Langohr als Namensgeber: Warum Harsefeld eigentlich Hasenfeld heißen müsste

Der Harsefelder Klosterpark könnte Ostern zur Hasenwiese werden  Fotomontagen: jd
2Bilder
  • Der Harsefelder Klosterpark könnte Ostern zur Hasenwiese werden Fotomontagen: jd
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Harsefeld. Als "Christkinddorf" hat Himmelpforten bundesweit Bekanntheit erlangt. Jedes Jahr beantwortet der Weihnachtsmann dort Tausende von Kinderbriefen. Die gleiche Bedeutung, die Himmelpforten zur Weihnachtszeit hat, könnte ein anderer Ort im Landkreis jetzt zu Ostern bekommen: Harsefeld. Denn der Geestflecken trägt eventuell einen falschen Namen. Richtig müsste es wohl heißen: Hasenfeld. Nach Ansicht des Hobbyhistorikers Rolf Waller dürfte der Ortsname im frühen Mittelalter vom Hasen abgeleitet worden sein.

Muss womöglich die Harsefelder Geschichte umgeschrieben werden? Gehört auf das Ortswappen statt des stolzen Ritters auf seinem Schlachtross ein niedlicher Mümmelmann? Ist die Keimzelle der blühenden Geest-Gemeinde etwa eine Wiese mit hoppelnden Langohren - eben das Feld der Hasen? Die Harsefelder und vor allem die Lokalpolitiker sollten die Osterfeiertage dazu nutzen, einmal über diese Fragen nachzudenken.

Schließlich würde die neue Namensgebung ganz neue Möglichkeiten eröffnen: Als Hasenfeld könnte das jetzige Harsefeld bundesweit Popularität erlangen. In einem Sonderpostamt würden die unzähligen Briefe an "Hanni Hase" bearbeitet, die vor den Ostertagen eintrudeln. Ein örtliches Stadtmarketing gibt es bereits. Die dortigen Damen hätten sicher einige pfiffige Ideen, wie man als neue Heimat des Hasen zusätzliche Touristen anlockt.

Selbst wenn es vorerst beim alten Namen bleiben sollte: Denkbar wären neben den beliebten Veranstaltungen Herbst- und Winterzauber ein "Harsefelder Hasenzauber" oder ein großes Ostereiersuchen im weitläufigen Klosterpark, dessen große Wiese künftig Hasenrasen heißen könnte.

Stichwort Kloster: Die Harsefelder Benediktinerabtei spannt den Bogen zu unserer Hasengeschichte. Im Zuge seiner Recherchen für einen Beitrag im Jahrbuch des Vereins für Kloster- und Heimatgeschichte hat sich Rolf Waller, der seine Jugend im Geestflecken verbrachte, mit den Ursprüngen des Ortsnamens beschäftigt. Bei seinen Recherchen ist er auf ein erstaunliches Ergebnis gestoßen: Demnach leitet sich der Name womöglich gar nicht vom altsächsischen Horsa (deutsch: Ross, Pferd) ab, sondern ist sprachgeschichtlich auf den Begriff "Hare" zurückzuführen. Es lässt sich schon ahnen, welche Bedeutung dieses Wort im Englischen hat: Hase.

Als Hare (Plural: Hares) wird Meister Lampe auch in Skandinavien bezeichnet. Die altnordischen Sprachen und das Altsächsisch, aus dem sich später Englisch und Niederdeutsch entwickelten, haben viele sprachliche Gemeinsamkeiten. Zudem erinnert Waller in seinem Aufsatz daran, dass das Elbe-Weser-Gebiet vielfältige historische und kulturelle Verflechtungen mit England und Nordeuropa aufweist. Daher "klingt es ganz logisch, die Ortsbezeichnung Harsefeld mit dem Hasen in Verbindung zu bringen", so Waller.

Seine Hypothese lautet: "Aus dem ursprünglichen Haresfeld könnte sich dann das plattdeutsche, silbensparende Harsfeld abgeleitet haben." Daraus sei später im Hochdeutschen Harsefeld geworden.

Der Heimatkundler, der inzwischen in Cuxhaven lebt, aber immer noch regen Kontakt nach Harsefeld hält, hat sogar in alten englischen Quellen recherchiert. Auf der Insel stieß er auf einen Namensvetter des Geestfleckens: In der Grafschaft Gloustershire gibt es tatsächlich ein Dörfchen namens Haresfield, also Hasenfeld. Waller schlägt vor, eine Partnerschaft einzugehen. Dann könnten sich Hobby-Forscher aus beiden Orten gemeinsam auf die Suche nach den Wurzeln des ungewöhnlichen Namens begeben.

