"Der erste Schluck sollte schwarz getrunken werden"

Und jetzt einen Schluck Kaffee! Frank Prohl (Foto) hat sich einen Traum erfüllt. Anfang des Jahres eröffnete er in Dierkshausen (Samtgemeinde Hanstedt) eine Rösterei. Dort vertreibt er als "Heideröster" unter anderem Projektkaffees. Sie stehen für gemeinnützige Organisationen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Ohnehin ist Prohl der Gedanke wichtig, in der Region für die Region zu produzieren.
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  • Und jetzt einen Schluck Kaffee! Frank Prohl (Foto) hat sich einen Traum erfüllt. Anfang des Jahres eröffnete er in Dierkshausen (Samtgemeinde Hanstedt) eine Rösterei. Dort vertreibt er als "Heideröster" unter anderem Projektkaffees. Sie stehen für gemeinnützige Organisationen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Ohnehin ist Prohl der Gedanke wichtig, in der Region für die Region zu produzieren.
  • Foto: www.derheideroester.de
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Frank Prohl wagt mit "der Heideröster - die Kaffeemanufaktur" den Sprung in die Selbstständigkeit.

mum. Dierkshausen. Mal schnell einen Kaffee trinken? Das geht bei Frank Prohl nicht. Zum Glück! Der 40-Jährige röstet in der "Alten Wassermühle" in Dierkshausen (Samtgemeinde Hanstedt) seine eigenen Kaffee-Variationen. Zehn verschiedene Sorten - fruchtig, nussig, süss oder herb - stehen zur Auswahl; sie wechseln regelmäßig. Während das Wasser kocht, wiegt Prohl die entsprechende Menge ab. Das Pulver kommt in einen Filter und wird - wenn Zeit ist, wie jetzt - von Hand aufgebrüht. Schon beim Betreten der ehemaligen Mühle liegt der feine Geruch von frisch gemahlenem Kaffee in der Luft, doch jetzt in der Tasse entfaltet sich das Aroma noch stärker. "Ich empfehle meinen Kunden immer, die ersten Schlucke schwarz zu trinken", so Prohl. "Dann schmeckt man den Kaffee wirklich." Doch natürlich soll jeder seinen Kaffee so genießen, wie er ihn mag - also auch mit Milch und Zucker.
Mit der Rösterei hat sich Frank Prohl einen Traum erfüllt. Als in seiner Firma Umstrukturierungen bevorstanden, entschloss er sich, mutig zu sein und nach 13 Jahren Betriebszugehörigkeit - unter anderem in leitender Position - zu gehen. "Ich dachte mir, wenn ich jetzt nicht das mache, was mich glücklich macht, dann ist es vielleicht zu spät." Prohl kündigte und begab sich auf Reisen - überall dorthin, wo man etwas über Kaffee lernen kann. "Das Tolle an meiner Branche ist, dass sich die Röster unterstützen. Es gibt kein Konkurrenzdenken."
Prohl bestellte sich eine Röstmaschine und experimentierte. "Natürlich spielt die Qualität der Kaffeebohnen eine große Rolle", so der "Heideröster". "Doch das Geheimnis des guten Geschmacks liegt in der Röstung." Zu kurz geröstet und der Kaffee hat zu wenig Intensität. Zu lange geröstet, dann schmeckt er verbrannt.
An die Eröffnung eines Cafés dachte Prohl zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Sein Bruder machte ihn eines Tages auf die ehemalige Wassermühle aufmerksam. Noch am Abend sah er sich die Räumlichkeiten an, der Vertrag wurde am nächsten Tag unterschrieben. Seit Januar ist die Kaffemanufaktur geöffnet. "Das Gebäude ist perfekt - wie gemacht für meine Ziele", so Prohl. Der Duft der alten Holzbalken mischt sich mit dem Aroma des Kaffees. Es gibt kleine Nischen und einen Raum perfekt für Feierlichkeiten. Im Sommer möchte Prohl auch draußen servieren. Die alte Mühle liegt direkt an einem kleinen Gewässer. "Ich kann mir vorstellen, irgendwann sogar das alte Mühlenrad zu restaurieren."
Frank Prohl findet den Gedanken wichtig, in der Region für die Region zu produzieren. Aus diesem Grund freut er sich, dass bereits einige Hofcafés und Hotels Interesse haben, seinen Kaffee anzubieten. Auch mit einer Supermarktkette seien bereits Gespräche geführt worden. Auch Nachhaltigkeit ist Prohl wichtig. Aus diesem Grund bietet er unter anderem so genannte Projektkaffees an. Sie stehen für gemeinnützige Organisationen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen. "Sinnvoller und pestizidfreier Anbau sowie eine faire Bezahlung der Kaffeebauern geben dir die Gewissheit, mit jedem Schluck Kaffee nicht nur dir etwas Gutes zu tun, sondern auch der Umwelt und den Kaffeebauern", so Prohl.
Die Öffnungszeiten sind noch ausbaufähig. Aber auch dafür hat Prohl eine Lösung. "Das Schild steht draußen? Du siehst Licht brennen? Komm rein, ich bin auch oft außerhalb der festen Öffnungszeiten in der Mühle", sagt Prohl. "Und eine Tasse Kaffee - das kriegen wir schon hin."

Weitere Informationen
Der Heideröster Frank Prohl betreibt seine Kaffeemanufaktur (Rösterei) in der "Alten Wassermühle" (Schmalenfelder Straße 2) in Dierkshausen.
Telefon: 04184-2850917
Internet: www.derheideroester.de
Die Rösterei ist mittwochs zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet, das Café sonntags von 14 bis 18 Uhr. Montags zwischen 15 und 18 Uhr trifft sich ein Strickclub im Café. Auch dann ist der Kaffee-Kauf möglich. Darüber hinaus beliefert der "Heideröster" Unternehmen und Büros.
Prohl sucht dringend Mitarbeiter. Allerdings sollten es Leute sein, die seine Leidenschaft für Kaffee teilen. "Ich möchte mein Wissen gern weitergeben."

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