Yvonne Petersen (22) ist wütend und traurig zugleich. Jemand hat ihr Auto auf der Thelstorfer Straße bei Jesteburg gerammt und ist dann einfach weitergefahren. Warum die Anwohner der Meinung sind, dass es schon bald wieder dort krachen wird.

(mum). „Mir fehlen die Worte“, sagt Yvonne Petersen (22). Die junge Frau hatte ihren VW-Polo am Donnerstag vor einer Woche an der Thelstorfer Straße in Lüllau (Samtgemeinde Jesteburg) abgestellt. Als sie später wieder losfahren wollte, musste sie feststellen, dass die komplette Fahrerseite eingedrückt war. Der Spiegel war abgerissen und das Schloss demoliert. „Eine Nachricht hatte der Verursacher nicht hinterlassen“, so Yvonne Petersen. Laut Versicherung übersteigt der Schaden den Zeitwert des Polos. „Ich werde wohl damit leben müssen, dass mein Auto jetzt verbeult ist“, so die junge Frau, die als Kfz-Mechatronikerin in Buchholz arbeitet. „Zum Glück fährt es noch. Ich kann es mir nicht leisten, mal eben ein neues Auto zu kaufen.“ Petersen hofft, dass sich der Unfall-Verursacher bei ihr meldet. „Ich finde es unglaublich, dass jemand einfach verschwindet. Aber vielleicht bekommt derjenige ja noch ein schlechtes Gewissen.“ Die Spuren am Unfallort und die Schäden am Fahrzeug lassen vermuten, dass es sich um ein sehr großes Fahrzeug gehandelt hat - vielleicht einen Traktor.
„Mich wundert es überhaupt nicht, dass es hier zu einem Unfall gekommen ist“, sagt Jan Spode. Er wohnt an der Thelstorfer Straße und hat schon viel früher damit gerechnet, dass es dort richtig kracht. Seit die Ortsdurchfahrt Schierhorn aufgrund der umfangreichen Sanierungsarbeiten gesperrt ist (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach), nutzen viele ortskundige Autofahrer den kleinen Weg zwischen Lüllau und Wörme, um schnell wieder auf die Kreisstraße 28 zu kommen. „Das sind mindestens 3.000 Autos am Tag“, so Spode. „Und an das Tempolimit hält sich hier kaum jemand.“ Laut Spode fahren sogar die Baustellenfahrzeuge aus Schierhorn dort lang. „Wir sammeln jetzt Unterschriften und fordern den Landkreis auf, etwas zu unternehmen.“
„Wir können an die Verkehrsteilnehmer nur appellieren, sich an die ausgewiesenen Umleitungsstrecken zu halten“, sagt Landkreis-Sprecher Johannes Freudewald. Eigentlich soll der Verkehr nördlich über Holm, Buchholz und Lüllau nach Schierhorn sowie südlich über Holm, Inzmühlen, Undeloh, Schätzendorf, Hanstedt und Dierkshausen nach Schierhorn umgeleitet werden. Doch der Weg über Thelstorf ist deutlich kürzer und schneller - vor allem dann, wenn man sich nicht an das Tempolimit hält. Allerdings ist der Weg
schmal, Gegenverkehr in Richtung Lüllau muss auf einen Schotterweg ausweichen. Freudewald kündigte an, dass der Landkreis prüfen werde, ob der Verkehr auf der Thelstorfer Straße zugenommen hat. Dazu gehöre auch eine Geschwindigkeitsmessung. „Wir wollen aber auf keinen Fall die Autofahrer abkassieren“, sagt Freudewald. Daher werde im ersten Schritt nicht geblitzt.
• Die Erneuerung der Kreisstraße 55 in der Ortsdurchfahrt Schierhorn ist eine der größten Straßenbaumaßnahmen des Landkreises Harburg in 2015 und 2016. Dort wird im Auftrag der Kreisverwaltung die Kreisstraße in der Ortsdurchfahrt inklusive Regenentwässerung und Gehwegen auf einer Gesamtlänge von rund 1.400 Metern für insgesamt 1,9 Millionen Euro erneuert. Die Arbeiten sollen noch bis August 2016 andauern.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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