Sein Herz schlägt auch für den Wald
Kreisjägermeister Norbert Leben wird 80 Jahre alt

Auch zu Hause mit der "Tierwelt" eng verbunden: Norbert Leben auf einer von Kettensägenkünstler Michael Knüdel gefertigten Sitzbank | Foto: ce
4Bilder
  • Auch zu Hause mit der "Tierwelt" eng verbunden: Norbert Leben auf einer von Kettensägenkünstler Michael Knüdel gefertigten Sitzbank
  • Foto: ce
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

Sein Herz schlägt seit der Jugend für die Jagd und den (heimischen) Wald: Norbert Leben, Kreisjägermeister und ehemaliger Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen, feiert am Sonntag, 20. September, seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass sprach WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann mit dem in Schätzendorf (Landkreis Harburg) lebenden Jubilar über dessen Engagement für Fauna und Flora sowie über seine Zukunftswünsche. 

WOCHENBLATT: Herr Leben, nach Ihrer Ausbildung zum Landwirt übernahmen Sie mit Ihrer Frau Elke in den 1970er Jahren den elterlichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb, 1982 legten Sie die Prüfung zum Landwirtschaftsmeister ab. Traditionell gehörte eine Gaststätte zu Ihrem Hof. Während Ihre Frau die Gastronomie, jetzt auch mit einem kleinen Hotel, weiterführte, schwenkten Sie beruflich bald um, wurden unter anderem Geschäftsführer der Nordheide-Forst-Service GmbH sowie darüber hinaus Präsident des niedersächsischen Waldbesitzerverbandes. Woher kam der Sinneswandel?

Norbert Leben: Ich habe mich immer auch um unsere Landwirtschaft mit fast 70 Hektar gekümmert. Aber eigentlich ist und war der Wald immer meine Leidenschaft. Ich habe mich in besonderer Weise dafür interessiert, weil eigener Wald in unserer Familie vorhanden war. Mich hat stets die Frage beschäftigt, was ich dort für die Zukunft entwickeln und an die nächste Generation übergeben kann. Wald ist die schonendste Form der Landbewirtschaftung, wobei mein besonderes Augenmerk auf dem Wasser lag.

WOCHENBLATT: Wie ist es aktuell um den Wald in der Region und im Land bestellt?
Leben: Der Wald hat schon deutlich unter den extremen Wettersituationen gelitten. Durch den Borkenkäfer gab es Substanzverluste. Insgesamt sind wir aber gut aufgestellt, der Wald wird bei uns im Landkreis, wie auch in ganz Niedersachsen, gut durch sehr engagierte Förster betreut.

WOCHENBLATT: Wie ist aus Ihrer Sicht als Kreisjägermeister derzeit das Jagdwesen aufgestellt?
Leben: Auch dort sind wir gut aufgestellt. Die rund 282 Reviere im Landkreis werden durch Jäger in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft gut betreut.

WOCHENBLATT: Was unterscheidet Ihr Amt von dem des Vorsitzenden der Jägerschaft Landkreis Harburg, Horst Günter Jagau?
Leben: Horst Günter Jagau führt mit der Jägerschaft quasi einen Verein inklusive freiwilligem Ein- und Austritt. Ich als Kreisjägermeister bin mehr Berater des Landrates und der Kreisverwaltung in jagdlichen Angelegenheiten. Hier geht es um praktische jagdliche Situationen zwischen Jägerinnen und Jägern auf der einen Seite und der Verwaltung auf der anderen. Dazu gehören etwa Revierzuschnitte und die Festlegung von Abschusshöhen. Zudem obliegt dem Kreisjägermeister mit seiner Prüfungskommission die hoheitliche Aufgabe der Abnahme der Jägerprüfung. In meiner Amtszeit habe ich über 2.000 Prüfungszeugnisse unterschrieben.

WOCHENBLATT: Wie ist Ihre Einstellung zum Thema Wolf, und inwieweit muss die Politik hier aktiv werden?
Leben: Das ist ein auch gesellschaftlich brisantes Thema. Wir brauchen ein vernünftiges Wolfsmanagement. Kein Jäger will den Wolf ausrotten. Wenn wir aber sehen – wie jetzt in Niedersachsen -, dass die Populationen einfach zu hoch und die Schäden zu groß sind, dann muss eingegriffen werden. Das machen wir übrigens bei jeder anderen Wildart genauso.

WOCHENBLATT: Was wünschen Sie Ulrich Peper, der im November Ihre Nachfolge als Kreisjägermeister antreten wird?
Leben: Er wurde aus der Jägerschaft heraus für den Posten vorgeschlagen und bringt beste Voraussetzungen für diese Aufgabe mit. Als Leiter des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Echem (Kreis Lüneburg) hat er dies schon unter Beweis gestellt. Ich wünsche ihm ein gutes "Sich-Einfinden" in die Jägerschaft, die nötige Fortune bei Entscheidungen und eine sichere Hand in jagd- oder verbandspolitischen Angelegenheiten. 

