Wieder mehr Verkehrstote im Kreis Stade

Präsentierten die Unfallstatistik (v.li.). Jan Horwege, Kathrin 
Donker und Andreas Kunath    Foto: jd
  • Präsentierten die Unfallstatistik (v.li.). Jan Horwege, Kathrin
    Donker und Andreas Kunath Foto: jd
  • hochgeladen von Jörg Dammann

Unfälle durch Drängler und Raser: Polizei veröffentlicht Verkehrsunfallstatistik für den Kreis Stade

jd. Stade. Es kracht immer häufiger im Landkreis: Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Vorjahr erneut angestiegen - wenn auch nur leicht um 2,5 Prozent. Insgesamt registrierte die Polizei 4.560 Unfälle. Das geht aus der Statistik zum Unfallgeschehen 2017 hervor, die die Polizeiinspektion Stade jetzt veröffentlicht hat. Leider stieg auch die Zahl der Unfalltoten wieder an: "Den historischen Tiefstwert des vergangenen Jahres konnten wir leider nicht halten oder sogar senken", erklärte Polizeioberrat Andreas Kunath bei der Vorstellung des Zahlenwerks. 2016 starben sieben Menschen auf den Straßen des Landkreises, 2017 waren es zehn.

Auch wenn dies der zweitniedrigste Wert überhaupt sei, so Kunath: "Jeder Unfalltote ist einer zu viel." Die Beamten hätten sich weiter die "Vision Zero" zum Ziel gesetzt: Das heißt null Verkehrstote. Dafür sei weiter Aufklärungsarbeit zu leisten. Im Fokus stehen dabei besonders die Drängler und Raser: "Hauptursache bei den Unfällen mit verletzten Personen ist zu geringer Sicherheitsabstand, gefolgt nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit", erläutert Hauptkommissar Jan Horwege. Insgesamt gab es 742 Leicht- und 145 Schwerverletzte, wobei sich rund zwei Drittel der Unfälle außerhalb von Ortschaften ereigneten.

Man müsse in die Köpfe der Autofahrer hineinbekommen, dass zu dichtes Auffahren und überhöhtes Tempo große Unfall-Risiken darstellen, meint Kunath. Hier sei noch jede Menge Präventionsarbeit zu leisten. Äußerst riskant ist es natürlich auch, sich betrunken ans Lenkrad zu setzen. Zwar sank die Zahl der Unfälle, an denen alkoholisierte Fahrer beteiligt waren, im Jahr 2017 um 16 auf 76, doch wurden im Vergleich zum Vorjahr mehr Trunkenheitsfahrer aus dem Verkehr gezogen: 2016 waren es 203 erwischte Promillesünder, im vergangenen Jahr immerhin 225. Ähnlich sieht es bei den Betäubungsmitteln aus: Hier registrierte die Polizei bei ihren Kontrollen 217 Fälle.

Offenbar gefruchtet haben die verschiedenen Projekte zur Verkehrserziehung an den Schulen und Kitas: Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Kinder unter 15 Jahren verletzt wurden, ist erneut gesunken, von 86 auf 54. Bei den Schulwegunfällen ist ebenfalls eine rückläufige Tendenz zu verzeichnen: 2017 verunglückten 17 Kinder auf dem Weg zur Schule, zwei Jahre zuvor waren es noch doppelt so viele.

Weiterhin verhältnismäßig hoch ist die Beteiligung von Fahranfängern im Alter von 18 bis 24 Jahren an Unfällen mit Personenschaden. Zwei der zehn Verkehrstoten gehören dieser Altersgruppe an. "Ein großes Problem ist nach wie vor die unzulässige Handynutzung", erläutert Horwege: "Bei Tempo 50 eine Sekunde auf das Smartphone schauen, bedeutet 14 Meter Blindflug."

