Schülerzahlen, Inklusion und Raumfragen
Stadtelternrat fordert mehr Transparenz für Buxtehudes Schulen
- Marc Höper, Vorsitzender des Stadtelternrates
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Die Entwicklung der Schülerzahlen und die Unterrichtsversorgung in Buxtehude bleibt ein zentrales Thema – nicht nur für Politik und Verwaltung, sondern vor allem für Eltern, Lehrkräfte und Kinder. Der Stadtelternrat fordert zudem mehr Transparenz über die tatsächliche Versorgungssituation an den zehn Schulen der Hansestadt.
„Die Schulversorgung macht sich nicht nur an einer stichtagsbezogenen Kennzahl der Unterrichtsversorgung fest, sondern man muss auch die Kopfzahl der Lehrkörper, das vom Land gestellte nichtlehrende Personal (pädagogische Mitarbeiter) sowie das zusätzlich von der Stadt Buxtehude gestellte Personal als notwendige und freiwillige Leistung im Blick haben", nur so könne man in den Augen des Stadtelternrates eine quantitative Gesamtaussage treffen.
Kennzahl mit begrenzter Aussagekraft
Laut der veröffentlichten Statistik zum Stichtag 28. August 2025 liegt die Unterrichtsversorgung in Buxtehude bei 94,7 Prozent. Damit steht die Stadt besser da als der Landkreis Stade insgesamt, der auf 91,1 Prozent kommt, bleibt jedoch unter dem Landesdurchschnitt von 97,2 Prozent. Zudem weisen die Eltern darauf hin, dass zum Beispiel durch Krankheiten und Abordnungen von Lehrkräften an andere Schulen im Landkreis die tatsächliche Versorgung vor Ort rechnerisch sinkt und diese Kennzahl immer nur die Momentaufnahme zum Stichtag abbildet.
Kooperation zur Lehrkräftegewinnung
Der Landkreis Stade und der Landkreis Cuxhaven haben bereits im vergangenen Januar 2025 durch Ihre Landräte eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung zusammen mit dem Kultusministerium zur Stärkung der Lehrkräfteversorgung unterzeichnet. Hierbei ging es zentral um die Punkte Aufwertung der Studienseminare und verbessertes Standortmarketing. Um den Erfolg der Vereinbarung auch für die Hansestadt Buxtehude messbar zu machen und um die Lage genauer einschätzen zu können, hatte sich der Stadtelternrat an das Regionale Landesamt für Schule und Bildung gewandt. Ziel war, detaillierte Zahlen zur Entwicklung der Anzahl der Lehrkräfte sowie zu sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den einzelnen Schulen zu erhalten. Diese Daten sollen helfen, den tatsächlichen Bedarf – auch im Hinblick auf Raumkapazitäten – realistisch zu bewerten und den Masterplan Grundschulen, der sich derzeit in der finalen Ausarbeitung befindet, mit belastbaren Zahlen zu unterlegen. Während die Verwaltung der Hansestadt Buxtehude bereitwillig eine Übersicht der Beschäftigten je Schule zur Verfügung gestellt hat, verweist die Schulbehörde jedoch darauf, dass ausschließlich geprüfte und vom Kultusministerium freigegebene Statistikdaten veröffentlicht werden dürfen. Die reine Anzahl der Lehrkräfte sei zudem wenig aussagekräftig, da es auf die tatsächlich geleisteten Unterrichtsstunden ankomme, die je nach Schulform und Teilzeitanteil variieren. Detailangaben könnten jedoch aus Datenschutzgründen nicht herausgegeben werden.
Der Stadtelternrat will nun erneut das Gespräch mit dem Landrat und der Landesregierung suchen, um die Situation für den Landkreis Stade und natürlich für die Hansestadt Buxtehude konkret zu bewerten und gegebenenfalls nachzusteuern.
Zusammensetzung der Schülerschaft verändert sich
Parallel dazu hat der Stadtelternrat – wie bereits in den Vorjahren – eigene Auswertungen zur Entwicklung der Schülerzahlen seit 2017 erstellt. Neue Zahlen und Prognosen werden im März erwartet und sollen in der kommenden Schulausschusssitzung vorgestellt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt laut Stadtelternrat dabei der Zusammensetzung der Schülerschaft. Seit Jahren steigt der Anteil der Kinder mit Inklusionsbedarf und Kinder mit ausländischer Herkunft, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Nach Einschätzung des Stadtelternrates wird dieser Trend bei Flächen- und Personalplanungen bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Derzeit wird bei rund 5.000 Schülerinnen und Schülern mit einer Mindestfläche von 6,8 Quadratmetern pro Kind kalkuliert – ein Wert, der sich an Regelschulkindern orientiert. Doch Kinder mit besonderem Förderbedarf benötigen häufig mehr Raum und zusätzliche personelle Unterstützung. Hinzu kommt die Frage, wie flexibel das System auf unvorhersehbare Entwicklungen reagieren kann – etwa durch die Aufnahme weiterer Geflüchteter. Auch hier wünschen sich die Eltern eine vorausschauende Planung.
