Eine "Bank" für Gas-Guthaben: In Harsefeld-Hollenbeck befindet sich ein riesiger Erdgas-Speicher tief unter der Erde

Nils Beckmann, Ralf Possenriede, Michael Ostmeier und Betriebsleiter Rüdiger Maikranz sorgen dafür, dass das Gas sicher an seinem Bestimmungsort ankommt
6Bilder
  • Nils Beckmann, Ralf Possenriede, Michael Ostmeier und Betriebsleiter Rüdiger Maikranz sorgen dafür, dass das Gas sicher an seinem Bestimmungsort ankommt
  • hochgeladen von Jörg Dammann

"Hier lagert die Wärme für den Winter" - so in etwa sollte der Artikel über den Erdgasspeicher der Firma Storengy in Harsefeld-Hollenbeck betitelt werden. Doch bei dem Ortstermin in der Anlage wird schnell klar: Die Überschrift passt so nicht. Seit der Inbetriebnahme vor mehr als 20 Jahren hat sich die Funktion dieser unterirdischen Speicherstätte grundlegend gewandelt: Das Gas, das in den beiden gewaltigen Kavernen mehr als ein Kilometer tief unter der Erde im Harsefelder Salzstock eingelagert wird, dient nicht mehr wie früher als Reserve für frostige Tage.
Vorbei sind die Zeiten, zu denen die Öl- und Gaspreise eine regelmäßige Wellenbewegung durchliefen: im Sommer billiger, im Winter teurer. "Diese gravierenden, jahreszeitlich bedingten Preisunterschiede gibt es beim Gashandel nicht mehr", erklärt Betriebsleiter Rüdiger Maikranz. Heutzutage seien andere Faktoren entscheidend: "Wenn ein Kunde günstig eine Tranche Erdgas ergattert, weil beispielsweise irgendwo zu viel gefördert wurde, kann er dieses Kontingent kurzfristig bei uns einlagern."
Insgesamt passen in die beiden Kavernen, die die Form von gigantischen Zigarren haben, 120 Millionen Kubikmeter Gas. Das reicht aus, um rund 40.000 Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang mit Wärme und heißem Wasser zu versorgen. Mit den Endverbrauchern hat Storengy aber nichts zu tun: "Unsere Kunden sind Zwischenhändler und Energieversorger. Maikranz vergleicht den Gasspeicher mit einem riesigen Bank-Depot: "Wir vermieten als Dienstleister Lagerkapazitäten".
In die zwei Hollenbecker Kavernen - beide sind jeweils 300 Meter hoch und haben einen Durchmesser von 50 Metern - können pro Stunde 90.000 Kubikmeter Gas gepumpt werden. Diese Menge entspricht dem Fassungsvermögen von fast 800 großen Eisenbahn-Kesselwagen. Dabei wird das Gas mächtig "unter Druck" gesetzt: von 50 bar in der Pipeline auf rund 230 bar unter der Erde. Andersherum geht es noch flinker: Zurück in die Leitungen fließen stündlich 300.000 Kubikmeter Gas. Das sei im Vergleich zu anderen Speichern ein äußerst flottes Tempo, meint Maikranz: "Hier in Hollenbeck steht unser Porsche."
Beim Gashandel laufe inzwischen vieles virtuell ab, so der Betriebsleiter. " Darauf muss sich auch Storengy einstellen. Wir haben beispielsweise einen Verbund mit unserem Speicher in Uelsen an der holländischen Grenze. Kunden können über den virtuellen Handelspunkt ihr Gas einlagern." Auf diese Weise übernehmen wir für die Kunden die Nutzung der Pipeline. Solche „virtuellen“ Produkte bietet Storengy Kunden in ganz Europa an. Im Prinzip funktioniert das wie eine Bankanweisung: Das "Gas-Guthaben", das ein Kunde "einzahlt", wird in den Speichern gelagert und vom Kunden über einen virtuellen Punkt wieder "abgehoben".