Nach oben klettern die Zahlen bei den Senioren (ab 65 Jahre): Erneut sind deutlich mehr Verletzte zu beklagen als im Vorjahr. Nach einem Rückgang im Jahr 2016 hat es im Vorjahr wieder mehr Motorradunfälle gegeben. Drei Biker erlitten tödliche Verletzungen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Service

13. April: Die Corona-Zahlen im Landkreis Harburg
72,71: Inzidenzwert deutlich höher

(sv). Der Corona-Inzidenzwert im Landkreis Harburg ist am heutigen Dienstag, 13. April, wieder deutlich angestiegen: von 60,6 am Vortag auf aktuell 72,71. Über Ostern war die Inzidenz zurückgegangen, was laut RKI-Präsident Lothar Wieler unter anderem an weniger durchgeführten Tests lag (das WOCHENBLATT berichtete). Wieler betonte, dass sich erst im Laufe dieser Woche zeigen werde, wie sich die Corona-Zahlen nach den Osterferien tatsächlich entwickeln. Die Zahl der aktiven Fälle steigt...

Politik
Vorsitzender Dr. Lars Teschke (li.) und Gerd Kruse (beide Verein für gesunden Lebensraum) am Rübenberg bei Ohlendorf. Etwa 150 Meter von ihnen entfernt ist eine 200 Meter hohe 
Windkraftanlage geplant

Naturschutz contra Energiewirtschaft
Wirbel um geplantes 200 Meter hohes Windrad bei Ohlendorf

ts. Ohlendorf. Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Wohnen, Gewerbe oder Naturschutz - die Konkurrenz um Flächen ist groß. In Seevetal ist deshalb die Absicht der Enertrag AG mit Sitz in Dauerthal (Brandenburg) umstritten, eine 200 Meter hohe Windkraftanlage am Rübenberg bei Ohlendorf zu errichten. Dazu müsste der Landkreis Harburg genehmigen, dass die Anlage näher an Wald, Wegen und Wohnbebauung heranrücken darf, als es geltende Abstandsregeln vorsehen. Im laufenden Genehmigungsverfahren hat...

Service
Ein Schnelltest gibt Aufschluss, ob man das Virus in sich trägt
3 Bilder

Kostenlose Schnelltests in Apotheken oder Testzentren helfen im Kampf gegen die Pandemie
Mehr Sicherheit im Alltag

(sb). Seit dem 8. März hat jeder Bürger einmal pro Woche Anspruch auf einen kostenlosen Coronatest. Er gilt als wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Pandemie. Denn jede frühzeitig erkannte Infektion trägt dazu bei, das Virus einzudämmen. Finanziert werden die Tests und deren Durchführung vom Bund, für den Bürger entstehen keine Kosten. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wird das Personal bereits seit mehreren Monaten regelmäßig auf eventuellen Virenbefall geprüft. Jetzt gibt es das auch...

Panorama
Manfred Pankop zeigt die ärztliche Bescheinigung, dass er aus 
gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen muss

Neu Wulmstorfer fühlt sich aufgrund seiner Erkrankung diskriminiert
"Wo darf ich noch ohne Maske einkaufen?"

sla. Neu Wulmstorf. Manfred Pankop ist verzweifelt. Im vergangenen Jahr wurde der 65-Jährige wegen Verdachts auf Lungenkrebs an der Lunge operiert. Zum Glück bestätigte sich der Verdacht nicht, da es sich um einen gutartigen Tumor handelte, der ihm entfernt wurde. Dennoch ist der Neu Wulmstorf seitdem gesundheitlich stark beeinträchtigt und ausgesprochen kurzatmig. Insbesondere das Tragen der Corona-Schutzmaske verursache bei ihm regelrechte Atemnot, verbunden mit extremen Hustenanfällen. "Ich...

Panorama

Corona-Ausbrüche in vier Betrieben: Fälle hängen miteinander zusammen
Inzidenzwert im Landkreis Stade liegt drei Tage hintereinander über 100

jd. Stade. Drei Tage hintereinander eine Sieben-Tage-Inzidenz jenseits der 100er-Marke: Der Landkreis Stade gilt jetzt als Hochinzidenzgebiet. Welche Konsequenzen das haben kann, ist allerdings noch offen. Am Sonntag lag der Inzidenzwert erstmals in diesem Jahr über 100. Gemeldet wurden 113,0 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Am Montag war der Wert mit 112,0 Fällen pro 100.000 Einwohner nur unwesentlich niedriger. Für den heutigen Dienstag wird eine Inzidenz von 113,9...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen