Ein Leben im Sattel
Kreismeisterin Katharina Wiebusch aus Ohrensen
- Ehrenrunde der Kreismeisterin: Katharina Wiebusch mit ihrer Stute Santiana
- Foto: Alexandra Miemczyk / foto-am.de
- hochgeladen von Nicola Dultz
Ein Leben ohne Pferde kann sich Katharina Wiebusch (16) aus Ohrensen nur schwer vorstellen. Kein Wunder, auf dem Pferdehof ihrer Eltern Rolf Wiebusch und Claudia Braak aufgewachsen, saß Katharina schon auf dem Pferde- bzw. Ponyrücken, lange bevor sie laufen konnte. Im Alter von vier Jahren nahm sie in der Führzügelklasse beim Harsefelder Reit- und Springturnier in Bargstedt an ihrem ersten reiterlichen Wettkampf teil. Im vergangenen Jahr wurde sie - ebenfalls auf dem Turnier des Harsefelder Reitvereins in Bargstedt - mit ihrer siebenjährigen Stute Santiana in der Kategorie Junioren / Junge Reiter Kreismeisterin in der Dressur. Dafür musste sie jeweils zwei Wertungsprüfungen der Klasse A* und A** absolvieren.
"Ich hatte zwar für die Kreismeisterschaft trainiert, aber nicht wirklich damit gerechnet, zu gewinnen", ist die junge Reiterin auf sich und ihre Stute stolz. Daher befand sich Santiana aber auch schon wieder auf dem heimatlichen Hof in Ohrensen, als ihre Besitzerin darüber informiert wurde, dass sie die Ehrenrunde anführen würde. Glücklicherweise lässt sich Santiana problemlos verladen und war bis zur Siegerehrung wieder zurück auf dem Turnierplatz.
Mit Santiana, die sie selbst mit Anleitung ihrer Reitlehrerinnen Nina Ritter und Mathilde Klausberger ausbildet, und auch mit ihrem weiteren Pferd Pirat und ihrem Pony Mobby verbindet Katharina Wiebusch eine tiefe Freundschaft. "Wenn ich morgens aus der Haustür heraustrete, können mich die Pferde aus ihren Boxen sehen und wiehern mir zu", erzählt die Gymnasiastin, die die zehnte Klasse des Aue-Geest-Gymnasiums in Harsefeld besucht. In der Regel putzt und reitet sie alle drei Pferde jeden Tag nach der Schule, zweimal in der Woche hat sie Reitunterricht und in der Turniersaison von März bis Oktober nimmt sie jedes zweite bis dritte Wochenende an einem Turnier teil. Dann steht sie morgens um 5 Uhr auf, um ihre Pferde zu putzen und die Mähnen einzuflechten.
Zu viel oder langweilig werde ihr die Reiterei nicht, ganz im Gegenteil. Nachdem sie sich im Januar bei einem Sturz mit Mobby den Fuß gebrochen hatte - das Pony war ausgerutscht und auf das Bein seiner Reiterin gefallen -, musste sie eine Zwangspause einlegen und darf voraussichtlich bis April keinen Sport treiben. "Die Pferde fehlen mir sehr und ich freue mich schon sehr darauf, wieder trainieren zu können", sagt Katharina. Reiten vermittle ihr ein Gefühl von Freiheit und zu wissen, dass ihre Pferde ein Vielfaches stärker sind, sie trotzdem als Chef anerkennen und ihr vertrauen, mache sie glücklich. Genügend Zeit für andere Interessen - Klavier spielen und Freunde treffen - habe sie auch. "Da ich das Glück habe, auf einem Reiterhof zu wohnen, kann ich ja auch noch spätabends reiten, wenn ich nachmittags etwas anderes vorhabe", sagt sie.
Mit Santiana plant sie, so weit zu kommen, dass sie an Dressurturnieren bis Klasse S (schwer) teilnehmen können. Trotz dieses ehrgeizigen Zieles soll die Reiterei ein Hobby bleiben. "Ich möchte noch reisen und etwas von der Welt sehen und beruflich auf internationaler Ebene im Management tätig sein", so Katharina Wiebusch.
Weitere spannende Geschichten aus der Samtgemeinde Harsefeld gibt es im aktuellen Magazin unter https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/s/magazine
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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