85 Jahre Kfz Innung
Von Ausbildung bis Sicherheit - Die Kfz-Innung des Kreises vertritt die Interessenten der Kfz-Betriebe

Amtswechsel 2018: der neue Obermeister Ulrich 
Tietjen (v. li.), Ehrenobermeister Gerhard Wiebusch und der stellvertretende Obermeister 
Hans-Hermann Vollmers
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  • Amtswechsel 2018: der neue Obermeister Ulrich
    Tietjen (v. li.), Ehrenobermeister Gerhard Wiebusch und der stellvertretende Obermeister
    Hans-Hermann Vollmers
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"Die grundsätzliche Aufgabe der Innung ist, auf lokaler Ebene, auf Landes- und Bundesebene die Interessen der Kfz-Betriebe gegenüber Behörden und Verwaltung zu vertreten", sagt Obermeister Ulrich Tietjen. Eine der wichtigsten Aufgaben vor Ort sieht Tietjen in der qualifizierten Ausbildung des Nachwuchses. So werden in den 103 Innungs- und einigen nichtorganisierten Betrieben rund 350 Auszubildende während ihrer vier Lehrjahre betreut. Rund 80 Auszubildende pro Jahr absolvieren ihre Gesellenprüfung, noch mehr starten ihr Berufsleben in den Kfz-Betrieben. "Davon brechen aber auch einige ihre Ausbildung ab", weiß Ulrich Tietjen.
Die Innung nimmt nicht nur die Prüfungen ab, sondern veranstaltet auch diverse überbetriebliche Lehrgänge, um allen Azubis eine bestmögliche und über die Leistungen der jeweiligen Ausbildungsbetriebe hinausgehende Qualifikation zu garantieren. "Die Ausbildung hat sich in den vergangenen Jahren vom reinen Mechaniker zum Mechatroniker enorm geändert", sagt der Obermeister, der in seiner eigenen Lehrzeit vor rund 25 Jahren z.B. mit dem Thema Klimaanlage noch gar nicht in Berührung kam. "Mittlerweile wird nahezu kein Neuwagen mehr ohne Klimaanlage produziert", sagt er. "Früher wurde geschraubt, heute ist Know-how in Bereichen Elektronik und Computerwissen gefragt."
Aktuell werde das Thema Elektromobilität in die Ausbildung aufgenommen. "Die Technik entwickelt sich in rasantem Tempo fort, daher ist in unserer Branche lebenslanges Lernen notwendig", sagt Tietjen, der auch als "alter Hase" immer wieder Lehrgänge besucht, um auf dem neuesten Stand zu sein.
Auch beim Thema Sicherheit habe sich unglaublich viel getan: "Komfort ist toll, aber wirklich wichtig ist die Sicherheit beim Autofahren", so der Obermeister. Während man früher noch von Knautschzonen und später von ABS-Systemen und Airbags gesprochen habe, würden Sicherheitssysteme wie Notbremssysteme und Fahrassistenten aktiv ins Fahrgeschehen eingreifen. "Mit Erfolg: Vor 60 Jahren hatten wir bei weniger Verkehrsaufkommen noch dreimal so viele Verkehrstote wie heute", sagt Ulrich Tietjen. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland 2019 gegenüber dem Vorjahr um 229 Personen beziehungsweise sieben Prozent auf 3.046 zurückgegangen. Dies sei der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1953, und das, obwohl mit 57,3 Millionen Fahrzeugen heute knapp dreimal so viele Kraftfahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen. Höchststand war im Jahr 1970 mit 21.332 Verkehrstoten bei gerade einmal 20,8 Millionen zugelassenen Fahrzeugen, damals in Ost- und Westdeutschland zusammen.
Vorsitzender der Innung ist Ulrich Tietjen seit Anfang 2018, nachdem sich sein Vorgänger Gerhard Wiebusch in den Ruhestand verabschiedete. Triebfedern für dieses Ehrenamt seien Idealismus und der Wunsch, sich einzubringen. Insgesamt engagieren sich neben den festangestellten Mitarbeitern der Innung rund zehn bis 15 Personen ehrenamtlich für das Kfz-Gewerbe, darunter zwei Prüfer bzw. Auditoren für die Vorbereitung zur Hauptuntersuchung und der Gesellenprüfungsausschuss.

Beigestellte Prüfungen
Die Kfz-Betriebe der Innung übernehmen für Pkw und Nutzfahrzeuge sowie Motorräder die Abgasuntersuchung (AU), die Gasanlagenprüfung (GAP) und für Lkw die Sicherheitsprüfung (SP).
Diese nennt man „beigestellte Prüfungen“, sie müssen vor der Hauptuntersuchung erledigt werden. Zwei Prüfer fahren dafür - zum Teil unangemeldet - zu den jeweiligen Betrieben und schauen z.B., ob die durchführenden Mitarbeiter ausreichend qualifiziert und die Untersuchungen ordnungsgemäß dokumentiert sind.

 Infoservice: Die Mitglieder der Kfz-Innung werden über alle aktuellen Themen rund ums Kfz-Gewerbe auf dem Laufenden gehalten. Rund 100 Infomails werden jährlich an die Betriebe versendet. Infoservice für die Mitglieder

Junge Innung
Mit 85 Jahren gehört die Kfz-Innung Stade zu den jüngsten Gewerken der Innung. "Die Bäcker-, Fleischer und Bau-Innungen gibt es zum Teil seit 300 Jahren, die haben ganz andere Rituale", sagt Ulrich Tietjen. Die KFZ-Innung wurde im Jahr 1935 gegründet. Bis dahin gab es für die wachsende Anzahl an Kfz-Betrieben und die rasante Automobilentwicklung weder ein einheitliches Berufsbild noch eine eigene Interessensvertretung.

Obermeister waren seit der Gründung:
1935 bis 1938: Emil Wagner (Bremervörde)
1938 bis 1946: Erich Meier (Bremervörde)
1946 bis 1949: Karl Wilhelm (Stade)
1949: Heinrich Koppelmann (Stade)
1950 bis 1972: Albert Kielschinskie (Stade)
1972 bis 1998: Helmut Reeder (Stade)
1998 bis 2018: Gerhard Wiebusch (Stade)
Seit 2018: Ulrich Tietjen (Stade)

Autor:

Nicola Dultz-Klüver aus Buxtehude

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