Hauptmann Tom Henke bei FDP in Hanstedt
„Hoffnung ist keine Strategie“
- Von links: Ingmar Schmidt (Kreisvorsitzender der FDP), Hauptmann Tom Henke, Tobias Rohde und Alina von Minden (beide FDP Hanstedt)
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Was bedeutet die veränderte Weltlage konkret für unsere Region? Auf Einladung des FDP-Ortsverbandes Hanstedt erklärte Jugendoffizier Hauptmann Tom Henke jetzt vor interessierten Bürgern, wie sich Deutschland und die Kommunen auf mögliche Krisen vorbereiten.
Alina von Minden und Tobias Rode von der Hanstedter FDP und der Kreisverband hatten zu dem gut besuchten Informationsabend geladen, um das Thema Sicherheit in den lokalen Fokus zu rücken. Im Zentrum des Vortrags und der Diskussion standen Fragen zur Sicherheitspolitik im Allgemeinen - und was im Ernstfall auf Politik und Behörden aber auch auf Bürger vor Ort zukäme.
Hauptmann Henke machte den Anwesenden gleich zu Beginn deutlich: „Hoffnung ist keine Strategie.“ Sollte es zu einem Bündnisfall der NATO kommen – etwa bei einer akuten Bedrohung des Baltikums –, wird Deutschland zur zentralen logistischen Drehscheibe für Truppenverlegungen. Das hätte massive, direkte Auswirkungen auf unsere Region. „Die Autobahn von Hamburg nach Berlin wäre für Zivilisten wahrscheinlich dann nicht mehr befahrbar, weil da nur noch militärischer Verkehr unterwegs ist“, erklärte der Offizier schonungslos. Auch landwirtschaftliche Flächen in Niedersachsen könnten im Ernstfall kurzfristig beansprucht werden, um dort militärische Feldlager für durchreisende Truppen zu errichten.
Sicherheit, das wurde an diesem Abend klar, ist längst keine rein militärische Aufgabe mehr. Sie betrifft jeden Einzelnen. Dabei müsse nun aber niemand in Panik verfallen und riesige Bunker oder Vorratsräume anlegen, betonte Henke. Entscheidend sei vielmehr eine gute Vorbereitung auf Krisen. „Wichtig ist, dass man einen Plan hat und weiß, wie man ein bis drei Wochen ohne Strom und laufendes Wasser übersteht“, riet der Hauptmann. Warme Decken für den Winter, eine funktionsfähige Taschenlampe, Batterien und eine geladene Powerbank sollten in keinem Haushalt fehlen.
Auch die Gefahr von hybrider Kriegsführung und Sabotage an lokaler Infrastruktur, wie etwa Autobahnbrücken oder Strom-Verteilernetzen, sprach der Experte offen an. Solche Angriffe seien oft erschreckend leicht durchzuführen.
Dennoch bemühte sich Henke, am Ende auch zu beruhigen: Die Bundeswehr baue ihre Fähigkeiten stetig aus, und die Wahrscheinlichkeit eines großflächigen Krieges direkt auf deutschem Boden schätze er als eher gering ein. Die Bürger nutzten die Gelegenheit im Anschluss intensiv, um in einer offenen Diskussionsrunde weitere Fragen zur weltpolitischen Lage zu klären.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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