Streit auf Mädchenklo eskaliert
Großeinsatz der Feuerwehr: Reizgas-Attacke an Stader Berufsschule
- Die Feuerwehr hat das Schulgebäude abgesperrt
- Foto: Stefan Braun/Feuerwehr Stade
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Ein Streit auf der Mädchentoilette hat am heutigen Montagvormittag einen Großeinsatz an den Berufsbildenden Schulen Stade ausgelöst. Rund 70 Feuerwehrleute, vier Rettungswagen und Spezialkräfte rückten an, nachdem dort Pfefferspray versprüht worden war. Vier Personen wurden bei der mutmaßlichen Reizgas-Attacke verletzt.
Um 10.13 Uhr wurden am heutigen Montag (8. Juni) Feuerwehr und Rettungsdienst mit dem Stichwort „TH-X1-Y“ alarmiert. Dieses Einsatzstichwort wird angewendet, wenn gefährliche Stoffe austreten und mehrere Menschen gefährdet sein können. Vor Ort stellte sich die Lage nicht ganz so dramatisch dar: Betroffen waren drei Schülerinnen sowie eine Schulassistentin. Alle vier erlitten leichte Verletzungen, darunter Augenreizungen. Die drei Schülerinnen wurden vorsorglich zur weiteren ärztlichen Kontrolle ins Elbe Klinikum Stade gebracht.
- Rund 70 Feuerwehrleute waren an den BBS Stade im Einsatz
- Foto: Stefan Braun/Feuerwehr Stade
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Großaufgebot der Feuerwehr vor Ort
Im Einsatz waren beide Züge der Ortsfeuerwehr Stade. Unterstützung kam von der Kreisfeuerwehr mit den Spezialgruppen „Messen und Spüren“ sowie der Dekontaminationsgruppe. Außerdem rückte der Umweltführungsdienst der Kreisfeuerwehr an. Nach Schätzung von Stefan Braun waren rund 70 Feuerwehrleute angerückt. Zusätzlich eilten vier Rettungswagen zur Schule. Während die Einsatzkräfte die Lage erkundeten, mussten sämtliche Schülerinnen und Schüler zunächst in ihren Klassenräumen bleiben. Die Türen wurden geschlossen gehalten. Einzelne Schüler, die auf die Toilette mussten oder sich unwohl fühlten, wurden von Feuerwehrleuten aus den Räumen begleitet.
- Auch die Kreisfeuerwehr war mit Spezialkräften vor Ort
- Foto: Stefan Braun/Feuerwehr Stade
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Messungen in Schutzanzügen
Feuerwehrleute in Schutzanzügen nahmen Messungen in der betroffenen Toilette sowie in den angrenzenden Fluren und Räumen vor. Dabei konnten in der Luft keine Schadstoffe mehr nachgewiesen werden. Das Reizgas hatte sich rasch verflüchtigt. Der Bereich um den Tatort wurde dennoch vorsorglich gesperrt. Die Sanitäranlage soll nun fachgerecht gereinigt werden. Der übrige Schulbereich konnte anschließend wieder für den Unterrichtsbetrieb freigegeben werden.
- Einer der Feuerwehrleute wird anschließend dekontaminiert
- Foto: Stefan Braun/Feuerwehr Stade
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Streit unter Schülerinnen
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Bekermann trafen sich zwei 16-jährige Schülerinnen auf der Damentoilette, um einen Streit zu klären. Dabei eskalierte die
Auseinandersetzung, woraufhin eine der Jugendlichen ihre Kontrahentin körperlich angriff. Die Attackierte wehrte sich und besprühte die Angreiferin mit einem Pfefferspray. Das Reizgas verteilte sich in der Toilette und verletzte neben der Kontrahentin auch zwei unbeteiligte 19-jährige Schülerinnen sowie die Schulassistentin leicht. Die drei verletzten Schülerinnen kamen zur Behandlung ins Elbe Klinikum, die Schulassistentin verzichtete zunächst auf eine weitergehende medizinische Versorgung. Die vier
beteiligten Schülerinnen sind alle in Stade wohnhaft.
