Lkw-Stress im Dorf
Mulsum: Wie ein Kamel im Nadelöhr

Die Mulsumer Ortsdurchfahrt ist in Höhe der Kirche ziemlich eng, trotzdem herrscht hier viel Verkehr
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sb. Kutenholz. Verdammt eng ist es zurzeit in den Geestorten Mulsum, Tinste und Hohenmoor. Hintergrund: Nicht nur Pkw, sondern auch Lkw nutzen die Ortsdurchfahrten als Umgehung der Baustelle an der Bundesstraße 74 zwischen Elm und Bremervörde (s. unten). Die Fahrzeuge quetschen sich durch das Dorf wie das sprichwörtliche Kamel durchs Nadelöhr.

Offiziell gibt es zwei Möglichkeiten, die gesperrte Bundesstraße zu umfahren: Der Pkw-Verkehr fährt über Mulsum auf die B74 in Richtung Stade. Die Verkehrsteilnehmer mit Lkw sollen weiträumiger über Kutenholz und Bargstedt nach Stade fahren. Weil die letzte Strecke jedoch gut zehn Kilometer länger ist, fahren viele "Brummis" einfach die Pkw-Umleitung durch Mulsum.

Mittellinie überfahren

Und das hat ärgerliche Folgen: Zum einen ist das Verkehrsaufkommen in Mulsum deutlich erhöht. Zum anderen ist die Ortsdurchfahrt bei der Kirche so eng und kurvenreich, das Lkw dort kaum Platz haben. Um die Strecke zu meistern, müssen sie die Mittellinie überfahren. Das birgt nicht nur Gefahrenpotenzial, es hat sogar schon Unfälle gegeben. "Der Polizei wurden in diesem Bereich in den vergangenen Wochen zwei bis drei Verkehrsunfälle gemeldet, bei denen Lkw Fahrzeuge aus dem Gegenverkehr touchiert haben" sagt Gerhard Seba, Bürgermeister der Gemeinde Kutenholz und Hauptkommissar bei der Polizei Fredenbeck. Er schließt jedoch nicht aus, dass es mehr Vorfälle gegeben haben könnte, die der Polizei nicht gemeldet wurden.

"Für die Bevölkerung ist das erhöhte Verkehrsaufkommen eine ganz schöne Belastung", sagt Seba. "Aber man kann den Lkw-Fahrern leider nicht verbieten, diese Straße zu nutzen. Denn es ist eine Kreisstraße, die ist öffentlich." Bereits im vergangenen Herbst hatten die Mulsumer unter erhöhtem Durchgangsverkehr zu leiden. Damals wurde die B74 zwischen Elm und dem Oste-Schwinge-Kanal wegen Bauarbeiten voll gesperrt.

Schleichweg gesperrt

Nicht öffentlich ist allerdings ein zweiter Schleichweg. Er führt über die kleinen Orte Tinste und Hohenmoor nach Bremervörde. Ortskundige Autofahrer nutzen die Nebenstraße gern als Abkürzung, es habe sogar schon Lkw gegeben, die sich durch das Tinster Holz auf die Bundesstraße gekämpft haben, erzählt Seba. "Dafür sind die kleinen Straßen aber definitiv nicht gemacht. Schon jetzt ist der Seitenstreifen ausgefahren, bei noch stärkerer Nutzung befürchten wir auch größere Schäden." Deshalb ist die Straße durch Hohenmoor nur noch für Anlieger frei, die Straße durch Tinste soll in diesen Tagen ebenfalls zur reinen Anliegerstrecke werden.

Zwei Wochen Verzögerung

Beim ersten Bauabschnitt der Arbeiten an der B74 zwischen Elm und Bremervörde gibt es Verzögerungen. Ursprünglich war geplant, bereits in der ersten Augustwoche mit den Asphaltierungsarbeiten zu beginnen. Aber: "Die zuvor aufgetragene Schottertragschicht hatte nicht die erwartete Tragfähigkeit", sagt Maren Quast von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade. "Die ist jetzt dank einer Nachverdichtung durch die zuständige Baufirma gegeben, so dass voraussichtlich am morgigen Donnerstag die Asphaltschicht aufgetragen werden kann."

Um Zeit zu sparen, hätten in der Zwischenzeit bereits Arbeiten im zweiten Bauabschnitt begonnen. "Da konnten Arbeiten vorgezogen werden", sagt Quast. Geplant war, die Bauarbeiten im November abzuschließen.

Die Mulsumer Ortsdurchfahrt ist in Höhe der Kirche ziemlich eng, trotzdem herrscht hier viel Verkehr
Die Nebenstraßen durch Tinste und Hohenmoor sind nur noch für Anlieger frei
Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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