Ein Schicksal bewegt Tausende

Mutter Stefanie Heinsohn mit dem kleinen Moritz
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Der kleine Moritz (3) hatte schon zwei Schlaganfälle

ig. Drochtersen. Moritz lacht, freut sich über den Besucher von der Presse. Seinen Kopf kann er kaum hochhalten, seine Hände gehorchen ihm nicht, krabbeln kann er auch nicht. Aber seine blauen Augen flackern, drücken Freude auf. Und sein Lachen steckt an.
Der dreijährige Knirps aus Drochtersen kam am 23. Februar 2010 auf die Welt. Was zu dem Zeitpunkt niemand ahnte: Moritz Heinsohn hatte bereits im Mutterleib einen Schlaganfall - und erlitt den zweiten nach der Geburt. "Das war ein Schlag für uns. Wir hatten nichts geahnt", so die Eltern Stefanie und Bernd Heinsohn.
Ein Schlaganfall wird oftmals mit älteren Menschen in Verbindung gebracht. Das ist ein Irrglaube. Dass dieses Thema auch zunehmend immer mehr Kinder - sogar Babys - betrifft, wissen nur die wenigsten. So gibt es nach aktuellen Schätzungen jährlich in Deutschland 300 Kinder mit Schlaganfällen. Oft verändert der sogenannte kindliche Schlaganfall ein junges Leben, das noch gar nicht richtig angefangen hatte.
Das Schicksal des kleinen Moritz bewegt jetzt viele Menschen im Internet-Portal "facebook". Sogar eine Gruppe wurde gegründet, die Geld sammelt für eine von den Eltern angestrebte Therapie im Adeli-Medical-Center im slowakischen Kurort Piest'any. Name der Gruppe, die inzwischen mehr als 2000 Mitgliedern aufweist: Wir helfen Moritz in die Zukunft.
Stefanie Heinsohn freut sich riesig über die Hilfsbereitschaft. "Die Therapie ist nicht billig und die Krankenkasse wird auch nur vielleicht hinterher etwas dazu zahlen." In dem slowakischen Kurort sei man auf Patienten mit Hirnschädigungen und körperlichen Behinderungen spezialisiert - mit einem in Europa einmaligen Behandlungskonzept. "Basis sind Behandlungen, die aus der Weltraummedizin stammen und den Aufbau neuer Nervenzellen fördern", weiß Vater Bernd Heinsohn. Die Therapie soll Ende des nächsten Jahres beginnen. "Wir erwarten keine Wunder. Hoffen sehr, dass die Behandlungen Erfolg haben. Dass Moritz seinen Kopf halten kann und Funktionen mit den Händen ausüben kann. Auch ohne Hilfe gehen kann", so die Eltern.
Auch sollen auf dem Drochterser Kunstmarkt, Weihnachtsmarkt und den D/A-Oberliga-Spielen gesammelt werden. Geplant ist auch ein Benefiz-Konzert, das am 5. April 2014 in der Festhalle stattfinden soll. Die Organisatoren Dirk Ludewig, Sascha Loudovici und Manuel Zirpens wollen namhafte Künstler ansprechen. Auch den Grafen von 'Unheilig' begeistern, der sich in einer Stiftung für Kinder mit Schlaganfällen engagiert.
Zur Zeit besucht der kleine Moritz den Drochtersen Kindergarten, gehört zur Integrationsgruppe "Glühwürmchen". Dort werde er toll aufgenommen, erzählt Steffi Heinsohn. "Die Kinder fragen nicht, schaukeln ihn und schieben Moritz mit dem Buggy. Freuen sich einfach, dass er da ist."
Wer helfen möchte: Info 0151 - 22 92 3601 und 0171 - 54 22 390.

Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

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