Polizei soll mehr Präsenz zeigen

In Harsefeld wünschen sich Verwaltung und Politik mehr Polizei-Präsenz   Symbolfoto: thl/Archiv
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Harsefelder Bürgermeister fordert mehr Beamte / Besetzung auf dem Lande reicht laut Polizeichef aus

jd. Harsefeld. Es ist zu wenig Polizei vor Ort: Diese Kritik ist immer wieder aus den Kommunen in der Region zu hören. Das Thema Sicherheit bewegt die Menschen - und gerade die ländlichen Gemeinden fühlen sich in dieser Hinsicht vernachlässigt. Ein Beispiel ist Harsefeld: Dort steigt die Einwohnerzahl kontinuierlich, aber das Personal in der Polizeistation wurde reduziert. Der neue Bürgermeister Harald Koetzing (SPD) hat jetzt in einem Schreiben an den frisch ernannten Polizeipräsidenten der Polizeidirektion Lüneburg - diese ist auch für den Landkreis zuständig - mehr Beamte für Harsefeld eingefordert.

"Ich habe dem neuen Polizeipräsidenten Thomas Ring zu seiner Ernennung gratuliert und gleichzeitig auf die Situation in Harsefeld hingewiesen", sagt Koetzing. Anlass für den Brief war Rings Aussage in seiner Antrittsrede, dass die Polizei im ländlichen Raum mehr Präsenz zeigen müsse. "Hier nehme ich Ring beim Wort", so der Bürgermeister. Er will erreichen, dass die Harsefelder Polizeistation wie schon in der Vergangenheit auch durchgängig am Wochenende besetzt ist.

Für Harsefeld als drittgrößtem Ort im Landkreis würden sechs Polizisten einfach nicht ausreichen, so Koetzing. Bis vor Kurzem seien es noch sieben Beamte gewesen, doch jetzt sei schon wieder ein Beamter abgezogen worden. Der SPD-Politiker verweist auf frühere Anläufe seines Amtsvorgängers und von Rathauschef Rainer Schlichtmann. Letzterer hatte gefordert, dass von der Neueinstellungs-Offensive der Landesregierung im Polizeibereich nicht nur die Ballungsräume, sondern auch die ländlichen Regionen profitieren.

Aus Sicht von Politik und Verwaltung wäre auch für Harsefeld eine 24-Stunden-Besetzung der Polizeistation, wie es in Stade und Buxtehude der Fall ist, wünschenswert. Nur so könnten die Beamten im Einsatzfall schnell vor Ort sein, so Schlichtmann. Die Vorfälle aus dem Vorjahr im Klosterpark hätten gezeigt, dass ein Bedarf an mehr Polizeipräsenz bestehe. Nach Pöbeleien, handgreiflichen Auseinandersetzungen und nächtlichen Ruhestörungen waren Beamte im Sommer 2018 regelmäßig auf Streife gegangen.

Da die personellen Kapazitäten der Harsefelder Polizeistation für solche Sonderaktionen nicht ausreichten, holte man sich Verstärkung aus Buxtehude und Stade. "Unsere Wache könnte eine solche Aufgabe derzeit auch gar nicht bewerkstelligen", sagt Koetzing. Er hält es für ein Unding, dass die Harsefelder Beamten überhaupt allein mit dem Streifenwagen unterwegs sein müssen. Das widerspreche dem Prinzip, dass sich die Polizisten bei Einsätzen gegenseitig sichern sollen.

Polizeisprecher Rainer Bohmbach weist diese Kritik zurück: "Es ist durchaus üblich, das Beamte allein Streife fahren. Bei kleinen Polizeistation, die nur mit einem Beamten besetzt sind, wie etwa in Apensen oder Steinkirchen, geht das doch gar nicht anders." Bei brenzligen Einsätzen gelte ohnehin die Regel, Verstärkung anzufordern. Laut Bohmbach ist die Harsefelder Wache montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr und samstags von 7 bis 13 Uhr besetzt. Außerdem seien durch eine personelle Umstrukturierung aktuell wieder sieben Kollegen in Harsefeld tätig.

"Diese Zahl reicht auch aus", sagt Torsten Oestmann, Leiter der Polizeiinspektion Stade. Die Forderung nach einer Rund-um-die-Uhr-Besetzung hält er für unrealistisch: "Um eine Stelle im Schichtdienst zu besetzen, würde ich sechs Mitarbeiter benötigen." Für die Menschen vor Ort sei es auch nicht von Bedeutung, mit wie viel Beamten eine bestimmte Polizeistation besetzt sei: "Für den Bürger ist es wichtig, dass zügig ein Streifenwagen kommt, wenn er die 110 wählt."

Das sei auch durch die jetzige Polizeistruktur im Landkreis gewährleistet, so Oestmann. Mit dem Rund-um-die-Uhr-Dienst an 365 Tagen im Jahr in den Dienststellen Stade und Buxtehude sei man in dieser Hinsicht ausreichend stark aufgestellt, sagt Oestmann. Natürlich müsse die Polizei auch Präsenz in der Fläche zeigen, doch es sei eben egal, woher der Streifenwagen komme, der durch die Dörfer fahre. Nach Oestmanns Ansicht ist die Harsefelder Wache auch im Vergleich mit anderen Polizeistationen im Landkreis ausreichend besetzt. "Wir schauen da nicht nur nach der Einwohnerzahl, sondern haben auch die Kriminalitätsentwicklung im Blick. Und da sind die Zahlen für Harsefeld nicht gerade besorgniserregend."

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