Hausdurchsuchung in Harsefeld
Zwei Handys der Jugendgang beschlagnahmt
- Polizeisprecher Rainer Bohmbach
- Foto: Polizei
- hochgeladen von Nicola Dultz
Im Rahmen der Ermittlungsverfahren hat die Buxtehuder Polizei gestern die beiden Haupttäter der Harsefelder Jugendgang aufgesucht und Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei wurden zwei Handys sichergestellt und die beiden 15- und 16-jährigen Jugendlichen erkennungsdienstlich erfasst. Das bedeutet, dass personenbezogene Daten und biometrische Merkmale aufgenommen und gespeichert werden. Im Anschluss wurden die beiden Intensivtäter wieder entlassen. Die Akten werden nun der Staatsanwaltschaft übergeben, die die nächsten Schritte einleiten wird.
Hausdurchsuchungen gehören zum Tagesgeschäft der Polizei
"Die Hausdurchsuchungen gehören für uns zur üblichen Vorgehensweise in einem Ermittlungsverfahren", erklärt Polizeipressesprecher Rainer Bohmbach auf Nachfrage des WOCHENBLATT. "Wir müssen nur jeweils die richterliche Anordnung abwarten."
Jugendgang terrorisiert Jugendliche in Harsefeld
Wie berichtet drangsalieren die beiden Jugendlichen sowie eine Handvoll Mitläufer schon seit Monaten Kinder und Jugendliche in Harsefeld, verkaufen Drogen und Vapes, bedrohen, erpressen und verprügeln ihre Opfer und veröffentlichen Videos der brutalen Angriffe in den sozialen Medien.
Nachdem sich kurz vor den Sommerferien zwei Harsefelder Schulen an die Öffentlichkeit gewandt und insbesondere die Eltern über das brutale Vorgehen der Jugendgang informiert hatten, kam der Ball öffentlich ins Rollen. Neben den lokalen Medien berichteten auch überregionale Medien über die Zustände im sonst beschaulichen Geestort. Um den intensiven Nachfragen Herr zu werden, bat Samtgemeinde-Bürgermeisterin Ute Kück zu einer Pressekonferenz mit Polizei, Harsefelder Sozialpädagogen sowie dem Pressesprecher des Landkreises Stade ein. Dort wurde u.a. erklärt, dass die Polizeistation in Harsefeld nicht rund um die Uhr besetzt ist, was natürlich auch die Straftäter wissen.
Bürgerinitiative mit 300 Mitgliedern gegründet
Sorge bereitete der Polizei unter anderem, dass es in Harsefeld Bestrebungen gab, sich mangels ständiger Polizeipräsenz zu einer Bürgerwehr zusammenzuschließen. "Der Grat zur Selbstjustiz ist hier sehr schmal und die geht gar nicht", so Rainer Bohmbach. Doch bisher habe sich diese Befürchtung nicht bestätigt. Statt einer Bürgerwehr habe sich eine Bürgerinitiative mit rund 300 Mitgliedern gegründet, die in Harsefeld die Augen offen hält, um ihre Kinder und Jugendlichen zu schützen. "Wir begrüßen Zivilcourage und freuen uns über Hinweise aus der Bevölkerung", so Rainer Bohmbach.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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