte gemacht und gemerkt, dass ich Talent für diesen Sport habe“, sagt Pranger. Ihr ursprüngliches Ziel für den Ironman Hamburg war eine Zeit von rund zwölf Stunden. Doch das Rennen verlief deutlich besser als erwartet: Nach 10:27 Stunden erreichte sie das Ziel. Mit dem vierten Platz in ihrer Altersklasse sicherte sie sich zugleich die Qualifikation für Hawaii.
„Ich bin sehr gut durchgekommen und hatte sogar noch Reserven. Meine Familie und meine Freunde waren an der Strecke und haben mich angefeuert. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Den gefürchteten Moment, an dem plötzlich gar nichts mehr geht, hatte ich zum Glück nicht.“
Gezielte Vorbereitung auf Hawaii
Bei der Weltmeisterschaft warten neue Herausforderungen. Neben dem Schwimmen im offenen Meer werden vor allem die Hitze und der anspruchsvolle Radkurs eine große Rolle spielen. Pranger reist deshalb bereits zwei Wochen vor dem Wettkampf nach Hawaii, um sich an das Klima zu gewöhnen. Auch in Deutschland bereitet sie sich gezielt auf die hohen Temperaturen vor und legt ihre Trainingseinheiten möglichst in die heißen Tagesstunden.
Ihre stärkste Disziplin ist das Radfahren. „Es macht mir unheimlich viel Spaß, ordentlich Gas zu geben und andere zu überholen. Beim Schwimmen liege ich meistens etwas zurück – auf dem Rad kann ich dann wieder aufholen.“
Prangers wichtigstes Ziel auf Hawaii ist es, den Wettkampf erfolgreich zu beenden. Eine konkrete Zielzeit möchte Pranger angesichts der anspruchsvollen Bedingungen nicht nennen. Ihr sportlicher Ehrgeiz bleibt dennoch ungebrochen: „Natürlich würde ich gern eine neue Bestzeit erreichen.“
Der Teamgedanke als Antrieb
Obwohl Triathlon als Individualsport gilt, sieht sich Pranger nicht als Einzelkämpferin. Freundinnen, Familie, Verein und Trainer haben sie auf ihrem bisherigen Weg begleitet. Auch künftig möchte sie verstärkt an Teamwettkämpfen teilnehmen.
„Natürlich bin ich auch im Team gern die Beste“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. „Aber ich finde es schön, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam etwas zu schaffen. So hat es damals beim Training und bei den ersten Wettkämpfen mit meinen Freundinnen angefangen. Dieser Teamgedanke treibt mich bis heute an.“
Zwischen Klinik, Studium und 18 Trainingsstunden pro Woche
Seit rund zweieinhalb Jahren arbeitet Pranger auf der Intensivstation des Elbe Klinikums Buxtehude. Ursprünglich stammt sie aus Oldenburg. Dort absolvierte sie ihre Pflegeausbildung und arbeitete zunächst in der Psychiatrie, später auf einer Intensivstation. Nach einer weiteren beruflichen Station auf Sylt zog sie nach Buxtehude. Die vielfältigen Erfahrungen, die sie an unterschiedlichen Kliniken gesammelt hat, bringt sie heute in ihre Arbeit am Elbe Klinikum ein.
- Zwischen Monitoring und Vitalwertkontrollen: Die Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeitet auf der Intensivstation des Elbe Klinikums Buxtehude
- Foto: Elbe Kliniken, Sebastian Braeutigam
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Parallel zu ihrer Tätigkeit absolviert Pranger ein Vollzeitstudium der Wirtschaftspsychologie. Hinzu kommen wöchentlich 16 bis 18 Stunden Training. Für Familie, Freunde und andere Aktivitäten bleibt ihr daher derzeit nur wenig Zeit. Ihre knappe Freizeit verbringt sie vor allem mit ihrem Hund.
Der Weg nach Hawaii verlangt ihr einiges ab. Manche Trainingstage beginnen bereits um sechs Uhr morgens mit eineinhalb Stunden auf dem Rad. Danach folgen die Arbeit auf der Station und am Abend eine weitere Trainingseinheit. Auch lange Radausfahrten mit anschließenden Laufeinheiten gehören zur Vorbereitung.
Eine zusätzliche Herausforderung ist die Ernährung. Durch das intensive Training nehme ihr Hungergefühl zeitweise sogar ab, berichtet Pranger. Deshalb müsse sie bewusst darauf achten, ausreichend zu essen und ihrem Körper genügend Energie zuzuführen. Für eine gute Regeneration sei vor allem Schlaf entscheidend: „Ein Mittagsschlaf hilft mir dabei besonders.“
Umso bemerkenswerter ist ihre sportliche Entwicklung, weil Pranger zuvor nie Leistungssport betrieben hatte. Lediglich Golf spielte sie hin und wieder. „Im Moment brauche ich aber noch ein bisschen Action, bevor ich zum Golf zurückkehre“, sagt sie lachend. „Vielleicht ist es nach dieser aufregenden Zeit aber dann genau das Richtige.“
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