WOCHENBLATT: Wie feiern Sie Ihren 80. Geburtstag?
Leben: Ich feiere mit Familie und Freunden auf einem Schiff, mit dem wir von Hoopte nach Hamburg, dort einmal durch den Hafen und wieder zurückfahren.

WOCHENBLATT: Welche Wünsche haben Sie?
Leben: Ich wünsche mir, dass ich gesund bleibe und dass mich der liebe Gott dabei weiter so gut behandelt wie bisher. Zudem wünsche ich mir, dass das vertraute Miteinander in der Familie und vor allem mit meiner lieben Frau Elke, die mir seit 55 Jahren die Treue hält, erhalten bleibt. Vor ihr ziehe ich ganz tief meinen Hut, denn wir haben so manchem Sturm gemeinsam getrotzt. Und ich möchte gerne noch viel Zeit in meinem Wald und auf der Jagd verbringen.

WOCHENBLATT: Herr Leben, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Ausgezeichnetes Engagement

(ce). Norbert Leben wurden als Anerkennung für sein vielfältiges Engagement folgende Ehrungen zuteil:
1972: Fackelträger des olympischen Feuers als Vielseitigkeitsreiter auf der Strecke von München, wo die Olympischen Sommerspiele stattfanden, nach Kiel, dem Austragungsort der Segelwettbewerbe
2006: Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold
2009: Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
2013: Lorenz-Wappes-Preis der Deutschen Forstvereins für herausragende Leistungen in der öffentlichen Darstellung der Forstwirtschaft
2016: Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens

Glückwünsche und eine Laudatio aufs Leben(s)-Werk

Horst Günter Jagau, Vorsitzender der Jägerschaft Landkreis Harburg (JLH): "Norbert Leben hat es mit seiner ausgleichenden Art und seinem umfangreichen Wissen über das Waidwerk über Jahrzehnte verstanden, die Jägerinnen und Jäger aus unserem Landkreis bei allen jagdlichen Fragen zu unterstützen und gemeinsame Lösungen zu finden. Für die Zukunft wünsche ich ihm Gesundheit, Erholung in Feld und Wald und viel Waidmannsheil."

Ulrich Peper, der ab November als neuer Kreisjägermeister Nachfolger von Norbert Leben wird, würdigt dessen 30-jähriges Engagement: "Drei Jahrzehnte, eine ganze Generation, war Norbert Leben eine der prägensten Figuren im gesamten grünen Bereich, auf Kreis,- Landes,- und Bundesebene. Dahinter stehen unzählige Stunden ehrenamtlichen Engagements, Verantwortung, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Vieles hat sich in diesen Jahren geändert in der Land- und Forstwirtschaft, im Naturschutz, in den Strukturen der Verwaltung und in den Erwartungen der Gesellschaft. Doch eines ist über die Jahrzehnte gleichgeblieben: der persönliche Einsatz von Norbert Leben für den Wald, für das Wild und für die Natur.
Norbert Leben hat die Aufgaben des Kreisjägermeisters nicht nur ausgeführt, sondern dem Amt ein Gesicht gegeben. Mit Weitblick, Sachverstand und Fingerspitzengefühl konnte er Interessen zusammenführen, Brücken bauen und erfolgreich vermitteln, wo unterschiedliche Auffassungen aufeinandertrafen. Norbert Leben hat stets die Bedeutung der Jagd betont - Jagd als Verantwortung für die Hege des Wildes und als Beitrag zur Bewahrung der Kulturlandschaft, den Einklang finden zwischen Mensch und Natur.
Viele Jungjägerinnen und Jungjägern fanden unter Norbert Leben und der von ihm geleiteten Jägerprüfungskommission ihren Weg in die Jagd. Er war gefragt als Ansprechpartner, Ratgeber und Vorbild zugleich. Mit Erfahrung, Glaubwürdigkeit und seiner väterlichen Art, hat er Generationen von Jungjägern geprägt.
Ein Ehrenamt in dieser Dimension auszuüben, gelingt nur mit Leidenschaft und Selbstdisziplin. Das Wirken von Norbert Leben wird Spuren hinterlassen. Ihm ist für die Zukunft Gesundheit, Zeit mit der Familie und die anhaltende Freude am Doppelkopf zu wünschen. Am meisten aber wünschen wir Norbert Leben noch viele erfüllende Stunden in Wald, im Feld und in der Natur - denn dort ist er zu Hause."

Auch zu Hause mit der "Tierwelt" eng verbunden: Norbert Leben auf einer von Kettensägenkünstler Michael Knüdel gefertigten Sitzbank | Foto: ce
Norbert Leben (re.) mit Ulrich Peper, der im November Lebens Nachfolge als Kreisjägermeister antritt | Foto: Silke König
Horst Günter Jagau, Vorsitzender der Jägerschaft Landkreis Harburg | Foto: ce
2016 erhielt Norbert Leben (li.) vom damaligen Ministerpräsidenten Stephan Weil das Niedersächsische Verdienstkreuz | Foto: Leben
Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