Heimathaus Jesteburg: Kritik an UWG-Vorschlägen
"Das war kaum Neues"

Nichts Neues, nichts Machbares: Claudia von Ascheraden und Jochen Rabeler - hier an der "Klöntür" des Hauses - widersprechen den UWG-Vorschlägen für eine künftige Nutzung des Heimathauses | Foto: SG Jesteburg
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  • Nichts Neues, nichts Machbares: Claudia von Ascheraden und Jochen Rabeler - hier an der "Klöntür" des Hauses - widersprechen den UWG-Vorschlägen für eine künftige Nutzung des Heimathauses
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Das Heimathaus am Niedersachsenplatz gehört der Gemeinde Jesteburg und soll für alle Bürger des Ortes da sein. Was das aber praktisch bedeutet und wie das umgesetzt werden kann, ist in Jesteburg heftig umstritten (das WOCHENBLATT berichtete). Jüngst meldete sich die UWG Jes! mit Vorschlägen zur zukünftigen Nutzung zu Wort und ihr Vorsitzender Hansjörg Siede mahnte auch die Weiterarbeit einer entsprechenden Arbeitsgruppe des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur (WTK) an. WTK-Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Glaeser (Grüne), Jochen Rabeler (Arbeitskreis für Heimatpflege und damit zuständig für Verwaltung und Terminvergabe im Heimathaus), und Samtgemeinde-Bürgermeisterin Claudia von Ascheraden übten deutliche Kritik an Siedes Vorschlägen. Das teilten sie in einer gemeinsamen Erklärung mit: "Herr Hansjörg Siede beschreibt lediglich die derzeitige Nutzung, schlägt darin 'kleine Änderungen' vor, die keine Verbesserung darstellen, und kritisiert Verwaltung, Politik und den Verein für Heimatpflege."

Vor allem für Bürger und Vereine

Ihr erster Vorwurf: Die gemachten Nutzungsideen böten "nicht viel Neues", obwohl Siede dies behaupte, so Glaeser. Dagegen werde "völlig ausgeblendet", dass die Kommunalpolitik vor Jahren aus Kostengründen die Planungen für einen dringend nötigen Verwaltungsanbau gestoppt habe und "dass der vormals auch von der Verwaltung genutzte Versammlungsraum im gegenüberliegenden ehemaligen Schulgebäude schon lange als Krippe genutzt wird", und dass aus diesen Gründen das Heimathaus regelmäßig in Anspruch genommen werden müsse. Die Verwaltung nutze das Heimathaus im Übrigen überwiegend vormittags, so Glaeser weiter. Das bestätigt von Ascheraden: Es fänden dort nur Personalversammlungen statt und Ratssitzungen, wenn das Schützenhaus nicht zur Verfügung stehe. "Weniger geht nicht."

Den Platz für Trauungen brauche man unbedingt im Heimathaus, mit einem "kleinen Trauzimmer", wie es Siede vorschwebe, sei es nicht getan. Von Ascheraden: Die meisten Paare brächten viele Gäste mit, weil die standesamtliche Trauung häufig die kirchliche ersetze und entsprechend gefeiert werde. "Der untere große Raum im Heimathaus bietet dazu das ideale Ambiente und die Paare kommen von weit her und erfreuen sich an diesem besonders liebenswerten, romantischen Ort." 

Dass man das Büro des Heimatvereins nicht in das Obergeschoss verlegen könne, wie von Siede vorgeschlagen, verstehe sich angesichts der Altersstruktur des Vereins von selbst. Schließlich sei dem Verein daher auch nicht zuzumuten, eine transparente und für alle einsehbare Terminvergabe einzurichten. "Das ist im Ehrenamt nicht darstellbar." Und Herrn Rabelers Terminvergabe sei bei einem Workshop als "vorbildlich" sehr gelobt worden. Von Ascheraden: "Die Koordination der vielen Termine bereitet ihm große Freude und er entlastet damit die Verwaltung. Alle sind damit zufrieden."

Allerdings hatte sich der Vorstand des Kulturvereins Jesteburger Podium schon mehrfach ans Wochenblatt gewandt, weil eben dies nicht der Fall gewesen wäre: Es hatte zuvor Streit um das Auf- und Abhängen von Bildern und die passende Bilder-Dekoration eines Trauzimmers oder Konzertraumes gegeben. "Das lag nur daran, dass sich Einzelne nicht an Regeln gehalten haben", argumentieren dagegen Claudia von Ascheraden und Jochen Rabeler.

Nächste Runde im Heimathaus-Streit
Muss genehmigte Ausstellung weichen?

Auch mit der Idee einer umfassenden Sanierung wollen sich die Verfasser der Erklärung nicht so recht anfreunden: "Wie das in der gegenwärtigen Haushaltslage finanziert werden könnte und was die Beteiligten dazu sagen, bleibt unklar", heißt es dazu. Ein Workshop zur Nutzung des Heimathauses habe mit Nutzern, der Verwaltung und Vertretern des Heimatvereins stattgefunden. Daraufhin habe man auch im Ausschuss eine neue Benutzungsordnung erarbeitet. "Warum das nun wieder aufgerollt werden soll, erschließt sich mir nicht", moniert Glaeser. Jochen Rabeler empfindet Siedes Ideen dagegen als "schlecht reden": Das Heimathaus diene seit 1987 Vereinen als Raum für ihr ehrenamtliches Engagement und werde so gepflegt, dass der alte Charme erhalten bliebe.

Nichts Neues, nichts Machbares: Claudia von Ascheraden und Jochen Rabeler - hier an der "Klöntür" des Hauses - widersprechen den UWG-Vorschlägen für eine künftige Nutzung des Heimathauses | Foto: SG Jesteburg
Die große Frage: Wer soll das Heimathaus wann nutzen dürfen? | Foto: pöp
Redakteur:

Gabriele Poepleu aus Seevetal

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