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Politik
Dr. Andreas Schäfer (li.) und Sönke Hartlef präsentierten die neue Marke der Hansestadt Stade

Modern und maritim
So sieht die neue Stadtmarke der Hansestadt Stade aus

jab. Stade. Es wird das neue Erkennungszeichen der Stadt Stade werden: Das neue, moderne und doch klassische Logo löst das alte Symbol nach 25 Jahren ab. Von Anker bis Schaukelpferd lässt die neue Marke viel Spielraum für Interpretation - und das ist sogar gewollt. Mit der neuen Stadtmarke soll eine bessere Innen- und Außendarstellung möglich werden. Bei der Suche nach einer geeigneten Marke wurde zunächst gesammelt, was Stade ausmacht, was das Merkmal, das Besondere an der Hansestadt ist....

Politik
Auf der bislang rein landwirtschaftlich genutzten Fläche soll jetzt Wohnraum entstehen Foto: google/msr

Rat der Gemeinde Jesteburg tagt am 7. Oktober
Die Ortsmitte Itzenbüttels steht auf der Agenda

as. Jesteburg. Über die Entwicklung Itzenbüttels berät der Gemeinderat Jesteburg am Mittwoch, 7. Oktober, um 19 Uhr im Schützenhaus (Am Alten Moor 10) in Jesteburg. Konkret geht es um den Bebauungsplan (B-Plan) "Itzenbüttel-Ortsmitte". Landwirt Christoph Heitmann ("Zeckershoff") möchte auf seinem bislang ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Gelände Wohnhäuser realisieren. Geplant ist ein Mehrfamilienhaus mit bis zu acht Wohneinheiten. Außerdem soll das Haupthaus abgerissen und durch...

Blaulicht
In der Staatsanwaltschaft Stade rücken kriminelle Clans jetzt verstärkt in den Fokus

Stade ist Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft
Null Toleranz bei Clankriminalität

tk. Stade. "Das Gefühl, dass es in Niedersachsen Kriminelle gibt, die bei rechtschaffenen Bürgern den Eindruck erwecken, dass sie tun und treiben könnten, was sie wollen, darf es nicht geben." Mit diesen Worten gab Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) den Startschuss für die vier neuen Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften Clankriminalität. Eine davon ist in Stade angesiedelt.  Zwei Staatsanwälte werden sich in den jeweils vier Ermittlungseinheiten, neben Stade sind das...

Panorama
In seinem Stall: Landwirt Stefan Isermann aus Toppenstedt
3 Bilder

"Aufeinandertreffen mit Corona wäre Super-GAU"
Landwirte sind bedroht von Auswirkungen von Afrikanischer Schweinepest

ce. Toppenstedt. "Die Pest ist in hiesigen Regionen noch nicht angekommen. Ihre Auswirkungen könnten aber nicht nur für unseren Betrieb mittelfristig existenzbedrohend werden." Das sagt Stefan Isermann (41), der in dritter Generation in Toppenstedt (Landkreis Harburg) Landwirtschaft mit einigen tausend Schweinen betreibt, mit Blick auf die aktuelle Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt, hat bislang 35 dieser Vierbeiner in...

Politik
Rainer Schlichtmann hat sich 25 Jahre zum Wohle der Samtgemeinde Harsefeld eingesetzt
4 Bilder

Er übergibt ein gut bestelltes Haus
Nach 25 Jahren als Verwaltungschef in Harsefeld: Rainer Schlichtmann geht in den Ruhestand

jd. Harsefeld. Eine Ära geht heute zu Ende: Dieser Mittwoch ist der letzte Arbeitstag für Rainer Schlichtmann. Am Abend wird der Harsefelder Samtgemeinde-Bürgermeister bei einem Festakt in der Eissporthalle offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Dass seine Amtszeit später einmal als "Ära Schlichtmann" bezeichnet wird, dürfte ziemlich sicher sein. Schließlich hat der 67-Jährige die Geschicke der Samtgemeinde und auch ihrer vier Mitgliedsgemeinden entscheidend geprägt - und das über einen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen