Fahrgastzahlen der Busse steigen nur ganz langsam
"Keine Euphorie" bei diesen Fahrgastzahlen

Die neue Linie nach Hedendorf ist kein Erfolgsmodell: Die Fahrgastzahlen sind um neun Prozent eingebrochen Foto: tk
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

tk. Buxtehude. Vor zwei Jahren wurde das Buxtehuder Bussystem neu aufgesetzt. Ziel: Alles sollte besser werden. Es hagelte aber Proteste und gemeinsam hatten Stadt und KVG nachgebessert, den Wegfall der Ringbuslinien etwa durch eine weitere Buslinie kompensiert. Zusatzkosten: rund 100.000 Euro im Jahr. Jetzt wurde eine erste Bilanz gezogen. Die fällt durchwachsen aus. Der Rückgang an Passagieren ist gestoppt, doch der ÖPNV wächst in der Estestadt nur sehr langsam. Mit kleinen Maßnahmen soll das Busfahren attraktiver werden und die Politik will erneut - aber ohne Zeitdruck - über den gesamten ÖPNV diskutieren.

Michael Peter von der KVG präsentierte zu Anfang der Sitzung des Stadtplanungsausschusses die Ergebnisse einer aktuellen Fahrgastzählung: Zwischen 2005 und 2010 hat das Fahrgastaufkommen um 7,3 Prozent zugenommen. Danach ging es abwärts. In den Jahren 2010 bis 2015 ging es ins Minus von 2,3 Prozent. Nach der Reform 2017 sind die Fahrgastzahlen um 0,8 Prozent gestiegen. Ein Wert, den mehrere Politiker nicht besonders überzeugend fanden. "Zumindest wurde der Negativtrend gestoppt", sagte Peter.

Es gibt bei der Nutzung der Buslinien aber gravierende Unterschiede: Die Strecke Richtung Gewerbegebiet, Ovelgönne und Ketzendorf werde sehr viel stärker genutzt, doch die Linie nach Hedendorf fährt ein Minus von neun Prozent ein. "Da verspürt man keine Euphorie", sagt der KVG-Vertreter. Angesichts rasant wachsender Fahrgastzahlen im HVV bleibt als Fazit: Der Bus als Alternative zum Auto erfreut sich in Buxtehude nur geringer Beliebtheit.

Kurzfristig sollen Fahrpläne und Taktung verändert werden. Die CDU hatte dazu einen sehr ausführlichen Antrag gestellt, der einstimmig angenommen wurde. Der sieht auch vor, möglichst ein Nahverkehrs-Gesamtpaket über Buxtehude hinaus zu schnüren und die Kommunikation zwischen KVG und ihren Fahrgästen deutlich zu verbessern.

Was KVG-Mann Peter anregte: Die Busse müssen schneller werden. In Buchholz sind die Busse mit einem Durchschnittstempo von 24 Stundenkilometern unterwegs, in Buxtehude sind es 20. Das hört sich nach einem geringen Unterschied an, verlängere aber viele Fahrten deutlich. Denkbar sei zum Beispiel, Ampeln so umzurüsten, dass Busse Grün haben, so Peter.

Die Diskussion zeigte fraktionsübergreifend: Zufrieden ist damit niemand.  Die KVG soll noch detaillierte Zahlen vorlegen. Auch zu den erweiterten Angeboten mit Fahrten abends und am Wochenende. "Lohnt sich das oder kann das Geld dafür anders eingesetzt werden", meinte Helmut Wiegers (AfD). Und Michael Lemke (Grüne) stellte grundsätzlich fest: "Wenn wir die Autos aus der Stadt raushalten wollen, müssen wir für den Busverkehr viel mehr Geld ausgeben." Am besten wäre es, wenn der gesamte ÖPNV kostenfrei wäre, meinte Benjamin Koch-Böhne (Linke). 

Dass es dazu kommt, darf bezweifelt werden. Wohl aber wird die Politik das gesamte Bussystem noch einmal hinterfragen und auf den Prüfstand stellen. Und klar ist auch allen Ausschussmitgliedern, dass mehr Bus auch sehr viel mehr Geld bedeutet. "Wir reden dann über hohe sechsstellige Summen", sagte der Erste Stadtrat Michael Nyveld.
ie abschließende Diskussion in der Bürgerfragestunde zeigte zudem deutlich: Diejenigen, die die Busse nutzen, mahnen dringend Veränderungen an. Was immer wieder, auch in der Politik, bemängelt wird: Die Bahnhofstraße ist mit den beiden wichtigsten innerstädtischen Buslinien nur mit Umsteigen erreichbar.

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