Ein Harsefelder hat offenbar die Vorfahrtsregelung verlernt: Fahrlehrer erteilen Nachhilfe
Wenn die tägliche Autofahrt zum Wagnis wird

Eine brenzlige Situation: Das schwarze Auto fährt einfach los. Dabei hätte der Fahrer warten müssen, bis der weiße Wagen das Hindernis passiert
  • Eine brenzlige Situation: Das schwarze Auto fährt einfach los. Dabei hätte der Fahrer warten müssen, bis der weiße Wagen das Hindernis passiert
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Der tägliche Arbeitsweg führt den Stader WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Jörg Dammann durch Harsefeld. Diese Fahrt ist für ihn in letzter Zeit zu einem Abenteuer geworden. Warum? Das schreibt er hier in seinem Meinungs-Artikel: 

Wer sich in dem Geestflecken ein wenig auskennt, der weiß: Dort gibt es für die Autofahrer einige Hindernisse. Offiziell dienen sie der Verkehrsberuhigung, meiner Ansicht nach sind es bösartige Schikanen. Eine Straße, die ich jeden Tag befahre, ist besonders gespickt mit kleinen Gemeinheiten wie Verschwenkungen, Fahrbahnverengungen und Huckeln.

Aber sie sind gar nichts gegen den Motoristen-Alptraum schlechthin: den "Verkehrs-Gefährder von Harsefeld". So nenne ich den Fahrer eines Pkw aus französischer Produktion, der für mich langsam zu einem echten Ärgernis wird. Er stellt in Kombination mit der gemeinsten Verkehrsberuhigung im Ort, einem "Doppel-Hindernis" in Höhe der Einmündung einer Nebenstraße, eine nicht unerhebliche Gefahr auf meiner morgendlichen Fahrt in die Redaktion dar. (Für Ortskundige nebenbei: Es handelt sich um den Einmündungsbereich der Straße Am Redder in die Griemshorster Straße.)

Dabei spielt sich immer das gleiche Spiel ab: Der gute Mann nimmt mir regelmäßig die Vorfahrt. Während ich auf der Vorfahrtstraße dazu ansetze, eine Ausbuchtung zu umfahren (siehe Skizze, weißer Wagen), biegt er aus der Nebenstraße in flottem Tempo nach rechts ab (schwarzer Wagen) und blockiert die aus meiner Sicht linke Fahrspur. Mein beherztes Bremsen verhinderte bisher einen Crash.

Zunächst dachte ich, der andere Fahrer ist nur unaufmerksam. Doch vergangene Woche wurde ich eines Besseren belehrt. Beide Autos standen sich wieder Schnauze an Schnauze gegenüber. Aber diesmal stieg der Mann aus und wollte mir allen Ernstes erklären, er habe Vorfahrt, da das Hindernis auf meiner Seite sei."
Hier sind Sie, liebe Leser, gefordert: Gehen Sie bitte mal in sich und denken Sie an Ihre Fahrschulzeit zurück. Wie war das noch mit der Vorfahrt? Kann jemand, der aus einer Seitenstraße nach rechts auf die Hauptstraße einbiegt, einfach zufahren, wenn von links kein Auto kommt?

Sie wissen es nicht mehr genau? Michael Detlefsen, Fahrschullehrer aus Harsefeld, gibt gern Nachhilfe: "Das Fahrzeug auf der Hauptstraße ist immer vorfahrtberechtigt - egal, auf welcher Spur es sich befindet." Detlefsen kennt die Situation vor Ort: "Ganz klar: Der Wagen aus der Seitenstraße muss stets warten."
Eine Einschätzung, die ein Kollege Detlefsens, Fahrlehrer Detlef Niemann aus Stade, bestätigt: "Die Vorfahrt bezieht sich auf beide Fahrbahnen - unabhängig von der Richtung." Für die zwei Verkehrsexperten ist der Fall ein Klassiker, der auch immer wieder im Fahrschulunterricht "durchgekaut" wird.

"Wir predigen unseren angehenden Fahranfängern ständig, nicht nur nach links, sondern auch nach rechts zu schauen, wenn sie von einer Einfahrt oder Seitenstraße nach rechts abbiegen wollen", sagt Detlefsen. Sonst könne es brenzlig werden.

In der Hoffnung, dass der Vorfahrt-Rowdy aus Harsefeld diese Zeilen liest, untermaure ich das Ganze jetzt noch mit der Autorität einer Amtsperson. Polizeisprecher Rainer Bohmbach bestätigt die Ausführungen der beiden Fahrlehrer. "Beim Abbiegen immer in beide Richtungen schauen", so der eindringliche Rat des Schutzmanns.

Der besagte Autofahrer aus Harsefeld sollte diesen Rat beherzigen - und sich am besten in einer Fahrschule nachschulen lassen.

Jörg Dammann

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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