Jürgen Böhmes großer Coup - statt nur Krippe für Regesbostel ganzer Kindergarten für Hollenstedt

An die Kita Regesbostel hätte unproblematisch eine Krippe angebaut werden können - jetzt wird in Hollenstedt gebaut
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  • Foto: Samtgemeinde Hollenstedt
  • hochgeladen von Mitja Schrader

mi. Hollenstedt. Die nächste Krippengruppe in der Samtgemeinde Hollenstedt soll nicht in Regesbostel, sondern in Hollenstedt gebaut werden. Dafür sprach sich jetzt mehrheitlich der Jugend- und Sozialausschuss aus und schenkte der Hauptgemeinde der Samtgemeinde gleich noch einen Kindergarten mit dazu. Was allerdings fehlt, ist eine konkrete Planung. Dabei drängt die Zeit.
Im Ausschuss gab es die große Überraschung: Spontan, so wirkte es zumindest, beantragte Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme (CDU), nicht Regesbostel, sondern Hollenstedt solle die Krippe bekommen. Die Begründung: Hollenstedt hat bei Weitem den größten Bedarf und liegt zentral. Böhmes Vorstoß kam dabei offenbar auch für die CDU überraschend. Erst nach einer Sitzungsunterbrechung konnte abgestimmt werden. Am Ende votierten SPD, CDU und Grüne geschlossen für Böhmes Vorschlag, der mit acht zu drei Stimmen angenommen wurde. Dagegen waren Wählergemeinschaft und AfD. Der Antrag von Kay Wichmann (Wählergemeinschaft), Bürgermeister von Regesbostel, kam gar nicht mehr zur Abstimmung. Dabei hätte es durchaus gute Gründe gegeben, sich für eine Krippe in Regesbostel auszusprechen. Dort könnte quasi sofort mit dem Bau begonnen werden. Grundstück und Planungen sind vorhanden. Auch die Einrichtung einer Integrationskrippe - wie vom Landkreis gewünscht - wäre dort unproblematisch, weil der Kindergarten Regesbostel ohnehin als Integrationskindergarten betrieben wird. Der zusätzliche Personalaufwand hätte sich in Grenzen gehalten. Regesbostels großer Nachteil gab zum Schluss den Ausschlag. Hier ist der Bedarf einfach deutlich niedriger als in Hollenstedt, außerdem fehlt es an der zentralen Lage.
Mit dem Votum für Hollenstedt ist Böhme dabei der ganz große Coup geglückt. Denn vieles spricht dafür, dass er nicht nur eine Krippe, sondern gleich einen ganzen Kindergartenstandort für seine Gemeinde politisch festgeklopft hat.
In Hollenstedt gibt es bisher zwei Standorte: Einen mit vier Krippen - davon zwei im Container - und ohne Elementarbereich und einen mit vier Elementargruppen (Jahnstraße). Eine weitere Krippe in Hollenstedt ist, folgt man der Verwaltungsvorlage, nur möglich, wenn zusätzlich auch noch mindestens zwei Elementargruppen dazu kommen. Ansonsten ständen, wenn die Kinder aus der neuen Krippe in den vorhandenen Elementarbereich wechseln, dort zu wenig Plätze zur Verfügung. „De facto werden wir in Hollenstedt einen neuen Kindergarten bauen“, bestätigte Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers. Geschätzte Kosten, laut Albers, rund 900.000 Euro. Zum Vergleich: Die Krippe in Regesbostel hätte 450.000 Euro gekostet.
In Hollenstedt bestehen außerdem noch weitere Probleme. So sollte der vorhandene Kindergarten in der Jahnstraße eigentlich erst 2019 saniert werden, Kosten: ca. 650.000 Euro. „Jetzt müssen wir die Sanierung vorziehen“, so Albers. Die Kinder könnten für den Zeitraum der Sanierung in leere Räume in der Glockenbergschule umziehen. Außerdem müsse die Gemeinde laut Albers wohl auch - bis alle Bauten fertig, bzw. saniert sind, - auf Container setzen, geschätzte Kosten: um die 60.000 Euro. Ohne Nachtragshaushalt werde sich das alles nicht finanzieren lassen.
Dazu kommt: Zumindest die neue Krippe muss bis zum August kommenden Jahres fertig sein. Bedenkt man, dass bisher noch nicht einmal klar ist, auf welchem Grundstück sie gebaut werden soll, ist das ein ambitioniertes Ziel für Politik und Verwaltung.

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