Wenn der "Tut-Zug" nervtötend trötet

Ein EVB-Zug passiert einen ungesicherten Bahnübergang. Zuvor musste der Lokführer zweimal laut tröten
  • Ein EVB-Zug passiert einen ungesicherten Bahnübergang. Zuvor musste der Lokführer zweimal laut tröten
  • hochgeladen von Jörg Dammann

WOCHENBLATT-Reporter Jörg Dammann schlägt vor, ein harmonisches Hornsignal aus den Bergen einzusetzen.

Die Zeiten, in denen ich Eisenbahnen als "Tut-Züge" bezeichnet habe, liegen mehr als 45 Jahre zurück. Dieser lautmalerische Begriff aus frühen Kindertagen wurde mir wieder schlagartig ins Gedächtnis gerufen, als ich kürzlich frühmorgens mit der EVB von Harsefeld nach Buxtehude unterwegs war. Kaum hatte ich die Augen geschlossen, riss mich ein markerschütterndes Tröten aus meinem dösenden Dämmerzustand.
Ich fragte in der Zevener EVB-Zentrale nach: Die sogenannte Eisenbahn-Signalordnung schreibt vor, dieses "Pfeifsignal" an jedem "nicht-technisch gesicherten" Bahnübergang abzusetzen. Das sind alle Übergänge, an denen weder Schranken noch Blinklichter existieren. Sieben davon gibt es derzeit auf dem knapp 15 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Harsefeld und Buxtehude.
Wann ein Zug zum "Tut-Zug" wird, hängt von einem ganz bestimmten Schild ab: der "Pfeiftafel". Dieses Schild - versehen mit dem kryptischen Kürzel "Bü 4 -Pf 1" - trägt den schwarzen Buchstaben P auf weißem Grund. Passiert ein Zug eine Pfeiftafel, muss der Lokführer etwa drei Sekunden lang tröten.
Dieses geräusch kann ganz schön nervend sein: Bei der Recherche bin ich auf haarsträubende Fälle gestoßen. Da wurden mancherorts mehr als 100 Dezibel gemessen, wenn es tutet. Das ist laut wie ein Presslufthammer und bewegt sich verdammt nah an der Schmerzschwelle. Auch das WOCHENBLATT berichtete ja schon ausgiebig über nächtlichen Tröt-Ärger an der Moorexpress-Strecke.
Um das laute Getute zu vermeiden, gibt es zwei Alternativen: Ungesicherte Bahnübergänge ganz zu schließen, wogegen sicher die Landwirte protestieren, oder diese Übergange komplett mit Schranken oder Signalen zu versehen, was wiederum die Bahnbetriebe wegen der hohen Kosten ablehnen.
Doch ich hätte noch einen Tipp für eine weitere Alternative: Wie wäre es, die Züge mit dem Hornsignal der Schweizer Postbusse auszurüsten? Für mich als bekennender Fan der Eidgenossenschaft wäre es das Höchste, wenn der melodische Dreiklang "Tüü-taa-too" nicht nur durch die alpine Bergwelt, sondern auch durch die norddeutsche Tiefebene hallt. Den Kontakt zu der Firma, die im idyllischen Emmental die Luftdruckhörner mit der aus Pucchinis Oper "Wilhelm Tell" entlehnten Tonfolge cis, e und a produziert, kann ich gerne herstellen.
• Wie das Postbus-Signal klingt? Einfach auf diesen Link klicken.

Jörg Dammann

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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