Schulversorgung in Buxtehude
Elternrat fordert mehr Transparenz und konkrete Verbesserungen

Der Vorstand des Stadtelternrats (v. li.): Svenja Weil (Grundschule Harburger Straße), Pascale Brassat (Grundschule Altkloster), Katharina Mewes, Marc Höper und Matthias Wolken (Grundschule Rotkäppchenweg) | Foto: Stadtelternrat
  • Der Vorstand des Stadtelternrats (v. li.): Svenja Weil (Grundschule Harburger Straße), Pascale Brassat (Grundschule Altkloster), Katharina Mewes, Marc Höper und Matthias Wolken (Grundschule Rotkäppchenweg)
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Mit einem weiteren Schreiben hat sich der Stadtelternrat Buxtehude an die niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg sowie an politische Entscheidungsträger gewandt. Hintergrund ist die bislang ausbleibende Antwort auf ein erstes Schreiben vom 4. März 2026. Die Elternvertretung macht deutlich: Es besteht weiterhin Gesprächs- und Handlungsbedarf – insbesondere mit Blick auf Lehrkräfte, Inklusion und die zukünftige Bildungslandschaft vor Ort.

Rund 5.500 Schülerinnen und Schüler betroffen

Der Stadtelternrat Buxtehude vertritt insgesamt zehn Schulen mit etwa 5.500 Schülerinnen und Schülern. Hinzu kommen eine berufsbildende Schule mit rund 1.500 Jugendlichen sowie die Tagesbildungsstätte Kalle-Gerloff-Schule mit etwa 60 Kindern. Damit geht es um einen bedeutenden Teil der Bildungsinfrastruktur in der Hansestadt.

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt die Dimension: Im Schuljahr 2025/26 besuchen insgesamt 5.458 Schülerinnen und Schüler die Buxtehuder Schulen.
Darunter befinden sich:

201 Kinder mit Inklusionsbedarf
1.372 Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache
374 neue Erstklässler

Diese Vielfalt stellt Schulen vor besondere Herausforderungen – und erfordert aus Sicht der Eltern eine passgenaue personelle Ausstattung.

Unterrichtsversorgung unter Landesniveau

Offiziellen Zahlen zufolge liegt die Unterrichtsversorgung in Buxtehude bei 94,7 Prozent. Damit steht die Stadt zwar besser da als der Landkreis Stade insgesamt (91,1 Prozent), bleibt jedoch deutlich hinter dem niedersächsischen Durchschnitt von 97,2 Prozent zurück.

Für den Stadtelternrat ist jedoch klar: Diese Kennzahl allein greift zu kurz.

„Die tatsächliche Situation ist oft schlechter als die Statistik zeigt“, betonen Marc Höper und Katharina Mewes,  Vorstand des Stadtelternrates Buxtehude. Gründe seien unter anderem Krankheitsausfälle, Abordnungen von Lehrkräften sowie zusätzliche Anforderungen durch Inklusion und Sprachförderung.

Forderung nach umfassender Datentransparenz

Ein zentraler Kritikpunkt des Stadtelternrats ist die mangelnde Transparenz bei wichtigen Bildungsdaten. Konkret fordert das Gremium:

Konkrete Lehrkräftezahlen (Kopfzahlen) je Schule
Zeitstunden für pädagogische Mitarbeiter (PM)
Messbare Ergebnisse der Lehrkräfte-Gewinnungsprogramme

Diese Daten seien notwendig, um die tatsächliche Versorgung realistisch einschätzen und die Elternschaft fundiert informieren zu können. Zudem spielen sie eine wichtige Rolle für die zukünftige Schulentwicklungsplanung, etwa im „Masterplan Grundschulen“.

Bislang habe die zuständige Schulbehörde (RLSB) diese Informationen jedoch nicht bereitgestellt.

Kooperationsvereinbarung: Hoffnung auf Entlastung

Ein Hoffnungsträger ist die im Januar 2025 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen und den Landkreisen Stade und Cuxhaven. Ziel ist es, die Lehrkräfteversorgung in strukturell schwächeren Regionen zu verbessern.

Geplante Maßnahmen sind unter anderem:

Werbung für den Landkreis Stade an Universitäten
Praktikumsangebote mit kostenfreier Unterkunft
Unterstützung im Referendariat
Stärkung von MINT-Profilen
Einrichtung eines Lehrkräfte-Servicebüros

Das Land Niedersachsen stellt hierfür rund zwei Millionen Euro bereit.

Der Stadtelternrat möchte nun wissen: Welche konkreten Verbesserungen kommen tatsächlich in Buxtehude an?

Einladung zum Dialog: Politik und Eltern im Gespräch

Ein positives Signal gibt es bereits: Landrat Kai Seefried hat die Einladung zur nächsten Sitzung des Stadtelternrats am 13. April 2026 um 19 Uhr angenommen.

Auf der Agenda stehen zentrale Zukunftsfragen:

Umsetzung der Kooperationsvereinbarung
Entwicklung des Inklusionskonzepts im Landkreis Stade
Zukunft der Tagesbildungsstätte in Buxtehude
Schulträgerschaft weiterführender Schulen

Auch aus der Landespolitik wird eine Rückmeldung erwartet: Die Landtagsabgeordnete Birgit Butter(CDU) hat eine Antwort nach Ostern angekündigt.

Redakteur:

Nicola Dultz aus Buxtehude

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