Zweimal Chefarztwechsel am Elbe Klinikum Buxtehude
- Mariam Nassery und Dr. Kai-Martin Thoms
- Foto: Elbe Kliniken/Sebastian Braeutigam
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Zum 1. November haben gleich zwei neue Chefärzte ihre Tätigkeit am Elbe Klinikum Buxtehude aufgenommen. Mariam Nassery folgt auf Prof. Dr. Jan W. Konturek und übernimmt die Leitung der Klinik für Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin sowie der Klinik für Akutgeriatrie und Frührehabilitation. Als Nachfolger von Dr. Peter Mohr wird Dr. Kai-Martin Thoms den onkologischen Schwerpunkt der Dermatologie verantworten.
Zeitenwende: In diesem Jahr haben bereits zwei neue Chefärzte ihre Tätigkeit am Elbe Klinikum Buxtehude aufgenommen. Im Juni wurde Dr. Sebastian Lawrenz zum Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie ernannt. Seit Mitte September leitet Dr. Georgios Stamatelos die Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Mit Mariam Nassery und Dr. Kai-Martin Thoms folgen nun zwei weitere Chefärzte. Sie übernehmen den Staffelstab ihrer Vorgänger Prof. Dr. Jan W. Konturek und Dr. Peter Mohr. Beide verabschieden sich nach 25 Jahren in leitenden Funktionen an den Elbe Kliniken in den Ruhestand.
Ausbau der geriatrischen Versorgung
Mariam Nassery ist bereits seit mehr als 15 Jahren für die Elbe Kliniken tätig. Nach dem Studium der Humanmedizin in Hamburg wechselte sie 2010 an das Elbe Klinikum Stade, absolvierte dort ihre Facharztausbildung in Innerer Medizin und erwarb 2024 an der OsteMed die Zusatzbezeichnung Geriatrie. Zuletzt war sie dort als leitende Oberärztin in der Klinik für Innere Medizin und Altersmedizin tätig. Die Bremervörder Klinik hat einen ausgewiesenen geriatrischen Schwerpunkt und stellt im Klinikverbund die meisten Betten in diesem Bereich. Zukünftig soll die Versorgung älterer und hochaltriger Patientinnen und Patienten auch in Buxtehude weiter ausgebaut werden. Ein Blick auf die Altersverteilung zeigt, warum dies ein wichtiger Schritt ist: 13,4 Millionen Erwerbspersonen erreichen in den nächsten 15 Jahren das gesetzliche Rentenalter. Bereits 2035 wird in Deutschland ein Viertel der Bevölkerung 67 Jahre und älter sein. „Der Bedarf nach einer entsprechenden Versorgung ist da und wird steigen, wenn in zehn Jahren die Babyboomer in Rente gehen. Deshalb passen wir die Versorgungsstrukturen den Bedürfnissen an und erweitern unsere Kapazitäten. Gleichzeitig öffnen wir uns für Direkteinweisungen von Niedergelassenen und anderen Kliniken“, erklärt Mariam Nassery.
Zusätzlich zur Klinik für Akutgeriatrie und Frührehabilitation leitet sie auch die Klinik für Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin. Hier werden Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, einschließlich Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Gallenwegserkrankungen, behandelt. „Wir decken das komplette Spektrum der Inneren Medizin ab, typische Krankheitsbilder sind Diabetes, Bauchschmerzen oder Infektionen“, so Nassery. Auch onkologische Erkrankungen werden in enger Zusammenarbeit mit der Klinik Dr. Hancken therapiert. Das Tumorboard des Klinikums vernetzt Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen. Ein neues Mitglied ist seit dem 1. November auch Dr. Kai-Martin Thoms.
Etablierung der Lasertherapie
Die Dermatologie in Buxtehude wird seit langem von einer Doppelspitze geführt: das Kompetenzzentrum für chronische Hauterkrankungen unter der Leitung von Dr. Andreas Kleinheinz und das zertifizierte Hautkrebszentrum mit dem Chefarzt Dr. Peter Mohr. Zum November übernahm Dr. Kai-Martin Thoms die Nachfolge von Dr. Mohr als Leiter des Hautkrebszentrums. Er wechselte von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) nach Buxtehude, wo er zuletzt als geschäftsführender Oberarzt tätig war. In dieser Funktion leitete er dort das Hautkrebszentrum sowie die Dermatochirurgie und die Lasermedizin. Dieser Schwerpunkt soll auch in Buxtehude eingeführt werden und das Leistungsangebot als weiteren Baustein ergänzen: „Bereits Anfang 2026 wollen wir ein umfassendes Spektrum an Laserbehandlungen anbieten“, so Dr. Thoms. Dabei stehen rein ästhetische Ansätze weniger im Vordergrund. Neben Indikationen wie Narben, Warzen oder oberflächlichen Hauttumoren geht es um die Therapie dermatologischer Erkrankungen insbesondere auch bei Säuglingen und Kleinkindern: „Mit einem Laser können wir präzise, gewebeschonende und minimalinvasive Behandlungen von Krankheitsbildern wie Feuermalen, Fehlbildungen von Blutgefäßen oder Blutschwämmchen durchführen“, erklärt Dr. Thoms, der das Verfahren auch vermitteln will. Zukünftig soll jeder Assistenzarzt der Dermatologie die Möglichkeit haben, die dermatologische Lasertherapie zu erlernen und anzuwenden.
Nachwuchsförderung und Patientenzentrierung
Investiert werden soll aber nicht nur in das Leistungsspektrum. Beiden Chefärzten ist die Nachwuchsförderung ein wichtiges Anliegen. Mariam Nassery: „Wir haben in Buxtehude bereits ein umfassendes Weiterbildungsangebot für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte mit wöchentlichen Fortbildungen. Das wollen wir weiter ausbauen und dabei noch enger mit dem Standort Stade zusammenwachsen. Die Elbe Kliniken bieten ein breitgefächertes, aber auch sehr spezialisiertes medizinisches Spektrum. Ziel ist es, durch gemeinsame Fort- und Weiterbildungskonzepte die Qualität und Attraktivität der Ausbildung weiter zu verbessern, z. B. durch mehr Rotationen in den Fachbereichen. Davon profitieren auch unsere Patientinnen und Patienten.“
Dr. Thoms unterstreicht diesen Aspekt und räumt mit einem Vorurteil gegenüber kleineren Kliniken auf: „Mein Eindruck hat sich nach den ersten Wochen bestätigt. Das Haus steht einer guten universitären Versorgung in nichts nach. Hauttumore oder andere Krebserkrankungen gehören in die Hände der jeweiligen Experten und erfordern eine leitliniengerechte Behandlung. Die Patienten erhalten in unserem durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten Hautkrebszentrum immer die beste zugelassene Therapie. Mit dem umfassenden Angebot klinischer Studien haben sie darüber hinaus sogar die Chance auf noch bessere Ergebnisse.“ Mariam Nassery, die 2010 von Hamburg nach Stade wechselte, sieht in der Vernetzung der Region eine große Stärke: „In den 16 Jahren als Ärztin war es mir immer wichtig, bei allen neuen Technologien und Fortschritten den Menschen nicht aus dem Auge zu verlieren. Wir müssen die Patienten ganzheitlich betrachten und nicht nur die Diagnosen auf dem Papier. In großen Kliniken kommt das manchmal zu kurz. Unsere Stärke ist die hervorragende Vernetzung – sowohl innerhalb der Klinik als auch mit den Kliniken in der Region und den Zuweisern. Man kennt sich und arbeitet persönlich auf kurzen Dienstwegen zusammen. Das ermöglicht uns, die beste Entscheidung zum Wohle des Patienten zu treffen.“
Auch aufgrund des hohen Freizeitwertes für Familien fühlt sich die Ärztin mit afghanischen Wurzeln sehr wohl in der Region. Für Dr. Thoms bedeutet der Umzug auch eine familiäre Rückkehr: Seine Eltern stammen aus der Region Schleswig-Flensburg, daher freut er sich, zurück im Norden zu sein.
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