Anvisieren, Ruhe bewahren und schießen

Zuerst war das Druckluftschießen mit Auflage an der Reihe Fotos: sc
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Hier wird scharf geschossen: WOCHENBLATT-Mitarbeiterin Saskia Corleis zu Besuch auf dem Schießstand des Kutenholzer Schützenvereins

sc. Kutenholz. Anlegen, zielen und schießen - klingt doch eigentlich gar nicht so schwer. Das dachte ich, WOCHENBLATT-Mitarbeiterin Saskia Corleis, jedenfalls, als ich den Schießstand des Kutenholzer Schützenvereins betrat.

Das Jugendtraining war noch in vollem Gang und da meine Trainerin Saskia Lang noch genug mit den Jugendlichen zu tun hatte, konnte ich schon mal einen Einblick in die Sportart Schießen bekommen: Die Jüngeren versuchten sich im Liegen am Lichtpunktgewehr, während die Älteren an der Luftpistole und am Luftgewehr freihand übten. Alle hatten Spaß und es sah "leicht" aus, wie die Jugendlichen ihre Waffen ohne jegliche Anspannung und Probleme hielten und gekonnt auf ihre Zielscheiben schossen. Die Atmosphäre war ein Mix aus Lockerheit und professioneller Konzentration - aufgeregt war ich trotzdem. Immerhin war ich zum ersten Mal auf einem Schießstand mit der Absicht, selber eine Waffe in die Hand zu nehmen.

Nachdem das Jugendtraining zu Ende war, ging es mit meinem Training los. Saskia Lang, Jugendtrainerin für Gewehr beim Schützenverein Kutenholz, zeigte mir zuerst die Waffenkammer, damit sie mein Gewehr für das heutige Training aussuchen konnte. "Wir schießen heute mit Druckluft", erklärte Lang, während wir uns zum Stand mit der Nummer sieben und unser ausgewählten Waffe begaben.

Noch bevor ich mein Gewehr in die Hand nahm, fielen mir die vielen Aufkleber auf der Waffe auf. Dass die keinen modischen Sinn haben, erklärte mir Heinz Hauschild, Jugendsportleiter des Kutenholzer Vereins. "Bei jedem Wettkampf muss die Waffe vor dem Schießen zur Kontrolle", so Hauschild, "Jede kontrollierte Waffe bekommt dann einen Aufkleber als Erkennungszeichen." Und den zahlreichen Aufklebern nach haben die Kutenholzer Gewehre schon einige Wettkämpfe miterlebt, was bei einem so großen Schützenverein auch nicht schwer ist.

Die circa 422 aktiven Mitglieder des Schützenvereins teilen sich in Hobby-, Traditions- und Sportschützen auf. Ob Spaß- oder Sportschießen, das sei egal, meint Hauschild. "Alle sind bei uns willkommen." Trotzdem kann der Schützenverein auf eine lange Reihe an sportlichen Erfolgen zurückblicken: Mehrere Schützen schießen bis hin zu den Deutschen Meisterschaften, sind im Kader oder aktiv in der Zweiten Bundesliga unterwegs. Alles in allem: Ich bin in guten Händen.

Saskia Lang entfernt die Sicherheitsschnur aus dem Lauf des Druckluftgewehres, steckt den Spiegel, die Luftgewehrscheibe, auf die Schießanlage und stellt die Diabolo-Projektile für Luftgewehre bereit - nun kann es losgehen.

Aufgeregt bin ich nicht mehr, nur noch voller Vorfreude. Ganz in Trainermanier erklärt mir Lang den richtigen Stand fürs Auflagenschießen, denn ein fester Stand ist die Grundlage fürs Schießen: Beine hüftbreit auseinander, Rücken gerade, nicht verkrampfen, beide Augen öffnen, Auflage richtig einstellen, sodass die Arme und Schultern locker gehalten werden können. Die Gewehrmündung soll genau auf den Scheibenspiegel gerichtet sein. "Geschossen wird nicht mit Muskelkraft, sondern man baut seinen Körper zu einer in sich stabilen freistehenden Säule auf", sagt Lang. Nun wird es ernst. Die Schussdistanz beträgt zehn Meter, der zu treffende Spiegel ist insgesamt 45,5 Millimeter groß und der Zehnerpunkt hat einen Durchmesser von 0,5 Millimeter. Höchste Konzentration ist gefragt und das wortwörtlich auf den Punkt, da der Spiegel in zehn Meter Entfernung doch ziemlich klein ist.

Naja, es nützt nichts. Anvisieren, Ruhe bewahren, nicht wackeln. Leichter gesagt, als getan. Schon die kleinste Anspannung im Körper verreißt meine Zielerfassung. Jetzt sind meine Nerven und die richtige Atmung gefragt. Tief ein-, tief ausatmen. Die innere Ruhe finden. Und schon stabilisiert sich die Haltung. Jetzt fehlt nur noch der Schuss. Gefühlt hatte ich nur leicht den Finger am Abzug und, zack, zehn Meter flog das Projektil. Das ging schnell. Der Abzugswiderstand ist geringer als gedacht. Trotzdem traf mein erster Schuss den Neunerpunkt. Ich bin zufrieden. Bei den nächsten Runden Auflagenschießen bin ich vorbereitet. Nach ein paar Treffern, geht es einen Schritt weiter: das Freihandschießen. Hier ist Körperspannung gefragt. Der Schütze richtet sich seitlich zu dem Spiegel aus, Beine stehen hüftbreit, der Kopf dreht sich Richtung Ziel, der Körper ist aufrecht, die Schultern locker, das Gewehr liegt im Schulterbereich, der Ellenbogen des Stützarmes, der die Waffe hält, wird oberhalb des Hüftknochens angesetzt, die Hüfte wird zur Unterstützung nach vorne geschoben. Im Idealfall erreiche ich die Nullpunktstellung. "Das ist die Stellung, in der der Schütze, ohne Manipulation der Waffe durch Muskelkraft, auf der stabilen körpereigenen Säule das Ziel im Visier hat", erklärt Lang. Und bereits jetzt merke ich: So eine Waffe ist verdammt schwer! Kein Wunder also, dass die Sportschützen stabiles Schuhwerk und feste Kleidung benötigen. In Freihand fällt es mir deutlich schwerer, den Lauf der Waffe ruhig zu halten und ich muss mich enorm konzentrieren, um wieder in die Ruhe zu kommen.

Zum gelungenen Abschluss fehlt nur noch eins - ein Schokoriegel. Mit der Belohnung in der Hand verabschiede ich mich von meiner ersten Schießerfahrung und kann sagen, zum Schießsport gehört mehr als nur die Waffe in die Hand nehmen und los geht's. Verantwortung, Disziplin, Ausdauer und Nervenkraft gehören dazu. Aber die Hauptsache ist: Es macht richtig Spaß!

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