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Das kuriose Spiel mit Sperrfristen

Das offizielle Foto vom offiziellen Pressestermin: Sie freuen sich auf das Projekt (v.l.) Heiko Tornow, Katja Oldenburg-Schmidt, Till Tornow und Christoph Frenzel
  • Das offizielle Foto vom offiziellen Pressestermin: Sie freuen sich auf das Projekt (v.l.) Heiko Tornow, Katja Oldenburg-Schmidt, Till Tornow und Christoph Frenzel
  • Foto: Hansestadt Buxtehude
  • hochgeladen von Tom Kreib

Manchmal ist das Drumherum einer Geschichte bemerkenswerter als die eigentliche Neuigkeit: Im Baugebiet Giselbertstraße hat Heiko Tornow ein 5.070 Quadratmeter großes Grundstück gekauft und dafür 1,952 Millionen Euro an die Stadt überwiesen. Mit dem Architekten Christoph Frenzel plant er dort eine Anlage mit 48 Wohnungen, wovon 26 preisgedämpft sein werden - aber genauso gut ausgestattet wie die teureren Einheiten. "Appelhoff" heißt das Vorhaben. Tornow hat sich in einem Wettbewerb der Stadt zur Grundstücksvergabe als der Investor mit dem besten Konzept durchgesetzt. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt und der Erste Stadtrat Michael Nyveld sind von dem Vorhaben angetan. Lob für Nachhaltigkeit und dafür, dass die preisgedämpften Wohnungen genauso schick werden wie die anderen. So weit die wichtigen Fakten.

Die standen größtenteils bereits in einer Verwaltungsvorlage, die öffentlich war. Das wiederum ist erstaunlich, weil darin der Kaufpreis der Fläche  genannt wurde. Soll aber Absicht gewesen sein, erklärt Fachbereichsleiter Ralf Dessel auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Offenbar eine neue Strategie der Transparenz. Das finde ich gut und bin auf weitere Veröffentlichungen gespannt, die bislang mit der Überschrift "nicht-öffentlich" versehen waren.

Weil der "Appelhoff" ein tolles Projekt ist, sollte es dazu noch eine Pressekonferenz mit Investor, Architekt, Bürgermeisterin und Erstem Stadtrat geben. Was an Fakten über die Verwaltungsvorlage hinaus wichtig ist - sogar mit Zitaten der Beteiligten -, hatte dankenswerterweise Stadtsprecher Thomas Bücher mit der Einladung zum Treffen gleich mitgeschickt.  

Nun kann man darüber streiten, ob dann eine Pressekonferenz überhaupt noch notwendig ist oder Treffen in Zeiten der Pandemie in diesem Fall vielleicht überflüssig sind - doch der Fortgang der Ereignisse nahm eine wirklich kuriose Wendung. Wenige Stunden nach der Einladung zum Treffen kam eine Mail aus der städtischen Presseabteilung mit einer Sperrfrist: Erst am Tag der Pressekonferenz um 12.30 Uhr veröffentlichen. Wenige Tage später dann die nächste Mail mit Sperrfrist: Dieses Mal am Konferenztag um 22.30 Uhr. Kann man so machen, muss man aber nicht.

Tom Kreib

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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