Harsefeld: Radeln als Konzept

Planerin Britta Sabin (li.) und May-Britt Müller vom Stadtmarketing  fragten die 
Bürger bei den "Sonnenschirmgesprächen" nach ihren Wünschen   Fotos: jd/Stadtmarketing
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    Bürger bei den "Sonnenschirmgesprächen" nach ihren Wünschen Fotos: jd/Stadtmarketing
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Radfahrer sollen in Harsefeld künftig sicherer und selbstbewusster unterwegs sein

jd. Harsefeld. Es soll der "große Wurf" für den Radverkehr in Harsefeld werden: Der Flecken Harsefeld will im kommenden Jahr ein Radwegekonzept für den Ort erarbeiten. Dafür wurde in den vergangenen Wochen eine Bestandsaufnahme vorgenommen. Deren Ergebnis legte Planerin Britta Sabin vom Fachbüro ARGUS aus Hamburg kürzlich der Politik vor. In diese Analyse sind auch die Vorschläge und Anmerkungen eingeflossen, die seitens der Bürger im Rahmen der sogenannten "Sonnenschirmgespräche" vorgebracht wurden. Das ARGUS-Papier zeigt zudem Mängel der jetzigen Radverkehrsführung auf.
Als besonders problematisch stellen sich aus Sicht der Verkehrsplaner die sogenannten Knotenpunkte an den Hauptverkehrstraßen im Harsefelder Ortszentrum dar. Das sind u.a. die Kreisel bei Geli und am Hotel Meyer sowie verschiedene Straßeneinmündungen.

An Einmündungen und Kreuzungen ereignen sich auch 80 Prozent aller Unfälle in Harsefeld, an denen Radfahrer beteiligt sind. Es verwundert daher auch nicht, dass die Bürger bei den "Sonnenschirmgesprächen" - ARGUS-Mitarbeiter hatten sich mit einem Stand und einem Sonnenschirm in der Ortsmitte postiert - wiederholt zur Sprache brachten, dass sie sich in diesen Bereichen unsicher fühlen, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind.
Auf eine Entschärfung brenzliger Situationen im Begegnungsverkehr Rad/Auto, aber auch Rad/Fußgänger muss laut Sabin eines der Hauptaugenmerke bei einem künftigen Radverkehrskonzept gerichtet werden. ARGUS benennt in diesem Zusammenhang mehrere "Fokusräume", bei denen das Konzept Lösungen bieten soll. Zu diesen Fokusräumen gehören Herrenstraße, Kleine und Große Gartenstraße, Buxtehuder Straße, Schulstraße, Griemshorster Straße sowie Friedrich-Huth-Straße. Über diese Straßen verlaufen die laut ARGUS-Analyse die Hauptachsen des Radverkehrs.

Ebenfalls in den Fokus der Betrachtung müssen Böberstroot und Querweg gerückt werden. Beide Straßen werden nach Fertigstellung der Radfahrer- und Fußgänger-Brücke über die EVB-Bahnlinie im Herbst 2019 die wohl wichtigste Radlertrasse in Harsefeld sein. Durch den Brückenschlag wird die Ortsmitte mit den Schulen und den Freizeiteinrichtungen im Südwesten von Harsefeld verbunden.

Wenn es im kommenden Jahr an die konkrete Ausarbeitung des Konzeptes geht, ist zunächst vorgesehen, sich in kleiner Runde mit Fachleuten und Behörden zusammenzusetzen, um auszuloten, was rechtlich überhaupt machbar ist. Danach soll die breite Öffentlichkeit beteiligt werden, wahrscheinlich im Rahmen eines Workshops. Gemeindedirektor Rainer Schlichtmann hält es dabei für sinnvoll, die Meinung der Schüler - sie werden die neue Brücke wohl hauptsächlich nutzen - bei einer gesonderten Veranstaltung abzufragen.

Die Anregungen aus der Politik, statt in einer internen Runde gleich einen öffentlichen Radfahr-Workshop auszurichten, um "unvoreingenommen" an das Thema heranzugehen, stieß bei der Verwaltung auf wenig Gegenliebe: "Da kommen die Bürger dann mit einer Riesen-Wunschliste und niemand besitzt die Fachkenntnis, um zu beurteilen, was machbar ist", sagt Stadtmarketing-Chefin May-Britt Müller. Und Schlichtmann weiter: "Es ist immer besser, wenn man bei einer Diskussion schon ein Blatt mit Ideen und Lösungsansätzen vor sich hat, über die man sprechen kann."

• Eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Radverkehrskonzept ist im Laufe des ersten Quartals 2019 vorgesehen.

Radfahrer werden nur ausnahmsweise auf dem Gehweg geduldet

Im Rahmen der Bestandsaufnahme für das künftige Radverkehrskonzept wurden verschiedene Mängel beim bestehenden Radwegenetz deutlich. Einige Verbesserungen sind zeitnah möglich und lassen sich ohne großen Aufwand bewältigen. Direkt angegangen worden ist jetzt die problematische Verkehrsführung für Radfahrer in der Buxtehuder Straße.
Dort dürfen die Radler zwischen den Kreiseln Im Sande und Schulstraße bisher beidseitig auf den Gehwegen fahren. Immer wieder kommt es dabei zu Konflikten mit Fußgängern. Um das künftig zu vermeiden, wird an der Buxtehuder Straße jetzt folgende Regelung gelten: Die Gehwege entlang dieser Straße dürfen nur noch in Fahrtrichtung von Radfahrern genutzt werden - und zwar in Schrittgeschwindigkeit. Da es sich um Gehwege handelt, sind die Radfahrer den Fußgängern untergeordnet und haben entsprechend auf diese Rücksicht zu nehmen. Radfahrer sind auf den dortigen Gehwegen nur ausnahmsweise geduldet.
In Harsefeld besteht das grundsätzliche Problem, dass es in jeder Straße eine andere Verkehrsregelung für Radfahrer zu geben scheint. Dieses Problem führt zu einer erheblichen Verunsicherung der Radfahrer. Die Verwaltung hat angekündigt, das Thema nun Schritt für Schritt anzugehen.

Planerin Britta Sabin (li.) und May-Britt Müller vom Stadtmarketing  fragten die 
Bürger bei den "Sonnenschirmgesprächen" nach ihren Wünschen   Fotos: jd/Stadtmarketing
Am Stand interressierten sich viele
für das Thema Radverkehr

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