Weltmeisterinnen mit Buxtehuder Handschrift
Aida Mittag spricht über den größten Erfolg ihrer Karriere
- Aida Mittag strahlt mit der Goldmedaille um die Wette: Die Buxtehuder Handballerin feierte mit der deutschen U20-Nationalmannschaft in China den Gewinn der Weltmeisterschaft
- Foto: Timm Hubert
- hochgeladen von Stefanie Schimanski
Die deutsche U20-Handballnationalmannschaft ist nach 18 Jahren wieder Weltmeister. Mit einem souveränen 33:26-Finalsieg gegen Dänemark krönte sich das Team in China ungeschlagen zum Titelträger und setzte damit nach dem Gewinn der U19-Europameisterschaft im Vorjahr den nächsten Meilenstein. Aus Buxtehuder Sicht gibt es gleich mehrfach Grund zur Freude: Mit Aida Mittag, Lina Steinecke und BSV-Neuzugang Ruslana Litvinov standen drei Spielerinnen im Kader, die eine Buxtehuder Vergangenheit oder Zukunft haben.
Für Aida Mittag kam die Reise zur Weltmeisterschaft völlig unerwartet. Erst kurz vor dem Turnier wurde sie nachnominiert.
„Es war sehr spontan, dass ich nachgeladen wurde, ich hatte auch nicht mehr damit gerechnet. Ich hatte meinen Urlaub gebucht und saß an meinem letzten Urlaubstag im Sonnenuntergang in Nizza, als der Anruf kam, dass ich nachnominiert wurde. Ich hatte gedanklich eigentlich schon abgeschlossen, freute mich aber dennoch sehr“, erzählt sie im Gespräch mit dem WOCHENBLATT.
Nach einem viertägigen Lehrgang in Hannover ging es über Frankfurt weiter nach Jinzhong in China. Dort erlebte die Mannschaft eine außergewöhnliche Atmosphäre.
„Für die Leute dort war das Turnier ein absolutes Highlight. Es war beeindruckend, wie wir empfangen wurden. Die Weltmeisterschaft wurde dort groß promotet. Es war ein mega Erlebnis. Die Hallen waren sehr gut ausgestattet und klimatisiert. Als wir ins Finale eingezogen sind, war die Begeisterung riesig. Viele mitgereiste Fans wollten Fotos mit uns machen."
Ein Team, das sich gegenseitig vertraut
Den Grundstein für den Titel sieht Aida Mittag im außergewöhnlichen Zusammenhalt der Mannschaft.
„Wir hatten eine gute Vorrunde und haben von Anfang an nur von Spiel zu Spiel gedacht. Der Gedanke, Weltmeister zu werden, entwickelte sich erst nach und nach – auch, weil wir mit Spanien und Frankreich starke Gegner hatten. Entscheidend war das Gefühl, dass wir uns jederzeit aufeinander verlassen konnten. Wir haben immer an uns geglaubt.“
Vor dem Finale gegen Dänemark habe das Team gewusst, dass der Gegner mit einem veränderten Kader antreten würde.
„Das hat uns zusätzlich motiviert, von Beginn an alles dafür zu geben, den Titel zu gewinnen. Unser Trainer hat allen Spielerinnen vertraut und jede eingesetzt. Genau dieses Vertrauen hat unsere Mannschaft stark gemacht. Selbst wenn uns Fehler passiert sind, wurden wir nicht sofort ausgewechselt. Wir konnten Dinge ausprobieren und frei aufspielen. Unser Motto war: ‚Kühle Köpfe, heiße Herzen.‘“
Drei Buxtehuderinnen feiern den WM-Titel
Auch sportlich hinterließen die Spielerinnen mit Buxtehuder Bezug ihre Spuren. Lina Steinecke, die in der kommenden Saison das Tor der Luchse, dem Partnerverein des BSV, hüten wird, kam im Finale zwar nicht zum Einsatz, hatte nach ihrer Nachnominierung aber gegen Südkorea und Frankreich entscheidenden Anteil an den Erfolgen.
Aida Mittag zeigte ausgerechnet im Endspiel ihre stärkste Turnierleistung. In der ersten Halbzeit erzielte sie vier Tore, kurz vor Schluss steuerte sie zudem zwei wichtige Assists bei.
Überragend präsentierte sich auch BSV-Neuzugang Ruslana Litvinov. Die Rückraumspielerin überzeugte während des gesamten Turniers mit einer starken Defensivleistung und als Spielmacherin im Angriff. Im Finale gelangen ihr fünf Treffer und vier Assists. Bei der Siegerehrung folgte die persönliche Krönung: Litvinov wurde als wertvollste Spielerin (MVP) des gesamten Turniers ausgezeichnet.
Auch beim Buxtehuder SV ist die Freude über den historischen Erfolg groß: „Für die Spielerinnen ist das eine tolle Bestätigung und wir sind sehr stolz, solche Talente zu begleiten“, sagt Timm Hubert, Geschäftsführer und Marketingchef des BSV Handballs.
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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