Analyse der Schülerzahlen in Buxtehude: Wachstum, Verschiebungen und steigende Bedarfe
Ein genauer Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Die Schülerzahlen in Buxtehude haben sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt – mit spürbaren Auswirkungen auf Raumplanung, Personalbedarf und Schulorganisation. Im Schuljahr 2017/2018 besuchten insgesamt 5.281 Schülerinnen und Schüler die Buxtehuder Schulen . Bis 2023/2024 stieg diese Zahl auf 5.579 und erreichte damit einen Höchststand . Im laufenden Schuljahr 2025/2026 liegt die Gesamtzahl bei 5.458 . Das bedeutet: Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Spitzenjahr bleibt das Niveau deutlich höher als noch vor acht Jahren.
Grundschulen: Schwankungen auf hohem Niveau
In den sechs Grundschulen (inklusive Stieglitzweg/Ottensen) lag die Gesamtschülerzahl 2017/2018 bei 1.491. 2025/2026 sind es 1.571 Kinder . Das entspricht einem Zuwachs von rund 80 Schülerinnen und Schülern. Die Prognose aus dem Jahr 2023 ging für 2025/2026 noch von 1.592 Grundschulkindern aus . Tatsächlich liegt die Zahl nun etwas darunter. Gerade die Unterschiede an den einzelnen Grundschulen verdeutlichen, wie schwierig verlässliche Vorhersagen sind – eine Herausforderung für den Masterplan Grundschulen, der auf belastbare Zahlen angewiesen ist.
Weiterführende Schulen stabil – mit Verschiebungen
Die weiterführenden Schulen verzeichneten 2017/2018 insgesamt 3.790 Schülerinnen und Schüler. 2025/2026 sind es 3.887. Auch hier zeigt sich langfristig ein moderates Wachstum. Innerhalb der Schulformen gibt es jedoch Verschiebungen, etwa zwischen IGS, Gymnasium und den Schulzweigen Süd, die jeweils eigene Bedarfe erzeugen.
Inklusion: kontinuierlicher Anstieg
Ein besonders wichtiger Faktor ist der Anteil der Kinder mit Inklusionsbedarf. 2017/2018 wurden 143 Inklusionskinder gezählt, 2025/2026 sind es 201. Das ist ein Zuwachs von rund 40 Prozent binnen acht Jahren.
Der prozentuale Anteil an allen Schülerinnen und Schülern ist damit ebenfalls gestiegen – von 2,7 Prozent im Jahr 2017/2018 auf 3,7 Prozent im aktuellen Schuljahr . Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf den Zusatzbedarf an Lehrerstunden und auf den Flächenbedarf, da inklusiver Unterricht häufig kleinere Lerngruppen und zusätzliche Differenzierungsräume erfordert.
Kinder mit ausländischer Herkunft: deutlicher Anstieg
Noch stärker ist die Entwicklung bei Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache. 2017/2018 waren es 765 Schülerinnen und Schüler . 2025/2026 liegt die Zahl bei 1.372 . Das entspricht einem Anstieg um fast 80 Prozent.
Ihr Anteil an der Gesamtschülerschaft stieg von 14,5 Prozent auf 25,1 Prozent . Damit hat inzwischen jedes vierte Kind in Buxtehude einen entsprechenden Hintergrund. Für die Schulen bedeutet das zusätzliche Aufgaben im Bereich Sprachförderung, Integration und sozialpädagogischer Begleitung.
Unterrichtsversorgung unter Druck
Parallel zu den steigenden Anforderungen schwankt die Unterrichtsversorgung deutlich. Während sie 2020/2021 noch bei 97,8 Prozent lag , sank sie 2022/2023 auf 92,7 Prozent . Aktuell erreicht Buxtehude 95,1 Prozent .
Gleichzeitig macht der Zusatzbedarf – etwa für Inklusion oder Sprachförderung – inzwischen 17,9 Prozent des Gesamtbedarfs aus. Das unterstreicht, dass Schulen heute deutlich komplexere Anforderungen erfüllen müssen als noch vor wenigen Jahren.
Fazit
Die Zahlen zeigen ein vielschichtiges Bild: moderate Gesamtzuwächse, steigende Anforderungen durch Inklusion und Internationalität sowie schwankende Versorgungsgrade. Für die künftige Schulentwicklung in Buxtehude bedeutet das, dass nicht allein die Anzahl der Kinder entscheidend ist – sondern vor allem deren Förderbedarf und die Frage, wie flexibel Räume, Personal und Strukturen darauf reagieren können.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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