Jesteburg: Freibad-Streit eskalierte
Förderverein hat keinen Schlüssel mehr

Was wären die Sommerferien ohne Freibad-Besuch? In Jesteburg ist bis zum 7. September geöffnet | Foto: Wolfgang Schleich
  • Was wären die Sommerferien ohne Freibad-Besuch? In Jesteburg ist bis zum 7. September geöffnet
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Der Fördervereinsvorstand musste den Schlüssel fürs Freibad abgeben. Die Mitglieder dürfen nur noch nach vorheriger Anmeldung und bei Anwesenheit des Badleiters hinein. Das sorgte für einigen Ärger im Dorf.

So war die Stimmung bei der letzten Sitzung des Gemeinderats Jesteburg schon während der Einwohnerfragestunde reichlich aufgeheizt. Eigentlich sollte es später in der Sitzung um ein neues Freibadkonzept gehen. Aber der Tagesordnungspunkt war von der Tagesordnung gestrichen worden, da der Verwaltungsausschuss vorher die Vertagung beschlossen hatte.

Während der Sitzung trat dann ein Vorstandsmitglied des Fördervereins zurück. Das kam so überraschend nicht: Schon vor einiger Zeit hatte der Verein mitgeteilt, dass der amtierende Vorstand zum Ende der Saison aufhören werde und dass ein neues Team gesucht würde, das den Verein fortführt.

Ein Streitpunkt ist die Änderung der Schlüsselregelung. Gemeindedirektorin Claudia von Ascheraden stellte klar, dass es kein vom Verein so empfundenes "Hausverbot" gebe. Vielmehr sei entschieden worden, den Zutritt zum Freibad aus "haftungsrechtlichen Gründen" nur noch in Abstimmung mit der Gebäudewirtschaft und bei Anwesenheit des Badleiters zuzulassen. Der bisherige freie Zugang für den Förderverein sei aus versicherungsrechtlicher Sicht problematisch gewesen. Als Vorbild diente die gängige Praxis im Freibad Bendestorf.

Der Förderverein äußerte in seinem Newsletter Ärger über die neue Regelung. Zahlreiche Aufgaben, die bisher übernommen wurden – etwa der Kartenvorverkauf, die Saisoneröffnungsfeier und Arbeitseinsätze zur Saisonvorbereitung sowie bauliche Verbesserungen – seien unter diesen Bedingungen kaum mehr möglich. Die Folge: Die Aktivitäten würden stark reduziert.

Das Jesteburger Freibad ist seit Jahren immer wieder von Schließung bedroht, weil Personal und Geld fehlen: Die Gemeinde hat kein Geld mehr, Energie- und Personalkosten sind gestiegen. Für das aktuelle Jahr war die Öffnung daher erst kurzfristig in der April-Gemeinderatssitzung entschieden worden. Ein geplanter Budgetdeckel von 300.000 Euro wurde aufgehoben. Stattdessen gibt es einen Sockelbetrag von 260.000 Euro für den Betrieb des Freibades. Sollte der im Saisonverlauf nicht ausreichend sein, muss die Verwaltung kurzfristig den Gemeinderat in einer Verwaltungsausschusssitzung informieren, damit weitere Beschlüsse gefasst werden könnten. In dieser Saison wird das Jesteburger Freibad bis zum Sonntag, 7. September, geöffnet sein.

Hohe Kosten für Energie und Personal
Redakteur:

Gabriele Poepleu aus Seevetal

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