Womöglich würde ein weiterer Ort gern mitmachen: In der Eifel gibt es auch ein Hasenfeld. Doch wer kennt das schon?

• Das Jahrbuch ist im Harsefelder Museum erhältlich.

Der Harsefelder Klosterpark könnte Ostern zur Hasenwiese werden  Fotomontagen: jd
Das Harsefelder bzw. Hasenfelder Rathaus würde dann dieses Wappen zieren
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Wirtschaft
Einweihung der Hochbeete am LeA-Neubau (v.li.): LeA-Vereinsvorsitzende Annette Dörner,
Mitarbeiterin Sonja Schwarz, Marco Hauschild, davor  Hannah Solle, Mitarbeiter der Zimmerei GS Innenausbau aus Ardestorf sowie einige Bewohner
2 Bilder

Pilotprojekt des Neu Wulmstorfer Gewerbevereins
Wirtschaft unterstützt LeA

sla. Neu Wulmstorf. Erstmals lud der Gewerbeverein Neu Wulmstorf zu einem "Aktionstag der Wirtschaft" in Kooperation mit der Einrichtung LeA e.V. ein. "Es handelt sich hierbei um ein Pilotprojekt für weitere Aktionstage in den Folgejahren", sagt Marco Hauschild, Vorstandsvorsitzender des Neu Wulmstorfer Gewerbevereins. Das Grundprinzip: Die teilnehmenden Unternehmen stellen für ein Projekt die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung - und möglicherweise gibt es auch...

Panorama
Prof. Dr.-Ing. Ingo Hadrych

Prof. Dr.-Ing. Ingo Hadrych einstimmig gewählt
Neuer Präsident der Hochschule 21 in Buxtehude

nw/tk. Buxtehude. Prof. Dr.-Ing. Ingo Hadrych ist neuer Präsident der Hochschule 21 (HS21) in der Hansestadt Buxtehude. Die Gesellschafter haben ihn einstimmig bestellt. Nach einem mehrstufigen Findungsprozess fiel mit Ingo Hadrych die Wahl auf einen Bewerber aus der Hochschule. Der 54-Jährige lehrt unter anderem Kostenplanung und Kalkulation, Bauinformatik und Building Information Modeling in den Studiengängen Bauingenieurwesen, Architektur sowie Wirtschaftsingenieurwesen Bau und...

Panorama
Das Schlagloch am Nettelberg   Foto: Störtebecker

Kolumne: "Rundgang durch Winsen"
Winsen: Straßen saniert, aber die Radwege vergessen

Das Thema Müll ist bei den Bürgern allgegenwärtig. Diese Erfahrung mache ich immer wieder, wenn ich auf meinem "Rundgang durch Winsen" bin. So z.B. an der Ecke Europaring/Brüsseler Straße, wo sich vor der Corona-Pandemie jeden Tag ältere Herren zum Klönschnack getroffen haben, wie mir eine Anwohnerin erzählt. "Seitdem die Männer aber nicht mehr kommen, treffen sich hin und wieder andere Leute da und hinterlassen ihren Müll. Das ist schlimm", schimpft sie verständlicherweise. Ein...

Panorama

Aktuell 14 Corona-Fälle
22. September: Corona-Zahlen für den Landkreis Stade

nw/tk. Stade. Am Dienstag (22. September) gibt es im Landkreis Stade 14 positiv getestete COVOD-19-Fälle.  Zwei neue Corona-Infektionen sind von Montag auf Dienstag dazugekommen, wobei die Zahl der Infizierten aber um zwei Fälle gesunken ist.  286 Personen, die zu COVID-19-Erkrankten engen Kontakt hatten, befinden sich in Quarantäne . Das sind fünf mehr im Vergleich zu Montag.  Davon sind 21 Einreisende und Reiserückkehrer Die Gesamtzahl aller positiven Befunde im Landkreis Stade seit...

Wirtschaft
Für Pioneer beginnt jetzt die Planung
4 Bilder

Pläne für neue Gewerbegebiete
Pioneer kann Buxtehudes "Green Valley" werden

tk. Buxtehude. Wenn Buxtehude jeden Ansiedlungswunsch von Unternehmen berücksichtigt hätte, dann würde es heute keine freien Gewerbeflächen mehr in der Hansestadt geben. Noch sind ein paar Hektar frei und die Planungen für weitere Gebiete laufen an. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, Wirtschaftsförderin Kerstin Maack und der Erste Stadrat Michael Nyveld zogen Bilanz und gaben bei einem Pressegespräch einen Ausblick. "Wir haben gute Nachrichten in einer Zeit, in der Corona-bedingt viele...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen