Schulzentrum Süd
Buxtehuder Rat gibt grünes Licht für Raumplanung
- Die Realschule Süd platzt aus allen Nähten und muss dringend saniert werden - die Hauptschule nebenan auf dem Gelände soll neu gebaut werden
- hochgeladen von Nicola Dultz
Nach intensiver Diskussion hat der Rat der Hansestadt Buxtehude in seiner Sitzung am Mittwochabend mit großer Mehrheit der Beschlussvorlage zur Sanierung und baulichen Weiterentwicklung des Schulzentrums Süd zugestimmt. Diese ebnet unter anderem den Weg dafür, dass die Realschule umgebaut und saniert und die Hauptschule neu gebaut werden kann.
Nachdem sich Marc Höper vom Stadtelternrat in der Einwohnerfragestunde gleich zu Anfang der Sitzung kritisch über die Beschlussvorlage geäußert hatte, weil veränderte Rahmenbedingungen nicht berücksichtigt wurden, sprach sich Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt mit Nachdruck für die Beschlussvorlage aus und appellierte an den Rat, ihr zuzustimmen.
Konkret geht es darum, dass die Schulleiterinnen der Haupt- und Realschule, unterstützt durch eindeutige Abstimmungsergebnisse in den jeweiligen Schulkonferenzen, die aktuelle Schulform infrage stellen und stattdessen eine Oberschule wünschen (das WOCHENBLATT berichtete). Die Beschlussvorlage bezieht sich jedoch auf die Raumsituation für die alte Schulform und die Frage ist, ob sich die neuen pädagogischen Konzepte in den geplanten Räumen umsetzen lassen.
Die Bürgermeisterin erklärte, dass es sich hierbei - Raumsituation und Schulform - um zwei verschiedene Entscheidungsprozesse handele, die - um Zeit zu sparen, parallel laufen sollten. Denn selbst wenn der politische Wille zur Einführung einer Oberschule bestehe, sei dieser Entscheidungsprozess komplex und langwierig. Unter anderem, weil verschiedene Gremien daran beteiligt seien und neben der grundsätzlichen politischen Entscheidung Landkreis und Schulbehörde das letzte Wort haben. Das Ziel könnte hier sein, im Schuljahr 2026/27 mit der Oberschule zu starten.
Klar sei aber: Bis dahin blieben die Gebäude ohnehin unverändert. Doch die Schulleiterinnen hätten Katja Oldenburg-Schmidt gegenüber ihre Bereitschaft signalisiert, die damit verbundenen Herausforderungen anzunehmen. Würde man jedoch mit den baulichen Entscheidungen warten, bis die Schulform final beschlossen ist, ginge wertvolle Zeit verloren. Insbesondere weil die aktuelle Beschlussvorlage die Möglichkeit biete, mit einer Toleranz von plus minus 10 Prozent beim Raumprogramm flexibel zu planen, schaffe sie eine solide Grundlage, um handlungsfähig zu bleiben.
Engagierte Reden für den Beschluss
Unterstützt wurde die Bürgermeisterin unter anderem von Niels Großkreuz (SPD), der sich sowohl als Vorsitzender des Ausschusses für Bau- und Grundstücksmanagement als auch für die SPD für den Beschlussvorschlag aussprach. Auch Clemens Ultsch (Die Partei) stellte sich in hinter die Bürgermeisterin. Beide sehen in der beschlossenen Raumplanung einen notwendigen Schritt zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Schulstandorts.
Kritik an der Reihenfolge
Kritik gab es von Ulrich Felgentreu (Grüne), Vorsitzender des Schulausschusses. Felgentreu hatte bereits in vorangegangenen Sitzungen gegen die vorherige Version der Beschlussvorlage gestimmt, unter anderem weil er den Platzbedarf und die Flächenplanung als zu knapp bemessen hält (das WOCHENBLATT berichtete). Auch die gewählte Vorgehensweise hält er für kritisch, wobei er dabei ausdrücklich nicht als Ausschussvorsitzender, sondern als Ratsmitglied sprach. Seiner Meinung nach müsse erst die Schulform festgelegt werden, bevor über das Raumprogramm entschieden werde.
Arnhild Biesenbach (CDU) bezog sich in ihrer Rede auf die Kritik von Felgentreu und widersprach seiner Sichtweise: „Ich glaube, die ganze Thematik ist missverständlich bei Ihnen angekommen. Wir gehen nicht zurück, sondern bereiten vor.“
Unterstützung bekam Felgentreu hingegen von Katharina Mewes (BBG/FWG) und Ingrid Smerdka-Arhelder (Grüne), die gerade erst für Andrea Hell in den Rat nachgerückt war und auf ihre Erfahrung in der Hamburger Schulbehörde hinwies: "Struktur folgt der Strategie", sagte sie und: "Der pädagogische Gedanke gibt die Räume vor."
Abstimmung mit breiter Mehrheit
Am Ende der Debatte wurde die Beschlussvorlage mit 29 Ja-Stimmen, 4 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen angenommen.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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