Neu Wulmstorf: Er bringt das Glück ins Haus

Für die meisten Menschen ist er ein Glücksbringer: Kevin Peters,  jüngster Bezirksschornsteinfeger der Region
3Bilder
  • Für die meisten Menschen ist er ein Glücksbringer: Kevin Peters, jüngster Bezirksschornsteinfeger der Region
  • hochgeladen von Alexandra Bisping


Das WOCHENBLATT begleitet Kevin Peters (27), jüngster Bezirksschornsteinfeger der Region, bei seiner Arbeit in Neu Wulmstorf

ab. Neu Wulmstorf. Da hat er sich selbst Glück gebracht: Vor Kurzem, genau zu seinem 27. Geburtstag, wurde Kevin Peters zum "bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger" ernannt. Damit ist er der jüngste in den Landkreisen Stade und Harburg. Das WOCHENBLATT hat Peters im Neu Wulmstorfer Wohngebiet Apfelgarten bei seiner Arbeit über die Schulter geschaut.

"Das war ein kurioser Start in den Tag", sagt der frisch gebackene Bezirksschornsteinfeger gut gelaunt. Kevin Peters trägt eine schwarze Schornsteinfegerkluft samt Zylinder, allerdings ohne die klassische Jacke mit den Goldknopfen, den "Koller". Er berichtet, dass er zuerst in einer Wohnung gewesen sei, in der die Dame nahezu kein Deutsch sprach, anschließend habe er einen toten Vogel in einer Abgasleitung gefunden. Zwei nicht ganz alltägliche Fälle.

"Eigentlich bringe ich in erster Linie Glück", scherzt Peters auf dem Weg zum nächsten Kunden. Woher dieser Glaube stammt? "Meines Wissens nach aus Italien, dort sind früher viele Städte abgebrannt. Und nachdem Schornsteinfeger kamen und ihre Arbeit verrichtet haben, gab es kaum noch Brände." Seitdem soll das Berühren der goldenen Knöpfe am Koller dafür sorgen, dass Glück ins eigene Haus kommt.

Außer dem Wunsch, anderen Glück zu bringen - wie kam Kevin Peters auf diesen Beruf? "Nach einem Bewerbungsmarathon in verschiedenen Branchen wurde ich zu einem Innungstest eingeladen, den ich bestand. Und schon als Lehrling wusste ich, dass ich den Meister machen möchte." Dabei sei sein Hauptziel die Selbstständigkeit gewesen. Das habe er erreicht.

Bei den meisten Menschen ist Kevin Peters gerne gesehen. "Mein Erkennungsmerkmal ist der Zylinder", sagt er. Ältere Damen, denen er auf der Straße begegne, umarmten ihn manchmal spontan. "Andere reiben ihren Lottoschein an meiner Jacke", erzählt der sympathische Mann lächelnd. Eigentlich sei das schön und Peters glücklich darüber, dass sich der Brauch, Schornsteinfeger zu berühren, gehalten habe.

Die nächste Kundin öffnet Kevin Peters lächelnd die Tür. In diesem Haus ist Peters in zwei Funktionen unterwegs: zum einen als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger, der Heizungsanlagen und Schornsteine kontrolliert. Zum anderen als selbstständiger Schornsteinfeger, der neu installierte Öfen oder Kamine abnimmt. Während er in diesem Haus bei der Heizungsanlage Abgas- und Sauerstoffgehalt misst, erklärt er: "Das eine ist eine hoheitliche Tätigkeit, der ich als behördlich Beauftragter nachkomme, beispielsweise um Brandschutz zu gewährleisten. Das andere, wie die Abnahme eines Kamins, ist eine freie Tätigkeit." Bislang sei ihm zwei Mal der Eintritt verwehrt worden, in beiden Fällen habe der Landkreis die Türen öffnen lassen. Peters: "Manche mögen uns nicht. Wer zwei Mal angeschrieben wird und nicht reagiert, dessen Tür wird vom Schlüsseldienst geöffnet. Diese Kosten werden auf den Hausbesitzer umgelegt."

Kevin Peters ist neben Teilen im Osten Neu Wulmstorfs auch für die Ortsteile Alvesen, Ehestorf und Vahrendorf sowie für Teile des Ortsteils Sottorf in der Gemeinde Rosengarten zuständig. Noch wohnt er mit seiner Frau in Lüneburg, überlegt aber, ob sie nicht in den Landkreis ziehen sollten: "Denn für die nächsten sieben Jahre bin ich auf jeden Fall für meine Bezirke im Landkreis Harburg zuständig."

