Dat WOCHENBLATT schrifft Plattdüütsch: Toon Europääschen „Sprachen-Tag“ gifft dat een Artikel op Platt

Bernd Meinke un Ulrike Tipke vom Harsfelder Rothuus verstoht nich blos Platt, se künnt dat ok snacken
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(jd).Europa ist ein bunter Sprachenteppich: Allein in der EU gibt es 24 Amtssprachen. Außerdem stehen mehr als 60 Regional- oder Minderheitensprachen - darunter Plattdeutsch - unter dem Schutz der Europäischen Sprachencharta. Auf diese Vielfalt macht jedes Jahr der „Europäische Tag der Sprachen“ aufmerksam, der am heutigen Samstag begangen wird. Für die WOCHENBLATT-Redaktion Anlass genug, einen Artikel in der traditionellen Sprache unserer Region zu verfassen: auf „Platt“.

Dat gifft jümmer weniger Spraaken op de Welt: Von de 6.000 Spraaken, de op de ganze Welt tellt wart, schütt all 2.500 Gefohr loopen uttostarben, seggt de UNESCO. In Düütschland stoht op düsse „Rode List“ 13 Spraaken, un eene dorvon is unser Plattdüütsch. De Experten hebbt dat mol afschätzt, wo dat bi uns in Needersassen utsüht: daarno schütt noch goode tein Prozent von de Lüüd Platt snacken und nich ganz de Hälfte von all de Lüüd tohoop künnt dat verstohn.

„Bi een Ümfroog is ruutsuert, dat de Düütschen dat Platt – de Spraak ut uns Region - sogor noch leever hören möögt as toon Bispill dat Bayrisch“, freit sick Heinz Mügge, de Vörsitzende vom Vereen „De Plattdüütschen“. De Vereen is in‘n Landkreis Stood all seit Johren dor achteran, dat weer mehr Platt snackt ward.

Dorför hebbt se sick de Schoolen und Kindergaardens utkeeken: Noh de Formel „Twee und Een dorto“ schüllt de Kinner nich blos Hochdüütsch und Englisch lieren, se schüllt ok noch een „lüütje“ Spraak, dat Plaatdüütsch, bibröcht kriegen, verlangt Mügge. GerodePlatt is heel de richtige Spraak, wenn uns lüttjen Schietbüdels mit mehrere Spraaken groot warden schüllt, meent Mügge: „Dat schall goot ween, wenn Kinner noh Möglichkeit fröh Englisch lieren doot. Worüm nich ok Plattdüütsch?“

Dat is nu an de Tied, dat dor een Schoolfach „Neederdüütsch“ op den Stünnenplon sett ward, meent dat Oberhaupt von de Plattsnackers in‘n Landkreis Stood. Ober bit dat nu so wiet is und ok losgohn kann, duurt dat noch sien Tied: Zwor hett de Kultusminister von Needersassen all 2011 een Erlass „Die Region und ehr Spraak“ rutgeben, wo bin steiht, dat Platt mit op den Lehrplaan ropsett warden schall, ober wann dat denn nu wirklich losgeiht und öberall Plattdüütsch liert ward, dor leggt se sick nich fast.

Dorbi hett Needersassen von ganz boben Bescheed kregen, dat se dat Platt inne Schoolen to plegen hebbt. So steiht dat in de „Charta to de Regionaal- und Minnerheitenspraaken“, de uns Europarot all 1992 beschlooten hett, und de bi uns in Düütschland siet 1999 gellt. Disse Charta hett bi uns in Needersassen ok dorför sorgt, dat de Bürger open Amt jümme Breefe un Urkunden ok in Platt afgeven künnt.

De Politiker in‘n Landdag von Needersassen hebbt sik betlang blots in een Resolotion op eenigt, dat man dat Plattdüütsch fördern will. „Wichtig is ober, dat de Politiker nich blots rümsnacken doot, sondern dat dor ok handlichs wat possiert“, meent Heinrich Siefer von‘n „Bundesraat för Nedderdüütsch“, dem Dachverband von de Plattsnacker: Denn dat Recht, Platt as normale Amtsspraak to bruken, gellt erst, wenn dat schwatt up witt up‘t Papier steiht.“

In veele Behörden verstoht se Platt

Veele Behörden in de Region mookt all mit: An de Dören von Rothüüser und Ämter klevt Opkleber „Wi verstoht Platt“. In de Harsfelder Verwaltung hebbt se sogor Schrievers, de Platt nich blots verstoht, se künnt dat ok mit de Besööker snacken. Rothuus-Vizechef Bernd Meinke und sien Mitarbeiterin Ulrike Tipke snackt all von lütt op an de typische Ümgangssprook von de Landbevölkerung. De beiden freit sick jümmer, wenn in de Amtsstuuven plattdüütsch vertellt ward: „Dat klingt as Musik in uns Ohren. Lüüd de tohoop platt schnackt, stoht sick veel nöger as bi dat Hochdüütsche. Dat is schier persönlicher und man ward sick gau eenig.“

Ok in Stood im Kreishuus snackt se „Platt“. De Amtssprook is zwor Düütsch, seggt Kreis-Spreeker Christian Schmidt, ober een Andrag op Platt war bestimmt mit trech mookt. Ok Schmidt kann plattdüütsch: „Ick tööv all lang op mien eerste plattdüütsche Anfraag von de Presse“, is he am grienen. De Landkreis Horborg hat sogor een Beupdragten för Platt: Herbert Timm kümmert sick ieverig üm allens, wat mit Plattdüütsch to doon hett. Jedes Johr schrifft he op, wat so allens anfoolen is und anlingen deit. Dat is noch gor nich lang her, dor hett Vize-Landrot Heiner Schönecke een Anfraag an denn Landkreis stellt: He sett sick dorför in, dat Plattdüütsch noch mehr fördert warden schall.

Bernd Meinke un Ulrike Tipke vom Harsfelder Rothuus verstoht nich blos Platt, se künnt dat ok snacken
Graffiti op „Platt“: Veele Lüüd find de Spraak wedder „cool“
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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