Gegen die Jugendliche, die das Pfefferspray einsetzte, hat die Polizei zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet: eines wegen gefährlicher Körperverletzung (direkte Reizgas-Attacke auf ihre Kontrahentin) und ein zweites wegen fahrlässiger Körperverletzung, da die beiden 19-Jährigen sowie die Schulmitarbeiterin ebenfalls verletzt. Gegen die besprühte Schülerin wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und vorsätzlicher Körperverletzung eingeleitet.
Erinnerungen an einen Vorfall von 2024
An den BBS Stade ist es nicht das erste Mal, dass Reizgas einen Großeinsatz auslöst. Im November 2024 waren Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ebenfalls mit einem Großaufgebot zur Schule ausgerückt. Damals wurden nach einer Reizgas-Attacke insgesamt 61 Schülerinnen und Schüler verletzt. Der Vorfall hatte deutlich größere Auswirkungen als der aktuelle Einsatz und sorgte weit über Stade hinaus für Schlagzeilen.
Tatmotiv bisher unbekannt
Warum die Auseinandersetzung derart eskalierte, ist bislang unklar. Über das Motiv kann derzeit nur spekuliert werden. Vielleicht ging es um eine beleidigende Bemerkung, Streit in sozialen Netzwerken oder Ärger im Schulalltag.
Warum kam es zu einem Großeinsatz an den BBS Stade?
An den Berufsbildenden Schulen Stade wurde mutmaßlich Reizgas oder Tierabwehrspray auf einer Mädchentoilette versprüht. Der Vorfall löste einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei aus.
Wie viele Menschen wurden bei dem Vorfall an den BBS Stade verletzt?
Vier Personen wurden leicht verletzt. Betroffen waren drei Schülerinnen sowie eine erwachsene Frau. Die Verletzten klagten unter anderem über Augenreizungen.
Mussten Schülerinnen ins Krankenhaus gebracht werden?
Ja. Drei Schülerinnen wurden vorsorglich zur weiteren Untersuchung und Behandlung ins Elbe Klinikum Stade gebracht. Lebensgefahr bestand nach bisherigen Erkenntnissen nicht.
Was ist nach bisherigen Erkenntnissen an der Schule passiert?
Nach Angaben der Polizei kam es auf einer Damentoilette zu einem Streit zwischen zwei Schülerinnen. Dabei soll eine der Beteiligten ihrer Kontrahentin Reizgas ins Gesicht gesprüht haben. Zwei weitere Schülerinnen und eine erwachsene Frau wurden ebenfalls getroffen.
Wie groß war der Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst?
Rund 70 Feuerwehrleute, vier Rettungswagen sowie Spezialkräfte der Kreisfeuerwehr waren vor Ort. Dazu gehörten unter anderem die Gruppen „Messen und Spüren“, die Dekontaminationsgruppe und der Umweltführungsdienst.
Wurden bei den Messungen noch Schadstoffe festgestellt?
Nein. Feuerwehrkräfte führten Messungen in der betroffenen Toilette und den angrenzenden Bereichen durch. Dabei konnten keine Schadstoffe mehr in der Luft nachgewiesen werden, da sich das Reizgas bereits verflüchtigt hatte.
Gab es bereits früher eine Reizgas-Attacke an den BBS Stade?
Ja. Bereits im November 2024 hatte eine Reizgas-Attacke an den BBS Stade einen Großeinsatz ausgelöst. Damals wurden insgesamt 61 Schülerinnen und Schüler verletzt.
Ermittelt die Polizei wegen des Vorfalls an den BBS Stade?
Ja. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und prüft die Hintergründe der Auseinandersetzung. Das Motiv für den Streit und den Einsatz des Reizgases ist derzeit noch unklar.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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