Kioskmitarbeiter eingeschlossen
Freibad-Posse im Bendestorfer Bad
- Die Saison ist vorbei. Zu guter Letzt gab's Ärger am Tor
- Foto: pöp
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Es ging wohl nicht schnell genug, das Bad-Personal wollte wohl halbwegs pünktlich Feierabend machen - offenbar ohne Rücksicht auf Verluste: "Man hat mich und einen weiteren Kiosk-Mitarbeiter einfach eingeschlossen", ärgert sich Carmen W., die an jenem Donnerstagabend nach einem sommerlichen Augusttag im Kiosk ihres Sohnes aushalf. "So ein Glück, dass der zu Hause war und uns befreien konnte."
W., der als Inhaber mit seiner Firma auch die Kioske im Jesteburger und im Buxtehuder Bad betreibt, reiste umgehend aus Jesteburg an, nach 20 Minuten waren seine Mutter und der Mitarbeiter befreit. Carmen W. hat inzwischen Anzeige erstattet gegen den Gemeindemitarbeiter, der aus ihrer Sicht allzu pünktlich den Schlüssel am Freibadtor umdrehte.
KREISZEITUNG WOCHENBLATT +++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++
Wie war es so weit gekommen? Ein weiterer Kiosk-Mitarbeiter machte noch die Küche sauber, Carmen W. zählte die Einnahmen. "Wir hörten zwei Bad-Mitarbeiter am Tor." "Wir gehen jetzt und schließen ab", rief nach W.s Angaben der eine - ohne Vorwarnung oder Geduld. "Das hätten wir so schnell gar nicht mehr zum Tor schaffen können. Wir hätten überhaupt nur noch fünf Minuten gebraucht", erklärt Carmen W.. "Stattdessen rief er mir zu, ich könne ja meinen Sohn anrufen, wenn ich 'raus wolle. Das kann der doch nicht einfach so machen. Das ist Freiheitsberaubung", sagt sie.
Deshalb gab's eine Anzeige bei der Polizei für den einen Mitarbeiter. Auch das Verhalten des anderen sei absolut nicht in Ordnung gewesen. "Der stand daneben und hat das alles zugelassen, sagte noch, es sei immer das gleiche und damit sei jetzt Schluss", erinnert sich Carmen W.. Da seien auch früher schon mal "komische Aussagen" zu hören gewesen, die "nicht so ganz einwandfrei" gewesen seien.
Die Bad-Mitarbeiter selbst (Namen der Redaktion bekannt) waren für das Wochenblatt nicht erreichbar, um ihre Sicht der Dinge darzustellen. Für die Gemeinde Bendestorf, bei der beide angestellt sind, ist das offenbar ein gänzlich neuer Sachverhalt. "Wir haben keine Kenntnis vom Inhalt der von Ihnen angesprochenen Strafanzeige", sagt Gemeindedirektorin Julia Reese. Grundsätzlich verlasse das Badpersonal nach Ende der Öffnungszeiten das Freibad und schließe, um das Betreten durch Unbefugte zu verhindern, den Haupteingang weisungsgemäß ab. Reese: "Die Mitarbeiter des Kiosks sind vom Badpersonal im Betreten der Anlagen vollkommen unabhängig, da dem Pächter selbstverständlich bei Pachtantritt ein eigenes Schlüsselset ausgehändigt worden ist." Mit dem Einsatz unserer Mitarbeiter für das Freibad sei man stets zufrieden, so Reese weiter. "Sie genießen unser volles Vertrauen."
Der Bad-Mitarbeiter mit dem Schlüssel habe gewusst, dass die Kiosk-Mitarbeiter keinen Schlüssel hätten, sagt Carmen W. "Das geht ja mal gar nicht". Auch Wochen später ist sie ganz offenbar sehr mitgenommen von dem Vorfall - und enttäuscht. Denn früher habe man durchaus mal im Bad zum Klönen zusammengesessen. Und man könne schließlich über alles reden, auch darüber, wie minutengenau das Bad abgesperrt werden soll. "Wir hätten da sicher eine Lösung gefunden", glaubt sie. Sie sei immer noch gesprächsbereit, doch die Bad-Mitarbeiter gingen jeder Aussprache aus dem Weg.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.