Naturpark-Schule Sprötze-Trelde holt den Schäfer digital ins Klassenzimmer

Kristina Stein-Matthies (Mitte) und Sabine Adolphi-Schacht von der Naturpark-Schule Sprötze-Trelde interviewten Schäfer 
Ekkehard von Hörsten für ihre Schüler
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  • Kristina Stein-Matthies (Mitte) und Sabine Adolphi-Schacht von der Naturpark-Schule Sprötze-Trelde interviewten Schäfer
    Ekkehard von Hörsten für ihre Schüler
  • Foto: Naturpark Lüneburger Heide
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mum. Wörme. In der Corona-Krise ist es für Schulen nicht leicht, den Unterricht anschaulich zu gestalten. Doch die Naturpark-Schule Sprötze-Trelde zeigte sich kreativ: Auf Anregung des Naturparks Lüneburger Heide holt Lehrerin Kristina Stein-Matthies sich jetzt Schäfer und Schnucken digital ins Klassenzimmer. Schulausflüge sind nämlich bis zum Herbst untersagt.
Die Grundschullehrerin traf stellvertretend für die Erstklässler ihrer Schule den Wörmer Schäfer Ekkehard von Hörsten und seine Schnuckenherde bei seiner Arbeit im Büsenbachtal. Denn wenn die Schüler nicht zu den Schnucken kommen können, wie es eigentlich geplant war, kommen diese eben ins schulische oder heimische Klassenzimmer - virtuell versteht sich.
Stein-Matthies hatte viele Fragen der Kinder gesammelt. Über eine Stunde lang beantwortete Schäfer von Hörsten alles ganz genau. Naturpark-Mitarbeiter Robin Marwege und die Lehrerkollegin Sabine Adolphi-Schacht hielten die kurzweiligen Erzählungen in Fotos und Videos fest. Marwege freut sich, dass das Kollegium der Naturpark-Schule in dieser besonderen Situation bereit für neue Wege war: "Das Ziel der Kooperation ist ja, dass die Naturparkregion als Lernort rund um Fragen der Nachhaltigkeit genutzt wird und dass der Bezug zur Umgebung gefördert wird. So haben wir das zumindest so gut es gerade geht umgesetzt."

Dann kommt die Schnucke eben in die Schule

Per Video und Bild erfahren die Schülerinnen Greta und Yara zum Beispiel, wie viel ein neugeborenes Lamm wiegt (1,7 Kilo, also nicht mal zwei Mehlpackungen), oder Domenik, ob die Schafe nachts schlafen (schon, aber vor allem dösen sie beim Wiederkäuen). Konrad und Clara lernen, warum Ziegen mit in der Herde sind (die fressen auch Gehölze oder Baumrinde und verjüngen damit die Heide auf andere Weise als die Schnucken), und Jana, was eigentlich aus der Wolle gemacht wird (Gegenfrage: Hast du Wolle an?). Auf diese Weise erfahren die Kinder einiges über die nützlichen und sympathischen "Landschaftspfleger" vor ihrer Haustür, ohne deren "Schnökern" des Heidekrauts die wertvollen Heideflächen wieder zuwachsen, schnell verbuschen und zu Wald würden.
So sehr Kristina Stein-Matthies bedauert, dass die Kinder dieses Halbjahr keinen direkten Eindruck von den Tieren, dem Blöken, dem Wandern mit dem Schäfer oder den Hütehunden bekommen, freut sie sich doch über die Gelegenheit, die Arbeit des Schäfers und das Leben der Tiere in einer "Fotostory" und in Videos weiterzutragen.
• Der Naturpark Lüneburger Heide hat mit derzeit drei Schulen aus der Naturparkregion feste Partnerschaften geschlossen und unterstützt ein Exkursionsprogramm finanziell und organisatorisch. Es werden mit den Schulen Aktionen, Ausflüge und Kooperationen entwickelt, die zum jeweiligen Lehrplan der ersten bis achten Klassenstufe passen und das Lernen direkt in den Naturpark verlegen. Zu den Partnerschulen gehören außer der Grundschule in Sprötze-Trelde noch die Grund- und Oberschule Neuenkirchen sowie die Oberschule Hanstedt.

Beispielhaft für nachhaltige Entwicklung 
Der Naturpark Lüneburger Heide ist Modellregion für nachhaltige Entwicklung und wird durch einen gemeinnützigen Verein getragen, in dem sich die drei Landkreise Harburg, Heidekreis und Lüneburg sowie alle Kommunen im Städtedreieck Lüneburg, Soltau und Buchholz engagieren. Die Aufgaben des Naturparks Lüneburger Heide reichen von der Förderung von Maßnahmen zur nachhaltigen, naturgebundenen Erholung über die regionale Wertschöpfung bis zur Stärkung der Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung und Aktionen zur Pflege der Kulturlandschaft. In einem großen Netzwerk aus vielen Partnern setzt der Naturpark seine Aufgaben um.
• Weitere Informationen gibt es unter www.naturpark-lueneburger-heide.de.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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