Aktuelle Geschichten vom Tag!

Service

Erst 2.200 Impfungen und bereits 820 Verstöße gegen die Corona-Regeln
Corona im Landkreis Stade: Aktuelle Infos, Zahlen und Fakten

(jd). Das WOCHENBLATT hat die wichtigsten aktuellen Infos verschiedene Aspekte zu den Themenbereichen Corona und Impfen zusammengestellt: Bisherige ImpfungenNach 2.200 Impfungen waren die Lieferungen an den Landkreis Mitte der Woche aufgebraucht. Von den kreisweit 28 Alten- und Pflegeheimen, in denen bevorzugt geimpft wurde, ist in 14 die erste Runde der Impfkampagne abgeschlossen. Auch ein Teil des Rettungsdienstes und Beschäftigte auf den Intensivstationen und in der Notaufnahme der Elbe...

Service

Zahl der akut Infizierten: Eine Kommune war bisher Schlusslicht und ist jetzt Spitzenreiter
Aktuelle Corona-Fälle im Landkreis Stade: Jork nicht mehr an der Spitze

jd. Stade. In den vergangenen Tagen wurden die Farben auf der "Corona-Landkarte" des Landkreises Stade ordentlich durcheinandergewirbelt. Einige Kommunen, die zuvor rot eingefärbt waren, haben auf Orange oder sogar Gelb gewechselt. Andere, die vorher den Status gelb hatten, sind innerhalb weniger Tage auf Rot umgesprungen. Am extremsten stellt sich die Situation in der Samtgemeinde Nordkehdingen dar: Die nördlichste Kommune des Landkreises wies bisher kreisweit immer die geringsten Fallzahlen,...

Panorama

+++update ++ Detaillierte Corona-Zahlen vom 22. Januar
Landkreis Harburg: 230 Menschen aktuell mit Corona infiziert

(sv). Auch am Freitag, 22. Januar, stieg die Zahl der aktiven Corona-Fälle im Landkreis Harburg leicht an: Zurzeit sind 230 Menschen bekannt, die mit dem Coronavirus infiziert sind - das sind fünf mehr als am Donnerstag. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert dagegen ist weiter leicht gesunken: von 63,28 am Donnerstag auf 62,4 am Freitag. Es starb kein weiterer Mensch mit oder an dem COVID-19-Virus, sodass  die Zahl Corona-Toten bei 61 verblieb. Insgesamt waren im Landkreis Harburg seit Ausbruch der...

Panorama
Anna-Lena Passior (li.) begleitet zusammen mit Diakon Thomas die Taufe von Betty
2 Bilder

Soziales Engagement
Staderin verbrachte ein Jahr in Kenia

wei. Stade. Der Trend geht unter jungen Menschen immer weiter dazu, sich sozial engagieren zu wollen. Immer mehr gehen dafür sogar ins Ausland, so wie die katholische Gemeindeassistentin Anna-Lena Passior (24) aus Stade. Für sie ging es nach dem Abitur in das afrikanische Land Kenia. Dort lebte sie in dem Dorf Juja Muigai in der Nähe der Hauptstadt Nairobi und arbeitete dort als Missionarin auf Zeit (MaZ). Die Motivation, ins Ausland zu gehen und Gutes zu tun, entwickelte die 24-Jährige bereits...

Panorama
Diesen Brief erhielten in dieser Woche zahlreiche Bürger - nicht immer waren sie die richtigen Adressaten
2 Bilder

Programmiertes Chaos bei Corona-Briefen des Landes
Selbst Tote erhalten Post von der Sozialministerin

(os/bim). Das, was viele bereits befürchtet haben, scheint jetzt einzutreten: Der Brief, mit dem Niedersachsens Gesundheits- und Sozialministerin Dr. Carola Reimann (SPD) in dieser Woche die über 80-jährigen Bürger über die Details der Corona-Impfung informierte, ging mitnichten nur an die Zielgruppe, sondern vielfach auch an deutlich jüngere Bürger. Sogar an Tote wurde der Einheitsbrief verschickt, der die Überschrift "Es ist soweit: Niedersachsen impft auch zuhause lebende Personen, die 80...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen